Mehmet Koc kann sich ein Rehdener Spiel mit drei Spitzen auch künftig vorstellen

Neues Wohl- und Wir-Gefühl

Kreis-Diepholz - Von Cord KrügerREHDEN · Sein letzter „Dreierpack“ liegt lange zurück – doch dieser 19. März 2005 veränderte das Leben von Mehmet Koc: Als der damalige Stürmer des OSC Bremerhaven beim 9:1 gegen Vatan Sport drei Tore schoss, schrieben die Späher des VfB Oldenburg eifrig mit. „Eigentlich wollten sie einen anderen beobachten – aber dann haben sie mich angesprochen“, erzählt Koc grinsend. So wechselte er im selben Sommer vom Verbandsligisten in die Niedersachsenliga, blieb dreieinhalb Jahre beim VfB und kam von dort zum BSV Rehden. Hier fühlt sich der heute 29-Jährige richtig wohl – vor allem seit Sonnabend, als er beim 7:0 gegen Rotenburg endlich mal wieder drei Treffer markierte.

Zudem bereitete der Türke drei weitere Tore des Oberligisten vor – der beste Beleg für seine Uneigennützigkeit. „Es hat einfach alles gepasst“, wunderte er sich noch gestern über den Spielverlauf. Warum es für ihn und die Mannschaft so gut lief, erklärt er sich mit der dürftigen Partie bei Göttingen 05 in der Vorwoche: „Auf der Rückfahrt haben wir uns im Bus gesagt, dass so etwas nicht angehen kann.“ Jenes 0:0 bis zum witterungsbedingten Spielabbruch „hat uns alle gewurmt. Das war unterirdisch.“ Also schworen sich die Teamkollegen gegenseitig, im Training noch eine Schippe draufzulegen. „Es war eine Super-Woche – jeder hat 100 Prozent gegeben“, erinnert sich Koc. Zudem schärften ihm Zweittorwart Christian Ceglarek und Trainer Jürgen Stoffregen ein, vor dem Tor nicht so viel zu überlegen. „Sie meinten, es muss nicht immer schön aussehen – Hauptsache, die Dinger gehen 'rein“. Dass sein Sprint zum frühen 1:0 und das 3:0 direkt neben den Innenpfosten trotzdem schön aussahen, gab ihm noch mehr Selbstvertrauen. Aber dies allein brachte nicht den Durchbruch, wie der Familienvater verdeutlicht. Vielmehr habe Cüneyt Özkan als dritter Stürmer ihm und Offensivpartner Erdal Ölge die entscheidenden Räume verschafft: „Cüneyt hat zwar leider nicht getroffen, aber immer mindestens zwei Leute auf sich gezogen – das brachte uns Platz.“ Umso mehr würde er sich freuen, wenn Trainer Jürgen Stoffregen im nächsten Spiel beim TSV Ottersberg wieder drei Spitzen aufbietet: „Wir verstehen uns super“, sagt der Offensiv-Allrounder über dieses Trio. Dass er und Özkan türkische Wurzeln haben und Ölge kurdischer Abstammung ist, „spielt bei uns überhaupt keine Rolle. Jeder respektiert jeden.“

Das gilt offenbar genauso für den gesamten Verein. „Es gibt einige Clubs, die einem gern einen festen Job zusagen – aber wenn man dann als Spieler erstmal unterschrieben hat, ist das schnell vergessen. Hier wurde alles gehalten, was mir versprochen wurde – und es wird strikt zwischen Fußball und Arbeit unterschieden“, sagt der bei „BTR-Logistik“ in Rehden beschäftigte Stürmer. „Wenn es also mit dem Fußball nicht mehr laufen sollte, hoffe ich, dass ich bleiben darf.“

Doch im Moment läuft's für ihn und den BSV – allerdings weiß der 29-Jährige, wo er sich noch verbessern könnte. „Kämpferisch und läuferisch passt das, aber ich muss meinen Körper mehr einbringen und besser den Ball abschirmen. Auch an meinem linken Fuß sollte ich arbeiten.“

Jedenfalls will er seine Quote aus der Vorsaison von acht Treffern toppen und an die 13 Tore aus seiner ersten Rehdener Serie von 2009/2010 heran kommen. Fünf hat er jetzt schon. „Wir müssen nur jetzt endlich auswärts auch mal zeigen, was wir können.“ Im eigenen Stadion brannten die BSV-Kicker zuletzt stets ein Feuerwerk ab, wie die Bilanz von vier Siegen und 18:1 Toren zeigt. Schade nur, dass Rehden im Zuschauerschnitt trotzdem recht weit unten rangiert. „Aber wir sind hier eben etwas ländlicher. Doch wenn die richtig guten Gegner da sind, kommen auch mehr Leute.“ Zum Beispiel in der Regionalliga? „Ja, genau da wollen wir hin. Wenn wir dieses Jahr nicht den Aufstieg schaffen, sollten wir besser alle mit dem Fußball aufhören…“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Österreichs ursprüngliche Alpentäler

Österreichs ursprüngliche Alpentäler

Was wir von den großen Reisenden lernen können

Was wir von den großen Reisenden lernen können

Der Millionenschlager Toyota Land Cruiser

Der Millionenschlager Toyota Land Cruiser

Heide Park Soltau nach Corona-Zwangspause wieder geöffnet

Heide Park Soltau nach Corona-Zwangspause wieder geöffnet

Meistgelesene Artikel

Helmerking macht´s erneut

Helmerking macht´s erneut

„Alle haben sich riesig gefreut“

„Alle haben sich riesig gefreut“

Punktspiele erlaubt: Die ersten Tennisbälle fliegen ab Juni

Punktspiele erlaubt: Die ersten Tennisbälle fliegen ab Juni

Weyhe profitiert vom Abbruch in Bremen

Weyhe profitiert vom Abbruch in Bremen

Kommentare