Benjamin Koc und Sabrina Timmes mit starken Leistungen beim Bremer Halbmarathon

So gut wie noch nie

Benjamin Koc fliegt förmlich ins Ziel: Der 37-Jährige mobilisierte auf den Schlusskilometern des Bremer Halbmarathons noch mal Extrakräfte. Fotos: el(2),wie

Bremen - Von Daniel Wiechert. Für echte Läufer geht es immer weiter. Nach dem Zielsprint ist vor dem nächsten Startschuss. Benjamin Koc und Sabrina Timmes gehören in diese Kategorie. Am Sonntagmittag pulverisierten sie bei Sonnenschein und frischen Temperaturen ihre persönlichen Bestleistungen beim Bremer Halbmarathon. Für beide nicht der Startschuss für eine große Party. „Ich bin am Sonntagabend noch zwölf Kilometer gelaufen“, verriet Koc am Montagmorgen, bevor am Nachmittag erneut ein Zehn-Kilometer-Lauf anstand. Auch für Timmes gab es nach der starken Leistung kein Beinehochlegen. Stattdessen ging es zur Nachtschicht.

Disziplin nennt man das. Eine Grundtugend für Ausdauersportler. Und dass sie damit Erfolg haben, bewiesen Koc und Timmes in der Hansestadt. Der Läufer vom Team Erdinger-Alkoholfrei benötigte für die 21,1 Kilometer 1:18,05 Stunde. Mit dieser Zeit kam er als Gesamt-Achter ins Ziel, gewann sogar die Altersklasse M 35. Timmes finishte in 1:29:50 Stunde und war damit Erste in der Altersklasse W 35. Damit war die Läuferin des TuS Varrel erstmals unter der Eineinhalb-Stunden-Marke geblieben. „Das hatte ich so nicht erwartet“, sagte Timmes gestern. Der eigentliche Plan war eher simpel: „Ich wollte das Rennen nur genießen.“

Das klappte. Wenngleich es auch einige Widrigkeiten zu überwinden gegeben hatte. Da war diese frische, fast schon eisige Brise, die kein Läufer hinterher unerwähnt ließ. „Der Wind war nicht sehr angenehm“, meinte Timmes. Und da war dieses Riesen-Teilnehmerfeld. 8 000 Läufer waren in Bremen auf allen Strecken unterwegs. „Es war teilweise ein ziemliches Gedränge“, berichtete Timmes. Trotz Wind und Menschenmassen hatte sie den Turboschalter gefunden und lief den Halbmarathon zwei Minuten schneller als je zuvor.

Ihre neue Zahlenkombination, diese 1:29,50, ist ihr aber gar nicht so wichtig. Anders als viele andere, die ihre Bestleistungen auch aufgeschreckt aus dem Tiefschlaf herunter rattern können, hat Timmes einen anderen Antrieb als die Hatz nach neuen Rekordmarken: „Ich habe einfach gerne Spaß beim Laufen.“ Und auf die nächste Gaudi muss Timmes nicht lange warten: Am Wochenende ist sie beim „Immer Extrem“ am Start, ein Hindernislauf nahe Ganderkesee.

Koc muss sich noch zwei Wochen länger gedulden. Dann steht für den 37-Jährigen der Marathon in Frankfurt am Main an. Sein „Highlight des Jahres“. Und der Formaufbau stimmt. „Ich fühle mich so gut wie noch nie“, sagte Koc.

Diesen Worten hatte er am Sonntag mit einer starken Leistung Nachdruck verliehen. Während des Laufes an der Weser habe er sich „fit und frisch“ gefühlt: „Anders als sonst hatte ich diesmal auch keinen Einbruch bei Kilometer 16.“ Stattdessen konnte Koc hinten heraus noch mal Extrakräfte mobilisieren. Den Kilometer 20 legte er beispielsweise in 3:30 Minuten zurück. Und so leuchtete auf dem Display vor dem Bremer Roland eine Zeit auf, die um 88 Sekunden schneller war als Kocs bisherige Bestleistung: „Das Training hat sich gelohnt. Ich bin echt super zufrieden.“

Das durften auch andere Sportler aus dem Landkreis sein. So landete beispielsweise Imme Menges (SC Weyhe Triathlon) in der W 50 nach 1:37,09 Minuten auf Rang eins, während Marvin Beneke (LC Hansa Stuhr) im großen Feld auf Platz 35 kam.

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