Lokalsport-Kolumne

Nachspielzeit: Geflüster und ein Kinderwunsch in Heiligenfelde

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Ein Beitrag von Sportredakteur Arne Flügge - Stephan Stindt und Christian Meyer, das Trainergespann von Fußball-Bezirksligist TV Stuhr, sind feine Kerle. Klar, während eines Spiels auch schon mal im Aufbrause-Modus. Aber das ist ja normal. Ansonsten sind sie stets zuverlässig, höflich und immer hilfsbereit.

So hatte der SV Heiligenfelde am Sonntag im Topspiel gegen Stuhr kein Eiskästchen, um eventuelle Blessuren seiner Spieler gleich zu kühlen. Kein Problem. Stindt nahm das Stuhrer Tönnchen und stellte es mitten zwischen die Trainerbänke. „Bedient euch“, sagte er - und schon bald nutzte die SVH-Betreuerin das Angebot. Man hilft sich ja gern!

Arne Flügge

Schmerzen ganz anderer Art hatte Mario Rösner. Er ist Unparteiischer beim TSV Weyhe- Lahausen – und stand in dieser Funktion als Assistent an der Seitenlinie. Dumm nur: Er ist glühender Werder-Fan. Und die Bremer spielten eine halbe Stunde zeitversetzt gegen Augsburg. Auch das kein Stolperstein für Stindt & Co. Der Stuhrer Anhang neben der Bank – zumeist ebenfalls den Grün-Weißen zugeneigt – hatte immer ein Auge im Weserstadion. „ Wie steht’s“, fragte Rösner. Stindt beruhigte: „0:0“.

Als dann in Heiligenfelde nach der Pause gut eine Viertelstunde gespielt war, fiel in Bremen das 1:0 für Werder – per Elfmeter. Stephan Stindt bekam es mit, ging zum Assistenten und hauchte ihm von hinten ins Ohr: „1:0 Werder!“ Rösner strahlte.

Wie auch ein kleiner Junge, Stuhr- und Werder-Fan, der neben mir auf dem Geländer der Bande saß, vom Papa tüchtig festgehalten. „Werder führt durch einen Elfmeter“, sagte der Vater zu seinem Sohn, „und was wünscht du dir jetzt für dieses Spiel?“ Es stand in Heiligenfelde 1:1. „Einen Elfmeter für Stuhr, wie bei Werder“, lachte der Kleine. Kurz darauf ein Pfiff, Strafstoß für Stuhr – 2:1. An Wünsche muss man nur fest glauben, dann gehen sie (manchmal) auch in Erfüllung.

PS: Werder verlor noch 1:2. Doch das wollte Stuhrs Coach Stephan Stindt dem Assistenten nun wirklich nicht mehr persönlich mitteilen . . .

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