Rehdens Trainer ist fündig geworden – in Berlin? / Schops tendiert zur Pause

Neuer Job für Muzzicato

„Fußball ist mein Leben“, sagt Rehdens Trainer Benedetto Muzzicato, der bald eine neue Aufgabe übernimmt.

Rehden/Sulingen - Von Malte Rehnert. Der eine hat eine klare Entscheidung getroffen, beim anderen gibt es zumindest schon mal eine Tendenz.

Benedetto Muzzicato (40) vom Fußball-Regionalligisten BSV Rehden und Maarten Schops (43) vom Landesligisten TuS Sulingen hatten vor geraumer Zeit verkündet, ihre Trainerstühle am Saisonende räumen zu wollen. Der Rehdener Coach steht inzwischen bei einem neuen Club im Wort – beim Sulinger deutet, obwohl er gerade erst die A-Lizenz erworben hat, einiges auf eine schöpferische Trainer-Pause hin.

Benedetto Muzzicato

Die Unterschrift ist noch nicht erfolgt, die Verträge werden aber bereits vorbereitet. „Ja, ich habe einem Club zugesagt“, bestätigt der 40-Jährige, der den BSV Rehden am Saisonende auf eigenen Wunsch verlässt. „Ich bin superglücklich, kann dort unter Profibedinungen arbeiten. Das ist für mich der nächste Step.“ Er mache „kein Gehemnis daraus, dass ich in meiner Karriere irgendwann im Profibereich landen möchte“. Auf welchen Verein seine Wahl gefallen ist, verrät Muzzicato noch nicht. Nach Informationen dieser Zeitung führt aber eine ganz heiße Spur zum Nordost-Regionalligisten Viktoria Berlin. Dorthin zieht es auch Yannis Becker (28), den Muzzicato einst nach Uphusen und dann Rehden gelotst hatte. Die Hauptstädter haben Ende April ihren Coach Jörg Goslar entlassen, aktuell sitzt dort Alexander Arsovic auf der Bank – interimsweise.

Muzzicato verdient mit dem Fußball sein Geld, „seit ich 17 bin“ – erst als Spieler, inzwischen als Trainer. Das ist sein Hauptjob, damit bestreitet er den Lebensunterhalt für sich, seine Frau und die beiden Kinder Lia (9) und Eliano (5). Es muss also auch finanziell passen. Als er damals bei Arminia Hannover wegen einer Disziplinlosigkeit aus dem Kader flog („Ich habe mich daneben benommen“), arbeitete er drei Monate in einer noblen Boutique in Hannover, um über die Runden zu kommen. „Mein Image war dahin, mich wollte keiner mit der Kneifzange anfassen“, erinnert sich der Deutsch-Italiener, der dann doch in Langenhagen landete und seine Laufbahn fortsetzte.

Mittlerweile klingt Muzzicato fast schon geläutert: „Als Spieler hatte ich viele Wechsel, viele Clubs, habe mein Potenzial oft nicht abgerufen. Als Trainer will ich das anders machen – ich opfere viel für meine Karriere.“ Dass er sich den ganzen Tag mit Fußball beschäftigt („24 Stunden am Tag. Ich muss lernen, dass das nicht gesund ist“), kenne seine Familie nicht anders: „Fußball ist eben mein Leben.“ Wenn er demnächst seine neue Aufgabe antritt, bleiben Frau und Kinder in Bremen wohnen.

Maarten Schops

In ein paar Wochen macht der Belgier nach vier Jahren beim TuS Sulingen Platz für Rückkehrer Walter Brinkmann. Nach seiner Ausstiegs-Ankündigung habe es „ein paar Kontakte gegeben“, sagt Schops – vor allem bei der Anfrage seines Ex-Clubs BSV Rehden (siehe Kasten) sei „der Reiz da gewesen“. Doch der 43-Jährige schnappte letztlich nicht zu und sagte gestern: „Ich kann mich immer mehr mit dem Gedanken anfreunden, eine Pause einzulegen und mal Luft zu holen. Die vergangenen vier Jahre waren sehr intensiv.“ 

Fokus auf die Familie: Sulingens Coach Maarten Schops kann sich eine Fußball-Pause gut vorstellen. Fotos: wie, JDI

Durch den Trainerjob habe er im Familienleben mit seiner Frau, Tochter Lotta (4) und Sohn Lenny (1) „das eine oder andere verpasst. Ich möchte da eine bessere Balance reinkriegen, das alles jetzt viel mehr genießen und mitbekommen. Das ist für mich das Wichtigste.“ Momentan ist er viermal pro Woche fußballerisch unterwegs. Hinzu kommt sein Fulltime-Job in Rehden, wo die Familie Schops auch ein Haus hat. Es ist aber durchaus denkbar, dass er direkt weitermacht – „wenn es für mich sportlich reizvoll ist und die Ambitionen vorhanden sind“. Wie er Job, Fußball und Familie dann unter einen Hut bekommt, würde sich erst noch zeigen müssen. Stress macht sich Schops jedenfalls nicht: „Ich bin völlig entspannt und habe mir keine Deadline gesetzt, wann ich eine Entscheidung haben möchte, wie es als Trainer weitergeht.“

Schilling möchte in Rehden „keinen Vollprofi“ – und hätte es „Maarten zugetraut“ 

Der neue Coach beim BSV Rehden soll – anders als Amtsinhaber Benedetto Muzzicato – „kein Vollprofi“ sein, betont Vereinsboss Friedrich Schilling: „Ich möchte möglichst einen Trainer, der aus der Umgebung kommt, aber nicht nur seinen Trainerjob ausübt, sondern auch noch einer Arbeit nachgeht. Das ist alles nicht so einfach.“ Er habe mit mehreren Kandidaten gesprochen, darunter Maarten Schops. Der frühere BSV-Spieler und aktuelle Trainer des TuS Sulingen wäre eine sehr geeignete Lösung: Er wohnt und arbeitet in Rehden. „Wir haben uns mehrfach unterhalten – und ich würde Maarten den Job auch zutrauen“, sagt Schilling: „Aber letztlich passte es bei ihm aus privaten und beruflichen Gründen nicht. Aber Maarten ist ja noch jung. Vielleicht kommen wir später mal zusammen.“ Schops berichtet von „guten Gesprächen“, nennt aber keine Details, warum man nicht zusammenfand. Nur so viel: „Zum jetzigen Zeitpunkt wäre es nicht die richtige Entscheidung.“

Rehden will den Rekord verbessern 

Wenn Eintracht Braunschweig aus der 3. Liga absteigt, könnte es für den BSV Rehden, der am Samstag (14.00 Uhr) bei Holstein Kiel II antritt, eine Klasse tiefer noch mal eng werden – theoretisch. Dass der BSV die Regionalliga Nord verlassen muss, ist nahezu ausgeschlossen. „Wir steigen nicht ab“, betont Trainer Benedetto Muzzicato. 43 Punkte und Platz neun sind zwei Spieltage vor Schluss formidable Werte für den Club – und die zwölf Siege in einer Saison laut Coach sogar Vereinsrekord in der vierten Liga (bisher 11). „Eine richtig gute Nummer“, sagt der Deutsch-Italiener über die Serie, die er kurz vor seinem Abschied gerne noch mit zwei erfolgreichen Spielen verdeln würde. Die Reise zum Tabellensiebten nach Kiel (nur zwei Punkte mehr) ist für Muzzicato, der lediglich auf Augusto Canzian da Silva (Grippe) verzichten muss, die letzte Auswärtsfahrt mit Rehden. „Da wird bestimmt ein bisschen Wehmut aufkommen“, glaubt er. 

Sulingen ist gewarnt vor Bremer 

Die Erinnerungen an den VfL Bückeburg sind bei Maarten Schops teilweise schlecht, letztlich aber gut. „Wir haben im Hinspiel eine sehr gute zweite Halbzeit hingelegt“, erinnert sich der Trainer des TuS Sulingen an den 3:2-Erfolg nach 0:2-Rückstand Ende Oktober 2018: „Wie nach der Pause musst du gegen Bückeburg auftreten“, fordert Schops auch für das Rückspiel seines Tabellensiebten beim Neunten am Sonntag (15.00 Uhr): „Konzentriert, lauffreudig, zweikampfstark und schnell.“ Besonders aufpassen müssen die Sulinger auf VfL-Goalgetter Alexander Bremer (21 Treffer). „Ein Torgarant“, lobt Schops, „auf ihn müssen wir achten, klar“. Ansonsten sei es „nicht so einfach im Moment“, die Spannung hochzuhalten, räumt der Belgier ein: „Wir wollen einfach versuchen, in jedem Spiel das Maximale herauszuholen – und möglichst noch ein paar Plätze klettern. Der Blick soll nach oben gehen.“ mr

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