Mit neuem Coach gewinnt Wietzen 3:1

Aus dem Nichts taucht Sieling auf

Wietzen - Große Augen am Wietzer Fußballplatz: Da stand gestern plötzlich Uwe Sieling an der Seitenlinie, als der TSV Wietzen den FC Sulingen empfing. Nicht als Zuschauer, nein, als neuer Coach des abstiegsgefährdeten Bezirksligisten. Hoppla!

„Das war auch für mich eine kleine Überraschung“, gestand FC-Coach Dirk Meyer: „Ich kenne Uwe gut und wünsche ihm viel Erfolg.“ Unter der Woche hatten die Wietzer auf Rückfrage gesagt, dass der Ex-Hoyaer als Nachfolger von Torsten Klein kein Thema sei. „Da haben wir aneinander vorbeigeredet“, meint der 47-Jährige selbst. „Ich kann Abstiegskampf“, ist Sieling überzeugt. Samstagabend sagte er zu – und Sonntagnachmittag hielt er Wort: Wietzen schlug Sulingen mit 3:1 (0:0) und schob sich auf den vorletzten Platz.

Händeschütteln,

Ansprache, Anpfiff

Anfang Oktober hatten sich der Nienburger Kreisligist SG Hoya und Sieling getrennt. Eine Pause kam für den Coach offenbar nicht in Frage. Ein Angebot aus der Diepholzer Kreisliga – den Verein wollte Sieling nicht verraten – schlug er aus, ehe er sich spontan dem TSV Wietzen widmete. „Die Mannschaft hat auch erst mal geguckt, als ich in der Kabine stand“, grient der neue starke Mann an der Seitenlinie. Die Aufstellung hatten noch Interimscoach Richard Fiterer und Markus Föge vorbereitet, für die Ansprache war Sieling zuständig. „Wir brauchen einen, der die Mannschaft wachrüttelt, und wollten damit nicht zu lange warten“, begründete Pressesprecher Arno Stumpenhausen die schnelle Entscheidung für Sieling. Vom Typ her sei der Neue eben auch ein bisschen so wie sein Vorgänger: impulsiv, fordernd. Klein soll das immer nach innen gewesen sein, Sieling ist es nun auch nach außen: „Ich habe lange als Trainer gegen Wietzen gespielt. Deswegen weiß ich: Die können Abstiegskampf. Die Relegation schaffen wir mindestens. Gegen Sulingen waren wir in der zweiten Halbzeit schon richtig geil.“

Davor, das muss auch der 47-Jährige zugeben, „hatten wir eine Menge Glück“. Sulingens Svend Kafemann schoss einen Foulelfmeter an die Latte (23.), nachdem ihn zuvor Robert Fiterer gefällt hatte. Felix Klare ließ eine Riesen-Kopfballchance verstreichen, weil er den Ball nicht richtig traf (32.). „Der FC war in der ersten Halbzeit klar besser“, sagte auch Pressesprecher Stumpenhausen. Eine Rote Karte gegen Torben Schoof (51.) veränderte jedoch die Vorzeichen. Der FC-Abwehrspieler soll Daniel Müller durchs Gesicht „gewischt“ (Schoof) haben. Für Stumpenhausen war es ein Ellbogenschlag. Tätlichkeit, Rot! Schoof hielt sie später für gerechtfertigt. Auch Müller hielt nicht bis zum Ende durch. Der Stürmer sah in der 90. Minute ebenfalls den roten Karton, weil er Nils Kummer beleidigt haben soll.

Zumindest ging Müller zufrieden unter die Dusche. Benjamin Bauer hatte Wietzen per Freistoß in Führung geschossen (54.), Alper Yildirim in Unterzahl ausgeglichen (69.). Sulingen war wieder am Drücker, Wietzen konterte – und wie! Nils Linderkamp traf zum 2:1 (79.). „Da ist der Ballast von uns abgefallen“, atmete Stumpenhausen auch nach Abpfiff noch kräftig durch. Orhan Boran (85.) machte den zweiten Saisonsieg des TSV nach einer hart geführten Partie schließlich perfekt. Tabellenletzter ist nun der TSV Bassum, dessen Spiel gegen Neuenkirchen gestern ausgefallen war. „Der Anfang ist gemacht“, jauchzte Stumpenhausen, „das war ein Lebenszeichen von uns.“ · ahe

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