TV Neuenkirchen zurück in der Bezirksliga / Michael Geisler stolz / Mannschaft bleibt zusammen

Die Feierbiester haben richtig Bock

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Ran an den Hahn: Um 23.35 Uhr zapfte Neuenkirchens Trainer Michael Geisler höchstpersönlich die nächste Runde. Es war nicht die letzte...

Neuenkirchen - Von Arne Flügge. Es war eine lange Nacht, eine sehr lange sogar. Wer als letzter das Licht ausgemacht hat? „Vermutlich die üblichen Verdächtigen wie Timo Lües oder Dennis Fehner“, schmunzelt Spielertrainer Michael Geisler: „Wer es nun war, weiß ich aber nicht.“ Ist ja auch egal. Party war angesagt im Vereinsheim des TV Neuenkirchen nach dem 3:0-Heimsieg über den TuS Wagenfeld. Der Aufstieg in die Fußball-Bezirksliga wurde begossen – und die Feierbiester legten richtig los.

Geisler persönlich zapfte um 23.35 Uhr unter dem Gegröle seiner Jungs die nächste Runde – es ist nicht überliefert, die wievielte es war. Es sollte auch nicht die letzte gewesen sein.

Eine Sause, die sich die Mannschaft nach einer tollen Saison auch verdient hatte. Nur zwei Jahre nach dem Abstieg steht der TV Neuenkirchen wieder in der Fußball-Bezirksliga. Es war eine kräftezehrende, spannende Saison, an deren Ende nun am Wochenende nun die Krönung stehen soll: der Titel! Vor dem letzten Spieltag führt Neuenkirchen die Liga mit einem Punkt Vorsprung vor Mitaufsteiger SV Mörsen-Scharrendorf an. „Jetzt wollen wir auch Meister werden“, sagt Geisler.

Allerdings: Der TVN muss am Sonntag zum Tabellendritten TSG Seckenhausen-Fahrenhorst reisen, Mörsen zum TSV Bramstedt (6.). Doch Geisler verspricht: „Wir werden noch einmal alles raushauen!“

Wie auch immer das Titelrennen ausgeht: Der TVN-Coach ist stolz auf das, was seine Mannschaft geleistet hat. „Für mich ist dieser Aufstieg etwas ganz Besonderes“, sagt der 37-Jährige: „Mit uns hat niemand gerechnet. Keiner hat uns vor der Saison auf dem Schirm gehabt.“ Er selbst habe aber immer an seine Mannschaft geglaubt. Geisler: „Wir haben eine sehr gute Truppe. Und mit etwas Glück und wenig Verletzungen können wir viel erreichen. Das habe ich der Mannschaft gesagt.“

Zudem hat sich der Aufsteiger im Winter in Torben Schoof einen richtig guten Abwehrspieler vom Bezirksligisten FC Sulingen geangelt. „Torben ist eine absolute Granate. Er hat unserer Defensive Stabilität verliehen und dafür gesorgt, dass wir weniger Gegentore bekommen“, lobt Geisler seinen Abwehrspieler.

Als weiteren Pfeiler des Erfolges sieht der Spielertrainer den Siegeswillen der Mannschaft. „Wir haben mal 2:3 in Bramstedt verloren, weil wir unbedingt gewinnen wollten und dann noch einen Konter gekriegt haben“, erinnert sich der Trainer: „Die Jungs sind immer heiß auf Siege.“ Nun, in der Bezirksliga werden sie sich umstellen müssen. Da wird ein Remis manchmal schon Gold wert sein.

Geisler weiß das. Und er setzt dabei auf den gleichen Teamgeist und das mannschaftliche Verständnis, das das Team in der abgelaufenen Spielzeit ausgezeichnet hat: „Die Kameradschaft und die Gemeinschaft sind einfach toll. Allein dadurch haben wir in vielen Spielen immer noch ein paar Prozent mehr herausgekitzelt.“

Ob er selbst weiterhin als Spielertrainer oder nur noch als Coach fungiert, lässt der Geschäftsmann offen. „Es hat mir wieder unheimlich viel Spaß gemacht, zu spielen. Aber ich weiß nicht, ob meine Knochen mit 37 Jahren die Bezirksliga noch aushalten“, so der Coach.

Demnächst werde man sich nun zusammensetzen, um alles etwas genauer durchzuplanen. Wobei Thomas Weiner, ehemaliger Spieler auf Bezirks- und Landesebene, den Trainerstab ergänzen wird. „Er ist absolut heiß und wird uns helfen“, ist sich Geisler sicher. Der Aufstiegskader bleibt komplett zusammen. Wichtig wird sein, jetzt junge Spieler für den Verein zu gewinnen. „Es ist nun sehr entscheidend, für einen starken Unterbau zu sorgen“, fordert Geisler. Damit keine Lücken entstehen, wenn die älteren Spieler in einigen Jahren aufhören. „Doch das ist nicht einfach“, weiß Geisler: „Es ist schwer, junge und gute Spieler zu bekommen.“ Denn der Club habe kein Geld und lebe von der Gemeinschaft.

Trotz dieser Widrigkeiten hat der TV Neuenkirchen nun „richtig Lust“ auf die Bezirksliga, wie Geisler sagt: „Wir können jedes Spiel ohne Druck angehen.“ Das sei in der Rückrunde der Kreisliga anders gewesen, als sich abgezeichnet hatte, dass der TVN aufsteigen kann. „Wir mussten jedes Spiel gewinnen, das war schon eine enorme Belastung“, erinnert sich Geisler. In der Bezirksliga hingegen „kannst du nur gewinnen“. Wichtig sei, guten Fußball anzubieten und die Liga zu genießen.

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