Torsten Klein ist beim SV Bruchhausen-Vilsen die gewünschte externe Lösung

Ohne lila-weißen „Anstrich“

Noch Bassum, bald Vilsen: Im Sommer 2020 übernimmt Torsten Klein ein neues Traineramt.
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Noch Bassum, bald Vilsen: Im Sommer 2020 übernimmt Torsten Klein ein neues Traineramt.

Br.-Vilsen/Bassum – Torsten Klein ist jemand, der sehr viel in den Fußball investiert. Der 49-Jährige schiebt extra nur Nachtschichten, um seine Trainertätigkeit in vollem Umfang ausüben zu können. Ein erheblicher Aufwand – doch bald gibt es zumindest ein wenig Entlastung. Wenn er das Training beendet hat, kann er ab Sommer 2021 fast schon zu Fuß zu seiner Arbeitsstelle in der Logistik bei „Vilsa“-Brunnen gehen. Denn der Noch-Coach des TSV Bassum übernimmt den Fußball-Bezirksliga-Konkurrenten SV Bruchhausen-Vilsen. Praktisch zudem: Von seinem Wohnort in Wietzen sind es dann nur noch 18 Kilometer bis zum Sportgelände seines neuen Clubs, pro Fahrt 15 Kilometer weniger als nach Bassum.

„Ein netter Nebeneffekt“, meint Klein – aber eben nicht der Hauptgrund für seinen Wechsel. Seit Januar 2017 ist er in Bassum tätig, „da konnte ich sozusagen das Ende sehen“. Heißt: Er fühlt sich nach dann viereinhalb Jahren beim TSV bereit für einen Tapetenwechsel. Klein habe überlegt, ob er noch weitermachen will oder nicht – und dann kam die Anfrage aus Vilsen.

Die Brokser suchten einen Nachfolger für Patrick Tolle, der sich mit seiner Fahrschule vergrößert und sein Traineramt aus beruflichen Gründen niederlegt. „Patrick und ich sind befreundet, ich habe so etwas schon geahnt“, sagt Vilsens Vereinsvorsitzender Thomas Warnke und ergänzt: „Wir haben uns, wie wir es im Vorstand ohnehin hin und wieder tun, Gedanken gemacht, was wäre, wenn . . . Und deshalb hatten wir dann auch einen Namen als Wunschkandidaten im Kopf.“ Eben Torsten Klein. In den Gesprächen habe er „nie ein schlechtes Gefühl“ gehabt, erzählt Warnke. Und letztlich sagte der favorisierte Trainer zu.

Klein schwärmt schon mal ein bisschen von dem „gut geführten Verein“, der „tollen Arbeit“ des aktuellen Trainerteams und der „super jungen und entwicklungsfähigen Mannschaft“, die er bald übernimmt. „So eine Konstellation ist mir lieber, als wenn ich viele Spieler habe, die schon satt sind. Und ich denke, in Vilsen sind alle sehr hungrig.“

Der frühere Torwart nennt den Aufsteiger „die positive Überraschung der Saison – zusammen mit Seckenhausen“. Vilsen hat aktuell 17 Punkte und als Tabellenzweiter sogar Chancen auf das Erreichen der Meisterrunde. Vor zwei Jahren, als der SVBV schon mal in der Bezirksliga spielte, „fehlte noch ein bisschen die Erfahrung und das Selbstvertrauen. Jetzt ist die Mannschaft reifer. Und deshalb ist es auch kein Zufall, dass sie so gut dasteht“, findet Warnke.

Kleins Hauptaufgabe wird es sein, Vilsen in der Bezirksliga zu etablieren. „Ich weiß nicht, ob man als Neuer immer alles verbessern oder verändern muss. Wenn das aktuelle Level erhalten bleibt, ist es schon sehr gut“, urteilt er. Klein, der weiterhin von Tolles Co-Trainer Jörn Meyer unterstützt wird, will dafür sorgen, dass sich Vilsen „richtig festsetzt in der Liga – und es nicht wie im Fahrstuhl hoch und runter geht“.

Warnke erhofft sich vom neuen Coach auch neue Ideen und eine andere Sichtweise auf seinen Verein. Zuletzt habe Vilsen häufiger Trainer gehabt, die „schon lila-weiß angestrichen sind“ – etwa Tolle oder Frank Fischer. „Deshalb sollte es nun mal ein Mann von außen sein, von dem wir als Verein und auch Vorstand etwas lernen können – einfach eine andere Genetik“, sagt Warnke: „Ich wünsche mir von Torsten Offenheit und in gewisser Weise auch Kritik.“ Klein ist guter Dinge, dass die Symbiose zwischen Vilsen und ihm erfolgreich sein wird: „Wenn es beide Seiten annehmen, ist es eine Win-win-Situation. Dann können alle profitieren.“

Ein Vertrag mit einer festen Dauer sei laut Warnke nicht abgeschlossen worden. Der Vereinschef hat in dieser Hinsicht aber klare Vorstellungen: „Wir planen grundsätzlich langfristig – und nicht unter drei Jahren.“ Klein findet es absolut okay: „Ich hätte nicht zugesagt, wenn ich hier Feuerwehrmann für ein Jahr hätte werden sollen.“

Von Malte Rehnert

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