Startnummer 8: Nils Mosel

Nils Mosel

Hat von seiner Torgefährlichkeit noch nichts eingebüßt: Nils Mosel (beim Wurf) von der HSG Barnstorf/Diepholz II. - Foto: G. Müller
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Hat von seiner Torgefährlichkeit noch nichts eingebüßt: Nils Mosel (beim Wurf) von der HSG Barnstorf/Diepholz II. 

Diepholz - Von Matthias Borchardt. Die Torausbeute in der Saison 2015/2016 kann sich bei Nils Mosel mehr als sehen lassen: Mit 275/55 Treffern war er nicht nur bester Torschütze beim Landesliga-Vizemeister HSG Barnstorf/Diepholz II, sondern damit trug er maßgeblich zum Aufstieg in die Handball-Verbandsliga Nordsee bei. „Spielertrainer Malte Helmerking hat mich auf einer neuen Position toben lassen, und es lief ganz gut“, unterstreicht der 34-Jährige rückblickend. Bisher wirbelte er am rechten Flügel, doch der Linkshänder bewies nun auch im rechten Rückraum seine Klasse.

Mosel hat sich bei der HSG Barnstorf/Diepholz einen Namen gemacht. Am 12. Januar 2007 bestritt er für den damaligen Regionalligisten sein erstes Spiel, steuerte zum 31:29-Erfolg über den VfL Fredenbeck acht Treffer bei. In den Jahren danach zählte er stets zu den Leistungsträgern und Haupttorschützen seiner Mannschaft, gab immer alles und schonte dabei seinen Körper nicht. Aus gesundheitlichen Gründen absolvierte er am 18. Mai 2014 seine letzte Partie im Trikot der Ersten. In einer sehr emotionalen Begegnung schlugen die Barnstorfer am letzten Spieltag der Saison 2013/2014 dank des sechsten Tores von Mosel den TV Bissendorf-Holte mit 25:24 und sicherten sich dadurch die Oberliga-Vizemeisterschaft. Weiteres Highlight

Mit Gerd Bredehorst auf eine Stufe gestellt

in seiner Karriere: Im Spitzenspiel der Handball-Regionalliga Nord am 14. März 2008 trennten sich die Barnstorfer in der rappelvollen Diepholzer Mühlenkamp-Halle vor 676 Zuschauern vom späteren Meister VfL Edewecht mit 26:26. Der Diplomsportwissenschaftler kann sich an die denkwürdigen 60 Minuten noch erinnern: „Das war schon ein unglaubliches Spiel, immerhin mussten noch 200 Zuschauer draußen bleiben.“

Heiner Thiemann, sportlicher Leiter bei der HSG Barnstorf/Diepholz, lobt den Förderschullehrer in höchsten Tönen: „Nils hat Vorbildcharakter, ist sehr zielorientiert und fleißig. Er hilft im Notfall in der Ersten aus und hat immer noch einen hohen Leistungsstand. Er könnte noch höher spielen. Nils muss ich mit Gerd Bredehorst auf einer Stufe nennen.“ Letztere Aussage ist schon als Kompliment zu werten, denn der Ur-Barnstorfer Gerd Bredehorst hatte in den glorreichen Zeiten des MTV Barnstorf und später der HSG Barnstorf/Diepholz erheblichen Anteil an den Erfolgen.

Anschließend pausierte der Vater von den zwei Mädchen Amelie und Leeni eine Serie lang, ehe er seit der zweiten Partie der Spielzeit 2015/2016 wieder voll bei der Zweiten der HSG Barnstorf/Diepholz einstieg. „Es hat mir in den Fingern gejuckt, und ich bin super aufgenommen worden. Meine Knochen haben gehalten“, schmunzelt der gebürtige Ostercappelner. Außerdem leitete er einmal in der Woche als Co-Trainer eine Übungseinheit bei der Ersten. „Nils ist eine absolute Führungsfigur in der Mannschaft, ein echter Leader, der immer alles gibt. Er trifft auf dem Spielfeld die richtigen Entscheidungen. Nils ist für jeden Verein eine Bereicherung“, schwärmt Barnstorfs Oberliga-Coach Dag Rieken über den Ausnahme-Handballer.

Der pfeilschnelle Rechtsaußen, der erfolgreich für den TV 01 Bohmte (Oberliga), TSG Hatten-Sandkrug (Regionalliga) und die HSG Barnstorf/Diepholz (Dritte Liga West) auf Torejagd ging, weckte zu seiner Bestzeit auch bei anderen Vereinen Interesse. „Ich hatte Anfragen vom TuS N-Lübbecke und vom TuS Spenge, habe aber den Sprung nicht gewagt“, erzählt der Torjäger. Zum damaligen Zeitpunkt sei die Entscheidung richtig gewesen, heute bereut er es aber ein wenig, dass er es nicht probiert hat.

Jetzt fungiert Mosel als Spielertrainer. Mit Erfolg: Die Oberliga-Reserve belegt als Aufsteiger mit 18:6 Punkten den dritten Platz. „Die Verbandsliga ist eine Leistungsklasse. Ich habe aber als zweite Mannschaft nicht den Druck – das Arbeiten ist sehr angenehm“, sagt der C-Lizenz-Inhaber. Obwohl er wegen einer hartnäckigen Bronchitis die jüngsten zwei Begegnungen pausiert hatte, erzielte er in den anderen zehn Spielen bereits 88/14 Tore. An seiner Torgefährlichkeit hat der trickreiche Linkshänder noch nichts eingebüßt.

Der in Bohmte aufgewachsene Mosel fühlt sich bei der HSG Barnstorf/Diepholz wohl: „Das ist nach dem TV 01 Bohmte meine zweite Heimat geworden.“ Ans Aufhören denkt er noch nicht: „Ich möchte so lange Handball spielen, wie mich meine Knochen tragen.“ Er kann sich schon vorstellen, irgendwann einmal höherklassig zu trainieren, weiß allerdings auch: „Ich muss als Trainer noch dazulernen.“

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