Elf Tore beim 34:33-Krimi der HSG Barnstorf/Diepholz

Rieken bestellt, Beljic liefert im Krimi gegen Achim/Baden

Letzte Anweisungen für Stefan Beljic (rechts) vor dem Spiel von Trainer Dag Rieken – und der Serbe setzte sie hervorragend um.
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Letzte Anweisungen für Stefan Beljic (rechts) vor dem Spiel von Trainer Dag Rieken – und der Serbe setzte sie hervorragend um.

Diepholz - Von Malte Rehnert. Weg mit der ganzen Anspannung, her mit der puren Erleichterung. Diese Power-Pose demonstrierte hervorragend die Gefühlslage der Oberliga-Handballer von der HSG Barnstorf/Diepholz: Nils Mosel ging in die Knie, ballte beide Fäuste und brüllte seine Freude heraus.

Der Aushilfs-Rechtsaußen hatte gerade zwei Sekunden vor Schluss den letzten Angriff der SG Achim/Baden unterbunden und damit vermutlich den Last-Second-Ausgleich verhindert. So gewann die HSG am Samstagabend vor 200 Zuschauern mit 34:33 (18:18) und damit auch ihr sechstes Heimspiel – trotz mieser Voraussetzungen.

„In diesem Moment ist eben extrem viel Druck abgefallen“, erklärte Mosel seine Jubelszene: „Es war ein sehr mitreißendes Spiel, Achim hat eine unglaubliche Kämpfertruppe. Jetzt haben wir die zwei Punkte – und morgen fragt keiner mehr danach, wie sie zustandegekommen sind.“

Sonderapplaus und -lob bekam hinterher aber nicht Sieg-Retter Mosel, sondern ein anderer Barnstorfer: Stefan Beljic war mit elf Toren bester HSG-Schütze in der aufregenden Partie. Der 28-jährige Serbe spielte im linken Rückraum zwar nicht fehlerfrei, brachte nicht jeden Wurf mit seiner Urgewalt im Achimer Tor unter, scheiterte auch mal von der Siebenmeter-Linie und offenbarte (wenn er hinten mithalf) die eine oder andere Abwehrschwäche. Doch insgesamt war er der herausragende Akteur und wurde den hohen Erwartungen gerecht. Trainer Dag Rieken hatte Beljic zuvor deutlich in den Pflicht genommen: „Er muss zeigen, was er kann“. Genau das tat der baumlange „Shooter“. „Er musste liefern. Und er hat geliefert. Kompliment“, lobte Rieken: „Wenn man jemanden herausheben will, dann ihn.“ Dass Beljic so groß aufzieht, war nicht unbedingt zu erwarten gewesen. In der Hinrunde hatte er nur wenig Spielanteile gehabt, stand klar im Schatten von Kamil Chylinski. „Die Situation war schwierig für ihn“, erinnerte sich Rieken.

Wuchtig und erfolgreich: Stefan Beljic trifft mit vollem Karacho aus dem Rückraum – es ist eines seiner elf Tore gegen Achim/Baden.

Weil Top-Torschütze Chylinski im ersten Spiel des Jahres gegen Achim aber fehlte und wegen seiner Schulterverletzung auch noch wochenlang ausfallen wird, schlug Beljics Stunde. „Das wird ihm richtig viel Selbstvertrauen für die nächsten Spiele geben“, glaubt Rieken.

Auch den anderen Barnstorfern tat der gelungene Auftakt sichtlich gut. Die HSG musste neben Chylinski auch noch Tomas Lenkevicius (Knieverletzung) und Kevin Heemann (Schiri-Einsatz) ersetzen, Bastian Carsten-Frerichs war zudem fast die ganze Woche krank. Mosel, Saulius Liutikas und Matthias Andreßen halfen aus. „Mir war klar, dass es eine ganz enge Kiste wird und wir kein Glanzspiel hinlegen“, sagte Rieken.

Gourmet-Handball servierten beide Teams tatsächlich nicht. Das Duell lebte eindeutig von der Spannung. Keiner konnte sich entscheidend absetzen. Lag eine Mannschaft mal mit ein paar Treffern vorne, kämpfte sich die andere prompt wieder heran. „Ich war mit unserer Abwehrleistung nicht so zufrieden“, monierte Rieken, „so viele Gegentore haben wir in der gesamten Saison noch nicht kassiert. Da hat man schon gesehen, dass uns Tomas Lenkevicius gefehlt hat.“

Dafür klappte im Angriff einiges – vor allem bei Beljic. Stark war in der Schlussphase auch Jan Linne, der drei der letzten vier Tore warf. Beinahe hätte die HSG ihren 34:31-Vorsprung aber noch hergeschenkt. Ein paar Sekunden vor dem Ende verlor Raul Lucian Ferent leichtfertig den Ball. „Er ist mir abgerutscht, das darf nicht passieren. Klar habe ich mich schlecht gefühlt“, berichtete Ferent. Doch sein Fauxpas blieb unbestraft. Die Gäste aus Achim kamen nicht mehr zum finalen Abschluss, weil Mosel dazwischenging. „Wir wollten unbedingt die zwei Punkte, das haben wir geschafft“, resümierte Ferent mit einem zufriedenen Lächeln. Auch Rieken war zwar ziemlich geschafft, aber glücklich: „Ein toller Sieg.“

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