Niklas Hiller erlebt Achterbahnfahrt der Gefühle – dank Trainer und Bruder geht`s bergauf

Erst Chancentod, dann Hattrickschütze

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Wenn Niklas Hiller den Ball am Fuß und Raum hat, ist der 21-Jährige kaum noch zu stoppen.

Twistringen - Vom Depp zum Helden in ein paar Minuten – so geht‘s: Beim Bezirksliga-Auswärtsspiel seines SC Twistringen versemmelt Niklas Hiller in der Anfangsphase Chance um Chance, nur um dann zwischen der 62. und 76. Minute einen Hattrick hinzulegen – wegweisend für Twistringens 4:1-Erfolg nach 0:1-Rückstand in Steimbke.

„In der ersten Halbzeit habe ich das Kunststück fertig gebracht, den Ball aus einem Meter Entfernung über das leere Tor zu schießen“, sagt der 21-Jährige und grinst. Zum Lachen war ihm nach der ersten Halbzeit allerdings gar nicht zumute gewesen. „Er hat mir nach der Partie gesagt, dass er Sorgen hatte, ausgewechselt zu werden“, sagt SCT-Trainer Stefan Müller.

Doch das kam gar nicht infrage, der 52-Jährige kennt Hillers Qualitäten. Statt draufzuhauen, sprach er ihm Mut zu. „Er hat uns allen in der Halbzeit gesagt, dass wir die Köpfe oben behalten müssen.“ Und der pfeilschnelle Offensivakteur zahlte das in ihn gesetzte Vertrauen zurück, traf erst zum 1:1 (62.), dann zum 2:1 (63.) – zwei Mal mustergültig von Timo Hiller (24), Niklas‘ Bruder, bedient. Kein Zufall, sagt der 21-jährige Anlagenmechaniker: „Wir haben früher in Drentwede jeden Tag zusammen auf dem Bolzplatz gekickt.“ Daher seien die Laufwege dem jeweils anderen ins Blut übergegangen. „Wenn er besser steht, lege ich das Ding quer – und andersrum genauso.“

So unterschiedlich die Hillers abseits des Platzes sind (Müller: „Niklas ist der der stillere von beiden“), so identisch sind ihre fußballerische Qualitäten: gute Ballbehandlung, starke Schusstechnik, atemberaubende Schnelligkeit. „Aufgrund seines fehlenden Körpers ist Niklas auch gezwungen, viele Sachen spielerisch zu lösen“, sagt Müller schmunzelnd über den Schlaks. Der Trainer zeigt sich auch von der mentalen Stärke Hillers angetan: „Er hat in der ersten Halbzeit Bälle versiebt, das geht eigentlich gar nicht. Umso beeindruckender ist es, wie er dann darauf reagiert hat.“

Mit nunmehr sieben Toren (bereits ein Treffer mehr als 2013/14) hat Hiller einen großen Anteil daran, dass der SCT vier Tage vor dem Saisonende bei zwölf Punkten und 20 Toren mehr als der TSV Bassum den Klassenerhalt so gut wie sicher hat.

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