NACHSPIELZEIT

Fern vom Lärm – Folter für Voß

Es ist und bleibt ein Erlebnis, so ein Bundesliga-Wettkampf bei Bassums Luftpistolen-Schützen. Vor ein paar Jahren hatte ich an dieser Stelle schon mal die mentalen Leistungen in dieser Eliteklasse gerühmt - Von Cord Krüger. damals noch die der Sportgilde Bremen-Bassum, inzwischen nicht mehr im Oberhaus. Am Sonntag nun, beim Heimauftritt des Schützenvereins Bassum von 1848 gegen den SV Kriftel, erlebten die Fans einen ähnlich packenden Fight – in einer Lärmkulisse wie auf Malle. Mir unbegreiflich, wie Denis Rother & Co. bei dieser Volle-Lotte-Rockbeschallung aus den Boxen überhaupt einen Schuss ins Ziel brachten. Na gut, die Akteure da vorn an den Schießständen trugen teils doppelten Gehörschutz. Eine Ausstattung, um die ich sie angesichts der zwei Krifteler Anhängerinnen mit ihren massiven Holzratschen direkt vor mir arg beneidete. Mit stoisch-sturer Konstanz ließen sie ihre Instrumente während der kompletten Gefechtsdauer kreisen. Meinen Kollegen vom Weser-Kurier ließ das kalt – er verharrte mit gebanntem Blick zu den zwei Anzeigetafeln, auf denen in Echtzeit die gerade geschossenen Ergebnisse aufploppten. „Das ist ja spannender als früher das Videotext-Gucken“, meinte der Redakteur neben mir, während er sich nervös die Unterlippe zwischen die Zähne schob. Tosender Jubel um uns bei jeder Zehn, kollektives Aufstöhnen in der Runde, wenn mal „nur“ eine 8,5 auf der Leinwand erschien. Unsereiner hätte bei dem Krach nicht mal aus drei Metern einen Sattelzug getroffen, womöglich nicht mal sitzend und aufgelegt. Übrigens ein Grund, warum ich Kirmes-Schießbuden seit Jahren vom Kugelhagel verschone.

Fazit: Für einen neutralen Beobachter war’s ein faszinierender Besuch. Wie sehr das Ganze aber einem gerade verhinderten Offiziellen fehlt, zeigt das Beispiel von Jens Voß: Bassums Trainer verpasste den 4:1-Heimsieg gegen Bremerhaven und das 1:4 gegen Kriftel wegen seiner Reha zum Wohle des lädierten Rückens. Manager Thomas Bremer musste ihn telefonisch auf dem Laufenden halten. „Es war hart für ihn“, berichtete Bremer: „Er hat sich sogar extra für einen Zehn-Euro-Busausflug angemeldet, um sich ein bisschen abzulenken.“ Nur gut für Voß und die Bassumer, das er beim nächsten Heimspiel wieder mittendrin im Rämmi-Dämmi ist.

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