Lokalsport-Kolumne

Nachspielzeit: Sündermann nach Platzverbot wieder gern gesehen

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Ein Beitrag von Gerd Töbelmann - Herwig Sündermann macht viel für den TSV Melchiorshausen. Der mittlerweile 58-Jährige war mehr als zwei Jahrzehnte Fußball-Spartenleiter und kümmert sich jetzt um die Jugend. Und dennoch wurde er vom jetzigen Sparten-Boss Heiner Böttcher mit einem Bann belegt: Platzverbot bei Spielen der Ersten.

Es fing alles in der vorvergangenen Saison an. Melchiorshausen verlor in der Landesliga Heimspiel um Heimspiel. Böttcher suchte einen vermeintlichen Ausweg und meinte nach einer Niederlage gegen Neustadt zu seinem Freund: „Herwig, Du bringst uns Pech. Bleib’ doch einfach mal zu Hause.“ Sündermann einsichtig: „Versuchen wir es mal.“

Gerd Töbelmann

Einmal hielt er sich nicht dran, wenn auch nur für einen Augenblick. Das war in der Rückrunde eben jener Saison im Spiel gegen Geestemünde. Sündermann war gar nicht richtig an der Bande, fuhr mit seinem Auto am Platz vorbei und musste an einer Kreuzung kurz halten. Einen Blick kann man ja mal riskieren. Just in diesem Moment bejubelten die Bremerhavener einen Treffer. Sündermann dachte sich: „Die sind Tabellenführer. War wohl das 3:0 oder 4:0.“ Weiter ging es mit dem Auto ins Büro nach Barrien. Kurz mal nach Spielende das Internet angeschmissen – und da stand es: Dieses Tor war der Treffer zum 1:1-Endstand, womit die Blau-Weißen noch einen wichtigen Sieg hergeschenkt hatten.

In der Folge ließ sich der vermeintliche Unglücksbringer nicht mehr in der Nähe des Platzes sehen. Das hatte für ihn und den TSV aber auch etwas Gutes. „Ich konnte am Samstag viel Bürokram erledigen, und schließlich sind wir in der vergangenen Saison aufgestiegen.“

Am Samstag gegen Werder III aber nun das Comeback des Mannes, der sozusagen der Rabe auf den blau-weißen Schultern war. Sündermann betrat beim Stande von 1:1 den Platz, stellte sich zusammen mit Böttcher hinter die Bande. Von Unglücksbringer keine Spur mehr: Unmittelbar vor seinen Augen verhinderte Jens Ruscher das fast sichere 1:2, und kurze Zeit später knallte Dennis Dörgeloh die Kugel spektakulär zum 2:1-Siegtreffer in die Maschen. Sündermann ist an der B6 nun wieder gern gesehen.

Hier aber ein Tipp, wenn es doch zum Rückfall kommen sollte: Steckt dem Mann fünf Euro für Eintritt und zwei für eine Bratwurst zu und lasst ihn sich Heimspiele der Konkurrenz anschauen. Dann ist der Melchiorshauser Klassenerhalt garantiert gesichert.

Zur Nachspielzeit der vergangenen Woche: Geflüster und ein Kinderwunsch in Heiligenfelde

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