Mosel in Rückraum-Mitte der personell arg gebeutelten Oberliga-Handballer

Nichts zu holen für punktlose HSG Barnstorf/Diepholz

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Hier mal ausnahmsweise über rechts: Nils Mosel von der HSG Barnstorf/Diepholz (am Ball) musste am Samstag beim stark besetzten Turnier des TSV Wetschen in der Mitte aushelfen. ·

Kreis-Diepholz - Von Cord KrügerREHDEN · Wer am Samstag auf einer der Tribünen in der Dreifeldhalle der Rehdener Waldsportstätten Platz nahm und Nils Mosel auf seiner angestammten Position suchte, fand ihn dort zunächst nicht. Sollte etwa nun auch der Kapitän der HSG Barnstorf/Diep holz zum umfangreichen Lazarett des Handball-Oberligisten gewechselt sein? Nein! Spätestens nach ein paar Sekunden fiel Mosel auf – zwar nicht wie gewohnt als Rechtsaußen, sondern im Zentrum des Rückraums. Dort gab er die Kommandos, setzte zu Gegenstößen an – doch insgesamt reichte die aufopferungsvolle Leistung Mosels und seiner Vorderleute nicht zu einem guten Platz beim zweiten „Allianz-Cup“.

Den Sieg und 500 Euro Prämie in diesem hochkarätig besetzten Turnier holte sich Drittligist TSV Hannover-Burgdorf II – und das völlig verdient, wie Organisator Andreas Niehoff klarstellte: „Burgdorf war die stärkste Mannschaft des Tages“, lobte der Mann vom Förderverein der Handballjugend des TSV Wetschen, die das Ereignis im Rahmen des „Blau-Gelben Sommertags“ vom TSV auf die Beine gestellt hatte. Auch der westfälische Oberligist TuS Spenge hinterließ bei den Gastgebern einen guten Eindruck – „vor allem wegen ihrer Geschlossenheit“, lobte Niehoff.

HSG-Kapitän Nils Mosel hatte sich schon während des Nachmittags mit seinem Turniersieger-Tipp festgelegt: „Die Burgdorfer fegen hier durch das Turnier. Wahnsinn, wie die uns überrollt haben.“ Während dieser 30 Minuten des Blitzturniers nach dem Modus „jeder gegen jeden“ sammelte der Leader selbst (schmerzhafte) Erfahrungen: „Nach 16 Jahren als Rechtsaußen habe ich plötzlich mal wieder in der Mitte gespielt – da wundert man sich natürlich, dass man rechts neben sich einen Gegenspieler haben kann“, nahm Mosel die Personalnot mit Galgenhumor: „Drei Abgänge – alle aus dem Rückraum – und der Kreuzbandriss von Martin Golenia: Es ist nicht so, dass unsere Abwehr heute schlecht war. Aber diese Abgänge konnten wir nicht auffangen.“ So hieß es am Ende 9:17 gegen die Bundesliga-Reserve.

Offener gestaltete die Mannschaft des aus Mario Mohrland und Denis Maksimovich bestehenden Trainergespanns die Partie gegen Spenge. Doch bei diesem 12:16 „haben wir zu viele einfache Bälle weggeworfen und eine zu hohe individuelle Fehlerquote gezeigt“, wusste Mosel.

Das spannendste Duell lieferte die HSG gegen den Oberliga-Meister und jetzigen Drittligisten ATSV Habenhausen ab. 15:16 hieß es am Ende. Nach einem Rückstand hatte der auffällige Linksaußen Finn Richter die Partie mit zwei Toren zum 12:11 gedreht, auch Mosel hielt mit einem weiteren Treffer das Spiel offen, doch dann haderte er mit sich: Nach einer strittigen Schiri-Entscheidung nahm er sich den Unparteiischen vor. „Da habe ich mich zurückfallen lassen, das darf mir nicht passieren“, ärgerte sich der Kapitän. Es kam zum nächsten Gegentor, Barnstorf/Diepholz kam trotzdem noch auf 15:16 heran, doch nach dem Pfostentreffer Habenhausens und einem HSG-Fehlwurf blieb’s beim 15:16 gegen den späteren Turnier-Zweiten, der dafür 250 Euro mit nach Bremen nahm.

Auch die letzte Begegnung verloren die Handballer aus dem Kreis Diepholz – mit 12:14 gegen Ligakonkurrent TV Neerstedt. Doch Mosel hakte den Tag schnell ab. „Es hat uns trotzdem Spaß gemacht, denn das hier ist echt ein Super-Turnier.“

Dies hörte Niehoff gern, allerdings vernahm er das Lob aus mehreren Richtungen. „Auch deshalb sind wir sehr zufrieden. Hinzu kommt, dass wir diesmal mehr als 200 zahlende Zuschauer hatten und die Resonanz damit besser als bei unserer Premiere vor einem Jahr war – auch in der Cafeteria und an den anderen Ständen.“ Einer dritten Auflage des Cups zugunsten der Wetscher Handball-Jugendarbeit steht somit nichts im Wege.

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