Eigene Halle in Planung

Nils Krämer packt beim TSV Weyhe-Lahausen an – und die Tennisabteilung boomt

Der Tennis-Nachwuchs des TSV Weyhe-Lahausen mit Trainern und Spartenleiter Nils Krämer (hinten, 3. v. l.)
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Die Trainer um Spartenleiter Nils Krämer (hinten, 3. v. l.) sind froh, dass beim TSV Weyhe-Lahausen so viel Tennis-Nachwuchs vorhanden ist.

Seit Nils Krämer beim TSV Weyhe-Lahausen ist, läuft es in „seiner“ Tennisabteilung. Die Mitgliederzahl steigt stetig, auch Corona hielt diese Entwicklung nicht auf. Derzeit arbeitet der Spartenleiter an seinem neusten Projekt: einer eigenen Tennishalle.

Lahausen – Zeit ist unantastbar. Sie verläuft immer gleich, man kann sie nicht stoppen, man kann sie nicht drehen und wenden. Und doch scheinen die Verantwortlichen der Tennisabteilung des TSV Weyhe-Lahausen einen Schlüssel dafür gefunden zu haben, wie sich die Zeit manipulieren lässt. Seit Jahren haben (Sport-)Vereine aller Art mit Mitgliederrückgang zu kämpfen.

Doch beim TSV ist es umgekehrt: Der Club wächst und wächst. Läuft die Zeit in Lahausen also rückwärts? Mitnichten, versichert Nils Krämer lachend, der Abteilungsleiter hat aber andere Erklärungen für die erstaunliche Entwicklung seines Tennisvereins.

Krämer ließ sich zum Tainer ausbilden – und bringt neue Ideen ein

„Vor ungefähr sechs Jahren“, holt Krämer aus, „gab es einen Generationenwechsel im Verein, da sind meine Frau Sandra und ich eingestiegen.“ Dem Lahauser „Tennis-Urgestein“, Trainer Jürgen Blankenhagen, und seinen ebenfalls Filzball-Verrückten Kindern Leon, Phil und Lia sei dies zu verdanken gewesen, erzählt Krämer, der früher bereits gespielt hat und beruflich bedingt kürzer treten musste: „So sind wir damals wieder in den Zirkus hineingerutscht.“ Knapp 30 Kinder und ebenso viele Erwachsene zählte die Mitgliederliste zu der Zeit – jeweils über 115 sind es heute.

Auch, weil Nils und Sandra Krämer sich zu Trainern ausbilden ließen – und kräftig neue Ideen einbrachten. „Wir haben Camps und Sportwochen organisiert, das Training modernisiert, zum Beispiel Material, Bälle, Trainingsmethoden“, berichtet Nils Krämer, „und dann hat das Ganze an Fahrt aufgenommen. Viele wollten mehrfach in der Woche trainieren, dann hat sich das unter den Kindern rumgesprochen, es kamen viele zu Schnuppertrainings und wollten anfangen. Wir haben einfach neue Dinge initiiert, die ganz gut ankamen.“

Der 49-Jährige ist sich sicher, dass die Entwicklung auch mit einem anderen Thema zu tun hat: Kundenorientierung; ein Begriff, den er aus der Wirtschaft mitgebracht hat und der sich nun auf die Kinder, Jugendlichen, aber auch Erwachsenen übertragen lässt. „Wir sind sehr viel in persönlichen Gesprächen mit allen“, nennt Krämer nur ein Beispiel: „Das ist natürlich sehr zeitaufwendig, aber alle Spieler sollen merken, dass wir immer für sie am Ball sind. Ich glaube nicht, dass andere Vereine das so intensiv machen.“

Ich habe aus Urzeiten eine Verbindung nach Lahausen, und Jürgen hat mich infiziert.

Nils Krämer über seine Rückkehr zum Tennis und die Rolle von „Urgestein“ Jürgen Blankenhagen dabei

Über den anfangs stark auf Kinder und Jugendliche ausgerichteten Fokus sind nun auch immer mehr Erwachsene ins Blickfeld geraten, „die auch deshalb wieder bei uns angefangen haben, weil sie selbst in der Kindheit gespielt haben und jetzt ihre eigenen Kinder spielen sehen oder einfach darüber Interesse bekommen haben“, erklärt Krämer: „Wir haben das erkannt und machen deshalb jetzt auch mehr bei den Erwachsenen, fahren zum Beispiel im Oktober für ein Wochenende ins See- und Sporthotel nach Ankum und machen dort ein Tennis- und Freizeitwochenende. Das ist bis jetzt schon sehr gut angekommen.“

Selbst die so leidige Corona-Krise konnte den Ideenreichtum und die positive Entwicklung beim TSV nicht stoppen: Die Mitgliederzahl stieg „komischerweise“ (Krämer) einfach weiter. Nur das Vereinsleben litt wegen der Kontaktbeschränkungen laut Krämer wieder etwas. „Aber wir hatten zum Beispiel diverse Veranstaltungen vor Corona und wollen das soziale Vereinsleben jetzt natürlich wieder durchführen“, betont er: „Ich weiß nicht, ob das noch mal so werden kann wie vor 20, 30 Jahren, aber wir sind schon zufrieden.“

Zufriedenheit ist jedoch ein Gemütszustand, den es bei Nils Krämer eigentlich nicht so häufig gibt. Immer will er den Verein, der für ihn schon beinahe Familie ist, voranbringen. Das neuste Projekt: eine eigene Tennishalle. Lange mussten die Lahauser im Winter „pendeln“, nutzten beispielsweise die Räumlichkeiten des Barrier TC. „Das war ein riesiger logistischer Aufwand, weil wir das Trainingsmaterial nicht lagern konnten“, sagt Krämer. Auch deshalb treibt er die Planungen für eine Zweifeldhalle mit kleinem Vorbau voran.

Der Antrag für die eigene Halle muss bis Ende August vorliegen

„Die Hürden sind, dass wir ein positives Votum auf der Jahreshauptversammlung brauchen, die wegen Corona noch nicht durchgeführt werden konnte, und wir brauchen eine positive Bauvoranfrage“, erklärt der Vorsitzende, der seit mittlerweile vier Jahren in dieser Position ist: „Einige Eichenbäume, die dort stehen, müssten weg, und wir werden in Weyhe auf absehbare Zeit keinen Alternativ-Platz bekommen.“

Wird die Bauvoranfrage genehmigt, „können wir Fördergelder beantragen“. Und das soll so schnell wie möglich gehen – denn die Fördertöpfe in Niedersachsen sind derzeit prall gefüllt. „Deswegen bin ich da gerade relativ stark hinterher“, meint Krämer, „weil ich den Antrag stellen will, der bis zum 30. August vorliegen muss.“

Er möchte die Erfolgsgeschichte weiterschreiben, die vor knapp sechs Jahren begonnen hat. Mittlerweile gibt er zehn Stunden die Woche Training, mindestens zehn weitere investiert er in seine ehrenamtliche Funktion als Vorsitzender. Zeit, die Nils Krämer gerne investiert, um „seinen Club“ voranzubringen und weitere Mitglieder zu gewinnen. Und das ganz ohne physikalische Gesetze manipulieren zu müssen.

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