Neu-Trainer krempelt Melchiorshausen um und hat ambitionierte Ziele

Freund versucht es mit „Jugend forscht“

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Das neue Melchiorshauser Trainergespann Wilco Freund (hinten links) und Matthias Bolte (hinten rechts) setzt bei den Neuzugängen überwiegend auf ganz junge Spieler. Ihre Chance suchen (hinten v.l.): Lucas Görgens, Mike Mumpese und Philipp Zabywalski sowie (vorn v.l.): Julio Martin-Hinze, Alex Langer und Jason Mark Traemann. Auf dem Bild fehlen: Lucas und Yannik Chwolka, Ben Neubert, Pascal Feldmann, Thorben Kaiser und Thore Freund.

Melchiorshausen - Von Daniel Wiechert. Gemessen an der vergangenen Saison (Rang acht) greift Trainer Wilco Freund hoch ins Regal, was das Saisonziel seines TSV Melchiorshausen in der Bremer Landesliga angeht. „Wir schauen schon auf die Plätze eins bis vier“, sagt der A-Lizenzinhaber: „Dafür müssen wir allerdings hart arbeiten, dürfen nie nachlassen.“

Dank einer guten Vorbereitung glaubt der neue TSV-Trainer, dass diese Ambitionen keine Traumschlösser sind. Dabei hatte die Vorbereitungszeit alles andere als gut begonnen. Beim Württemberg-Cup in Ristedt hagelte es für Melchiorshausen drei Niederlage, mit null Punkten und 1:14 Toren war in der Vorrunde Schluss. Doch seitdem habe sich einiges geändert, berichtet Freund: „Wir haben es in den acht Wochen mit jeweils vier Trainingstagen geschafft, eine Einheit hinzukriegen. In der vergangenen Saison hat es hier ja immer Schwierigkeiten mit der Trainingsbeteiligung und der Einstellung gegeben. Davon habe ich nichts gemerkt. Jeder hat Vollgas gegeben, auch die jungen Leute haben durch Leistung überzeugt.“

Überhaupt hat der neue Trainer das Motto „Jugend forscht“ in Melchiorshausen eingeführt. Mit Lucas Chwolka, Yannik Chwolka, Ben Noah Neubert, Jason Mark Traemann, Philipp Zabywalski (alle A-Jugend JSG Sudweyhe), Aljoscha Djurdjevic, Pascal Feldmann, Thorben Kaiser, Alex Langer (alle eigene A-Jugend), Thore Freund (TSG Seckenhausen-F. II) und Lucas Görgens (A-Jugend JSG Stuhr) sind elf neue Jungspunde dabei. Drei davon könnten drei Viertel der Abwehrkette im bevorzugten 4-1-4-1-System stellen. Görgens überzeugte in der Vorbereitung als Innenverteidiger (Freund: „Er hat eine super Spieleröffnung“), Yannik und Lucas Chwolka durften zuletzt oft die defensiven Außenbahnen beackern.

In der Offensive dürfte Julio Martin-Hinze seinen Platz in der ersten Elf zunächst einmal sicher haben. Der vom TSV Weyhe-Lahausen gekommene Außenstürmer beeindruckte Freund in der Vorbereitung. „Er bringt enorme Qualitäten mit“, lobt der Trainer: „Durch seine enge Ballführung selbst im hohen Tempo ist er kaum vom Ball zu trennen.“

Eine Schlüsselposition im Freundschen System nimmt auch Dennis Dörgeloh ein. Der 27-Jährige soll auf der Sechs dem Melchiorshauser Spiel eine defensive Struktur geben. „Dennis ist in der Arbeit gegen den Ball extrem stark. Außerdem soll er auch immer mal wieder abkippen, sich den Ball von den Innenverteidigern holen und den Spielaufbau einleiten“, erklärt Freund Dörgelohs Rolle.

Ein weiterer Stützpfeiler im Zentrum ist Matthias Kastens. „Er ist der Mann, der das Spiel nach vorne transportieren kann und soll“, sagt der 48-jährige Coach.

Beim Rennen um die Nummer eins scheint derzeit Jens Ruscher die Nase vor Sascha Kleemann und Thore Freund zu haben. „Für Jens spricht seine Erfahrung und seine starke Strafraumbeherrschung“, erklärt der Trainer, der überhaupt viel Potenzial in seinem 27-Mann-Kader sieht: „Durch die intensive Vorbereitungszeit weiß mittlerweile jeder, wo er hinzulaufen hat.“ Die Mechanismen im TSV-Spiel würden langsam greifen.

Das ist auch nötig, denn Freund spricht von einem „schwierigen Auftaktprogramm“. Melchiorshausen startet am 30. August auswärts bei DJK Germania Blumenthal (vergangene Saison auf Rang zwölf), bevor es für den TSV gegen den hochgehandelten Aufsteiger FC Oberneuland, den ATSV Sebaldsbrück (11.) und SFL Bremerhaven (4.) geht.

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