Neun Spiele, neun Siege: Wetschen rockt Bezirksliga / Aufstieg noch kein Thema

Um Bodenhaftung bemüht – mit scheuem Blick nach oben

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Erste Herren-Saison – und brandgefährlich: Ricardo Tenti (vorn) traf bereits elf Mal für Wetschen. Auch Neuzugang Philipp Nüßmann (hinter ihm) zählt zu den „Jungen Wilden“ des TSV, die derzeit in der Bezirksliga Sieg um Sieg einfahren.

Wetschen - Von Cord Krüger. Neun Spiele, neun Siege, 27 von 27 möglichen Punkten, bereits acht Zähler Vorsprung auf Platz zwei: Trainer Thomas Otte hat momentan nichts zu meckern. „Das macht schon Spaß“, gesteht der Trainer des TSV Wetschen, dessen blutjunge Fußballer derzeit die Bezirksliga rocken. Doch gleichzeitig nervt es ihn. Nicht diese Dominanz an sich, sondern die für ihn verfrühten Loblieder. „Hängt mir das jetzt bloß nicht zu hoch!“, bittet der TSV-Coach alle Fans um Bodenhaftung.

Immerhin: Seine Kicker muss der 48-Jährige nicht erden. Sie funktionieren wie geschmiert, fangen dank ihres Zusammenhalts selbst schmerzliche Ausfälle auf, kämpfen notfalls – und bleiben realistisch, „weil wir viel sprechen“, schildert Otte. Etwa nach dem knappen Sieg gegen Scharrel trotz Überzahl: „Wenn wir weiter unten in der Tabelle gestanden hätten, hätten wir das Ding verloren.“

Doch Wetschen siegte heiter weiter – trotz der noch andauernden Rotsperre gegen Andre Krause. „Ihn

Es klappt alles –

trotz Krauses Sperre

können wir nicht gleichwertig ersetzen. Aber Benjamin Priesmeier, Marwin Meyer und Niklas Krankenberg haben die Lücke gut ausgefüllt“, lobt der Coach die Kompensation durchs Kollektiv im defensiven Mittelfeld. Weiter vorn agiert sein Team ebenfalls sehr variabel: Falls Top-Stürmer Ricardo Tenti (bisher elf Treffer) oder der letztjährige Torschützenkönig Nils Unger mal an die Kette gelegt werden, knipsen eben andere – wie Steffen Winkler oder Hendrik Rahe.

Erstaunlich erwachsene Ausweichmanöver für Ottes „Jungs“, von denen viele wie der bisherige Juniorentrainer des JFV RWD (Rehden-Wetschen-Diepholz) gerade ihr erstes Herren-Jahr bestreiten. „Lampenfieber und feuchte Hände“ habe der 48-Jährige vor seinem Start im Seniorenbereich gehabt, räumt der Coach ein. „Wenn es nicht mein Heimatclub gewesen wäre, hätte ich den Job nicht angenommen.“ Und wenn seine Ex-Schützlinge Tenti, Rahe, Krankenberg, Lars Schulze und Marco Babilon nichts von ihrem Jugendtrainer gehalten hätten, wären sie kaum mitgegangen. „Die Gespräche mit ihnen haben nicht lange gedauert“, verrät Otte.

Volles Vertrauen in den Chef, blindes Verständnis auf dem Platz – dies, gepaart mit jugendlichem Biss und Erfahrung von Führungsspielern wie Unger, Krause und Kapitän Priesmeier, ergab das ausgewogene Erfolgsrezept ohne Hauptzutaten. Denn „alle ordnen sich unter, keiner murrt, wenn er auf der Bank sitzt.“ Einzig Krause „hat einen Sonderstatus, doch das habe ich den Jungs schon immer gesagt“, erzählt Otte über den Mittelfeldmann, der gerade ein Haus baut und daher schon mal beim Training fehlt. „Aber Andre geht im Spiel immer voran.“

Und er könnte mit seiner Landesliga-Erfahrung bald noch wichtiger werden. Wenn es nämlich „bis zum Winter weiter so läuft, setzen wir uns zusammen und überlegen, welchen Weg wir gehen“, schildert Otte. Vergangene Saison hatte der letztjährige Zweite auf den Aufstieg verzichtet. „Wenn die Spieler diesmal wollen und die Chance besteht, ziehe ich mit“, verrät der Versicherungskaufmann. Unter einer Bedingung: „Wir würden die Landesliga dann mit der Aufstiegsmannschaft angehen – möglichst ohne einen personellen Umbruch. Selbst auf die Gefahr hin, dass wir öfter mal Lehrgeld zahlen.“

Bei Klaus Recker rennt er damit offene Türen ein, denn ein umfangreiches Nachrüsten „ist bei unseren finanziellen Mitteln nicht drin“, mahnt der TSV-Vorsitzende. „Doch wenn sich Spieler und Trainer klar zum Ziel des Aufstiegs bekennen, werden wir die Au-

Landesliga? Chef Recker

hätte nichts dagegen

gen nicht davor verschließen.“ Das hätte der Vorstand auch vergangene Saison nicht getan, die damalige Mannschaft habe sich hingegen nicht so klar pro Landesliga positioniert. „Also reifte der Beschluss, das Team zu verjüngen und damit wieder an die Tür zur Landesliga anzuklopfen“, blickt Recker zurück.

Dieses Klopfen wird nun lauter und lauter – „zur Überraschung von uns allen“, schmunzelt Recker. Doch Otte tritt auf die Euphoriebremse: „Erstmal genießen wir den Moment.“ Und sollten seine „Jungs“ am Samstag gegen Twistringen wieder gewinnen, dauert die dritte Halbzeit dieses eingeschworenen Haufens länger als nach den bisherigen Spielen und Trainingsabenden. „Das kam neulich tatsächlich zur Sprache. Mit 30 Punkten hätten wir nämlich den Klassenerhalt sicher“, grinst der Trainer.

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