6:2 und 6:4 im Finale des 14. Barnstorfer „Barku-Cups“ / Heute beim Future-Turnier in Hannover im Einsatz

Nekic macht sich in Pilles Wohnzimmer breit

+
Der entthronte Michael Pille (li.) schaute etwas grimmig drein, als sein Nachfolger Tim Nekic aus den Händen von Wolfgang Czerny (Vertreter des Turniersponsors Barku/Zweiter v.l.) den Siegerpokal erhielt. Ganz rechts ist Turnierleiter Marco Schlicker zu sehen.

Barnstorf - Von Gerd TöbelmannDie Vorherrschaft von Michael Pille (TC Bad Essen) beim Barnstorfer Tennis-Turnier um den „Barku-Cup“ ist (vorerst) Geschichte. Der viermalige Titelträger erreichte zwar bei der 14. Auflage erneut das Finale, musste sich dort jedoch vor 60 Zuschauern Tim Nekic vom Nordligisten Club zur Vahr Bremen mit 2:6 und 4:6 geschlagen geben. Der Profi kassierte dafür ein Preisgeld in Höhe von 600 Euro, während Pille 400 Euro mit auf die Heimreise nahm.

Seit nunmehr fünf Jahren kommt Pille ins Hunteholz – und verlor dabei noch nie ein Match. Dass diese Serie jetzt reißen würde, zeichnete sich schon im Halbfinale ab. „Da habe ich echt Massel gehabt und hätte schon draußen sein können“, erklärte der 28-Jährige, der beim 7:6, 3:6 und 11:9 gegen den letztlich Drittplatzierten Jonas König (Gladbacher HTC) sogar zwei Matchbälle abwehren musste. Pille hatte vor dem Endspiel denn auch schon so eine Vorahnung: „Favorit bin ich heute bestimmt nicht. Gegen so einen starken Mann wie Nekic habe ich hier in Barnstorf noch nie gespielt.“

Und der 20-jährige Wilhelmshavener, der nur der hohen Klasse wegen in der Vahr spielt, rechtfertigte Pilles Befürchtungen und schoss sich ohne Satzverlust ins Finale, in das er recht zuversichtlich ging: „Ich bin momentan gut drauf und habe gegen Michael vor einem Jahr auf Sand schon mal klar gewonnen.“

Dass Nekic den Barnstorfern überhaupt zusagen konnte, stand auf des Messers Schneide, denn der Vollprofi tingelt durch Deutschland und Europa und ist dabei vor allem bei den sogenannten Future-Turnieren auf der Jagd nach Ranglistenpunkten. Für ein solches Turnier in Hannover, das mit 10 000 Dollar dotiert ist, bekam Nekic einen Platz im Hauptfeld und muss daher erst heute seine erste Runde spielen. Hätte er durch die Qualifikation gemusst, wäre ein Start in Barnstorf unmöglich gewesen. „Ich will meine Grenzen einmal ausloten und setze momentan voll auf die Karte Tennis“, sagte Nekic, der in der deutschen Rangliste an Nummer 43 steht und in der Weltrangliste auf Position 790 gelistet ist.

Gegen Pille hatte er sich bei Temperaturen um die 30 Grad im Schatten eine offensive Ausrichtung vorgenommen. Für Vater Miro, der selbst Tennistrainer ist, war die Sache klar: „Wenn Timo seine normale Form bringt, dass kann ihn Pille nicht schlagen. Aber im Sport ist alles möglich.“

Im ersten Satz hatte der spätere Sieger leichtes Spiel, schaffte zwei Breaks und gewann locker mit 6:2. „Da habe ich echt gut aufgeschlagen und auch sonst wenig Fehler gemacht“, analysierte Nekic.

Im zweiten Durchgang ging es enger zu, weil Pille mehr Zugang zum Match bekam und von der Grundlinie aus weniger Fehler machte. Erst beim Stande von 4:4 kassierte der Titelverteidger das entscheidende Break – wenig später war Nekics 6:4-Triumph nach einer Spielzeit von 73 Minuten mit der Verwandlung des zweiten Matchballes perfekt. Pilles Einschätzung: „Ich habe insgesamt viermal meinen Aufschlag verloren. Das ist in einem Finale natürlich zu viel.“

Vielleicht lag die Niederlage auch daran, dass Pille schlichtweg die Spielpraxis auf gehobenem Niveau fehlte. Mit den Bad Essenern musste er schon nach dem ersten Nordliga-Spieltag die Segel streichen. „Wir hatten zeitgleich drei Ausfälle zu beklagen und keinen Ersatz. Da mussten wir leider zurückziehen. Da in der näheren Umgebung keine entsprechenden Turniere angeboten wurden, habe ich ziemlich wenig gespielt“, erklärte Pille, der 2014 wiederkommen möchte. Das gilt auch für Nekic, der das Barnstorfer Turnier in höchsten Tönen lobte: „Die haben das hier wunderschön aufgezogen. Ich bin schon viel rumgekommen, aber nicht überall wird sich so um die Spieler gekümmert. Ich habe mir vorgenommen, immer da ein Jahr später zu spielen, wo ich den Titel geholt habe.“

Also darf sich die Orga-Crew um Marco Schlicker bei der 15. Auflage („da wollen wir noch mal richtig Gas geben“) auch auf Nekic freuen.

Natürlich sollen auch dann wieder Spieler aus dem Kreis Diepholz am Start sein, deren Erfolgsbilanz in den vergangenen Jahren allerdings mau war. In diesem Jahr schafften nur Tobias Kuhlmann (Barrier TC) und Lokalmatador Carsten Glander den Sprung in die zweite Runde. Schon in Runde eins war unter anderem für Florian Hartje, Spitzenspieler des Oberligisten Barrier TC, Endstation im idyllischen Hunteholz.

Das könnte Sie auch interessieren

Hunde aus dem Tierheim nach Hause bringen

Hunde aus dem Tierheim nach Hause bringen

Intensives Training am Donnerstag

Intensives Training am Donnerstag

„Tag der Menschen mit Behinderungen“ auf dem Freimarkt

„Tag der Menschen mit Behinderungen“ auf dem Freimarkt

Nachgefragt: Das sind die beliebtesten Gewinne auf dem Freimarkt 

Nachgefragt: Das sind die beliebtesten Gewinne auf dem Freimarkt 

Meistgelesene Artikel

Melchiorshausen verspielt in Überzahl 1:0-Führung

Melchiorshausen verspielt in Überzahl 1:0-Führung

Kreisliga: Mörsen demütigt Lahausen

Kreisliga: Mörsen demütigt Lahausen

Ziele verfehlt: Brinkmann muss in Brinkum gehen

Ziele verfehlt: Brinkmann muss in Brinkum gehen

Stuhrs Azzarello „steht immer richtig, auch wenn er mal falsch steht“

Stuhrs Azzarello „steht immer richtig, auch wenn er mal falsch steht“

Kommentare