Norrenbrock: „Extrem bitter“

Torschütze Niemeier narrt die Nordsulinger

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Martin Roughley klärt hier vor Julian Miklis vom TuS Sulingen. Am Ende leitete ausgerechnet der ansonsten sichere und emsig im Spielaufbau agierende Innenverteidiger des FC Sulingen die Niederlage seines Teams im Stadtderby ein.

Sulingen - Von Cord Krüger. Ganz falsch lag Tobias Plümer mit seiner Ahnung nicht. „Es könnte ein 0:0 werden“, tippte der Co-Trainer des FC Sulingen am Samstag vor dem Derby gegen den Stadt- und Bezirksliga-Rivalen TuS Sulingen II.

So wäre es wohl auch gekommen, wenn nicht sein ansonsten tadelloser Teamkollege Martin Roughley einen Aussetzer gehabt hätte: Der Innenverteidiger verlor vor dem eigenen Tor den Ball, anstatt ihn zu klären, Marius Niemeier sprintete dazwischen und schob die Kugel ins lange Eck (82.). Bei diesem 0:1 (0:0) blieb’s – und FC-Co-Trainer Markus Norrenbrock blickte nach seinem ersten Spiel als Vertreter des bis Februar pausierenden Chefcoachs Stefan Rosenthal zerknirscht unter seiner Baseball-Cap hervor: „Extrem bitter, so zu verlieren.“

Schließlich, ergänzte „Norre“, „hat sich der TuS aus dem Spiel heraus keine Chance erarbeitet. Zwei Fehler von uns führen zu zwei Chancen von ihnen.“ Dessen Trainer Mustafa Cali wollte da nicht wiedersprechen: „Wenn es drauf ankommt, sind wir im richtigen Moment da.“ Fast entschuldigend fügte er hinzu, dass er „heute nicht die beste Elf“ hatte: „Bei uns sind viele Leute angeschlagen.“ Als dann noch Verteidiger Nico Harms wegen seiner wieder aufgebrochenen Leistenbeschwerden vor der Pause vom Platz musste, „hatten wir Probleme, die Ordnung wiederherzustellen“.

Zuvor war das freilich anders. In der ersten Viertelstunde des von reichlich Taktik geprägten Stadtduells sahen die 180 Zuschauer einen überlegenen TuS, aber keine Torraumszene auf beiden Seiten. Das lag einerseits am aufmerksam mitspielenden Gäste-Schlussmann Yanik Klenke, andererseits am kopfballstarken FC-Rechtsverteidiger Benjamin Barth. Beide gingen bei langen Bällen souverän dazwischen. Den ersten Torschuss gab FC-Mittelfeldmann Bennet Lüdecke ab (20.), dicht gefolgt von TuS-Kollege Niemeier (21.). Klenke musste gegen Svend Kafemann sein ganzes Können aufbieten, als der Stürmer nach einer Linkshereingabe von Marian Pingel direkt abzog (26.). Auf der anderen Seite sorgte Maurice Krüger mit einem guten Freistoß für Gefahr, doch FC-Keeper Patrick Kühn pflückte die Bogenlampe von Konstantin Meyer aus dem Knick (31.). Dann durfte sich wieder Klenke auszeichnen – diesmal bei einem Schuss von Alper Yildirim, der ihn nach einem Pingel-Querpass zu einer starken Reaktion zwang (37.). Pingel zielte nach Vorarbeit des laufstarken Lüdecke zu überhastet drüber (38.) – die Platzherren kamen gefährlicher auf. Spätestens, als der aufgerückte Roughley nach einer Ecke von Viktor Gense knapp vorbei köpfte (43.), wäre eine Führung für die Nordsulinger verdient gewesen. „Da haben wir uns in die Kabine gerettet“, räumte Cali ein.

Für das Norrenbrock-Team kam diese Pause zur Unzeit, denn „wir waren gerade dran und hatten unsere Möglichkeiten“. Im zweiten Durchgang standen seine Männer zwar weiter gut, gewannen aber kaum noch zweite Bälle. Der TuS wiederum schlug daraus kein Kapital. Immerhin kam im äußerst fair geführten Duell der sich bestens bekannten Kontrahenten in Minute 51 ein bisschen Derby-Feeling auf, als FC-Abwehrkante Julian Hartkamp TuS-Offensivmann Niklas Klare – ebenfalls nicht gerade zart von Wuchs – rustikal per Check entschleunigte. Der souveräne Schiedsrichter Christian Hoyer (SV Dreye) zeigte die erste von nur zwei Gelben Garten, zehn Minuten später schob Pingel nach einem Klasse-Zuspiel von Lüdecke mit der Sohle knapp am rechten Pfosten vorbei – das war es an Highlights in einer Hälfte, die reichlich Längen hatte. Minütlich kroch da mit der November-Nässe das Gefühl hoch, dass derjenige hier gewinnen würde, der das erste Tor schießt.

Und so kam es. „Da können wir jetzt bis früh in den Morgen den TuS-Ball feiern“, freute sich Cali auf die Sause, während sein Team im Spielerkreis schon „Derbysieger, Derbysieger“, grölte. Norrenbrock hätte sich diesen Anblick gern erspart. „Jetzt sind wir Dritter, und der TuS ist an uns vorbei“, wusste der FC-„Co“. Doch er tröstete sich nach dem achten sieglosen Derby seiner Mannschaft gegen die TuS-Zweite hintereinander: „Im Hinspiel gab’s auch ein 0:1, danach haben wir aber ein starkes Restprogramm hingelegt.“ Wenn das nicht Appetit auf mehr macht!

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