Noch hat sich kein Bundesliga-Schütze abgemeldet / Meinhard Nachfolger von Jobst?

Gilde: Zukunftsängste nach dem Aus im Viertelfinale

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Bassums ukrainische Olympiasiegerin Olena Kostevych verlor gegen Kelheim erst im Stechen. Damit war für die Sportgilde im DM-Viertelfinale Endstation.

Bassum - Von Gerd Töbelmann. Der Traum vom Platz auf dem Podium zerplatzte für die Luftpistolen-Schützen der Sportgilde Bassum 98 bereits im DM-Viertelfinale. Gegen den Südstaffel-Meister SV Kelheim-Gmünd verlor der Vierte der Bundesliga Nord aus Bassum denkbar knapp mit 2:3. Kelheim zog danach übers Halbfinale ins Finale ein und holte sich durch ein 3:2 gegen Waldenburg auch den Titel. Für Bassum stellt sich aber nun die Frage: Wie geht es mit dieser Truppe weiter?

Gegen jeden anderen Gegner wäre der Einzug ins Halbfinale wohl drin gewesen, denn die Bassumer zeigten in Rotenburg an der Fulda durchweg eine starke Leistung. An Position zwei versagten Artur Gevorgjan nicht die Nerven, denn er setzte sich knapp mit 381:379 gegen Philipp Grimm durch. Auch Pierre Michel wackelte nicht, sondern besiegte Christoph Schultheiß mit 380:378. „Die beiden haben ihr Soll absolut erfüllt“, gab’s später ein Lob von Trainer Michael Meinhard.

Aber auch Antje Noeske und Albert Grieskamp wussten durchaus zu gefallen. Noeske musste allerdings ihrem Gegner Manuel Heilgemeier beim 376:381 den Vortritt lassen. Grieskamp schoss zwar für ihn gute 372 Ringe, gegen eine bärenstarke Monika Karsch (383) war das aber zu wenig.

Somit musste beim Stande von 2:2 das Duell der beiden Topschützen entscheiden. Für Bassum ging die ukrainische Olympiasiegerin Olena Kostevych an den Stand, die es mit dem serbischen Olympiateilnehmer Damir Mikec zu tun bekam. Die 29-Jährige führte zwar ständig, leistete sich in ihrer letzten Serie aber eine Acht und eine Neun, so dass Mikec zum 382:382 ausgleichen konnte – ein Stechen musste her.

Im letzten Bundesliga-Wettkampf konnte sich Kostevych noch im dritten Stechschuss durchsetzen, aber am Samstag reichte eine Neun nicht, denn der Kelheimer knallte eine Zehn heraus und führte sein Team damit zum 3:2. „Stechen ist wie Elfmeterschießen im Fußball. Da spielt eben auch das Glück eine Rolle“, erklärte Meinhard, der ansonsten jedoch zufrieden mit den Darbietungen seiner Sportler war: „Wir haben uns gut verkauft. Keiner hat versagt. Aber natürlich sind wir auch enttäuscht.“

Doch der Kampf geht auf anderer Ebene jetzt erst richtig los, denn nach wie vor schwebt der Verbandsaustritt der Gilde über allem. Ein Weitermachen der Bundesliga-Truppe scheint da ausgeschlossen. In diesem Falle würde der Lokal-Rivale SV Bassum von 1848, der kürzlich in der Bundesliga-Relegation gescheitert war, nachrücken.

Die Gilde jedoch will nicht klein beigeben, sondern möchte den Verbands-Austritt gern rückgängig machen. „In dieser Sache haben wir beim Bundesliga-Finale auch mit dem Deutschen Verband gesprochen, aber die sind nicht zuständig“, sagte Meinhard.

Die Gilde-Zukunft hängt letztlich am Bezirk Hoya, der einer Ausnahmeregelung zustimmen muss. Nun ist es kein Geheimnis, dass das Verhältnis beider Parteien lange Jahre nicht gerade rosig war. Deshalb plant der 46-jährige Meinhard einen Neustart mit neuem Vorstand: „Den könnten wir im März wählen. Unter dem Gilde-Dach würden die Wettkampf-Schützen dann weitermachen – die Traditionalisten müssten raus.“ In diesem Falle gäbe es auch für den jetzigen Vorsitzenden Horst-Dieter Jobst keine Zukunft. Meinhard jedenfalls stünde als neuer Chef zur Verfügung.

Für die Bundesliga-Meldung ist noch Zeit, denn diese muss erst am 30. Juni abgegeben werden. Bisher hat auch noch kein Teammitglied seinen Abschied verkündet. „Ich habe sogar schon einen starken Neuzugang an der Angel“, berichtet Meinhard, der aber auch weiß, dass andere zum nicht unerheblichen Teil über die Zukunft des Gilde-Teams entscheiden werden.

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