Vom Parkplatz zurück in die Sporthalle: Tanzsportler des TSC Hansa Syke schuften für Tag X

Neustart vor Re-Start

Heimturnier in der Olympiahalle: Auf Events wie dieses 2019 arbeiten die Tänzer des TSC Hansa Syke hin.
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Heimturnier in der Olympiahalle: Auf Events wie dieses 2019 arbeiten die Tänzer des TSC Hansa Syke hin.

Syke – Zwischen den grauen Pflastersteinen sprießt das Wildkraut, zwischen den frühlingsgrünen Bäumen schimmert der rote Klinker der Schulgebäude: keine alltägliche Kulisse zum Tanzen. „In geschlossenen Räumen war halt noch nichts möglich“, erklärt Carsten Kotzott, Pressesprecher des TSC Hansa Syke, das Treiben an der Ferdinand-Salfer-Straße: „Deshalb haben wir draußen auf dem Parkplatz trainiert.“ Nicht nur das Set sei ungewöhnlich gewesen: „Ohne Anfassen; es ging darum, dass jeder zunächst für sich die Schritte lernt.“

Mittlerweile hat sich die Lage bei den Syker Tanzsportlern etwas normalisiert. Seit knapp vier Wochen sind wieder Einheiten in der Sporthalle möglich. Es darf wieder als Paar getanzt werden.

„Es darf aber nicht rumgetauscht werden“, erläutert Kotzott. Das sei sonst zu Beginn eines neuen Trainingszyklus’ üblich, um zu schauen, wer mit wem am besten harmoniert: „Das geht jetzt leider noch nicht. Da müssen sich die Trainer nun noch mehr Gedanken machen, welche Kombination am besten passt.“

Bei Formationstänzern ist gewöhnlich alles orchestriert, bis ins letzte Detail einstudiert. Nun geht es ums Improvisieren. Und das in einer Zeit, in der die Syker ohnehin so etwas wie einen Neustart wagen. Der TSC Hansa kooperiert mit dem 1. TSZ Nienburg. Man habe sich „jetzt entschlossen, beide Teams zusammenzulegen, um gestärkt in der Landesliga anzugreifen“, erklärt Kotzott. Als Formationsgemeinschaft TSC Hansa Syke/1. TSZ Nienburg sollen zwei Teams in der Landesliga an den Start gehen: Die A-Mannschaft beabsichtigt, direkt oben mitzutanzen, schnellstmöglich den Regionalliga-Aufstieg anzupeilen. Dem jungen B-Team soll Zeit gegeben werden, es darf sich peu à peu entwickeln.

Doch wann geht es überhaupt weiter? Wenn die vergangenen Monate eines bewiesen haben – dann, dass sich alles innerhalb weniger Augenblicke verändern kann. „Im Prinzip hat es uns von einen auf den anderen Tag getroffen“, erinnert sich der Hansa-Pressesprecher an den März, als die Syker Stadtverwaltung die geplante Austragung des Formationsfestivals in der Olympiahalle untersagte. „Wir hatten natürlich Verständnis“, sagt Kotzott. Und doch war es eine Zäsur. 400 bis 500 Tänzer wären zu den Turnieren gekommen, dazu wie in den Vorjahren mehr als 1 000 Zuschauer. „Aber wenn die Stadt sagt: ,Geht nicht’ – dann geht es eben nicht.“ Und damit ging es erst richtig los. „Fast stündlich folgten neue Turnier-Absagen – und so war innerhalb von 24 Stunden unsere Saison beendet.“

Der Wegfall des eigenen Events sei finanziell ein herber Einschnitt gewesen. „Zum Glück haben wir in den Vorjahren gut gewirtschaftet“, betont Kotzott. Allein durch die Ausrichtung des Zweitliga-Turniers 2018, „als die Halle ja fast aus allen Nähten platzte“ (Kotzott), seien noch Rücklagen vorhanden. Dennoch schmerze das verlorene Jahr. In der Saison 2020/21 soll der Re-Start gelingen. Die Syker haben sich für die Ausrichtung von Zweitliga-Turnieren beworben. „Wir hoffen natürlich, dass wir den Zuschlag bekommen. um wieder hochklassigen Tanzsport präsentieren zu dürfen.“

Von Daniel Wiechert

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