Nach Triumph über Dasbach ein weiteres 3:2 gegen Mitaufsteiger Brühl / Voß: „Nichts für schwache Nerven“

Zwei Siege: Bassums Bundesliga-Start nach Maß

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Es scheint so, als mag Denis Rother (l.) gar nicht mehr hinsehen, was Manfred Ley gerade geschossen hat. Doch der Bassumer Schütze wendet sich hier nur ab, um Konzentration zu sammeln.

Kreis-Diepholz - Von Cord Krüger. BassumKreis-Diepholz - Von Cord Krüger. Gleich zu Beginn seiner zweiten Serie legte Albert Grieskamp einfach seine Luftpistole ab und mischte sich im Zuschauerraum unter die Fans des Schützenvereins Bassum von 1848. „Bei Bedarf muss das mal sein, um alles hinter sich zu lassen“, berichtete der 50-Jährige nach seinem Duell gegen die 30 Jahre jüngere Nadine Reichelt. Gestern Nachmittag hatte der Routinier des Bassumer Bundesliga-Rückkehrers diesen Bedarf, als er im Gefecht gegen den Brühler Schießclub 70 zunächst nicht auf die für ihn gewohnte Ringzahl kam. Am Ende reichte es aber doch – für Grieskamp zu einem 366:361 gegen die Brühlerin und für die 1848er zu einem 3:2-Sieg gegen den Mitaufsteiger. Der zweite Erfolg im zweiten Wettkampf des Wochenendes.

„Von daher“, urteilte Bassums Sportleiter Jens Voß, „war es für uns ein Start nach Maß“. Mit der gestrigen Gesamt-Ringzahl zeigte er sich jedoch nicht einverstanden: „Das könnte auf Dauer zu wenig sein.“

Auch Denis Rother wollte seine 364 Ringe an der Spitzenposition gegen Manfred Ley „lieber nicht so groß erwähnt“ sehen: „Ich bin nur froh, dass meine Nerven ein bisschen besser gehalten haben als Manfreds“, atmete er nach seinem 364:356-Erfolg tief durch. Als Rother seinen letzten Schuss abgegeben hatte, marschierte er in den hinteren Bereich der Bassumer Anlage, um die letzten Ergebnisse von Konkurrent Ley nicht live miterleben zu müssen. Alles sah nach einem Sieg für den Brühler und damit einem 3:2-Gesamttriumph der Gäste aus. Doch Ley hatte in den letzten drei Versuchen „gefühlt eine Tonne Gewicht“ auf dem Abzug, bekam den Finger nicht mehr krumm. Und nach einer Sieben stand so gut wie fest, dass es für Rother, der mit der einzigen 10,9 den Tagesbestwert hinlegte, reicht.

Zuzüglich des vorherigen 358:336 von Martin Mohnke über Torsten Moses an Position vier waren damit die nächsten beiden Mannschaftspunkte im Sack. Zwar agierte Sascha Sandmann mit 374 Ringen in seinen vier Serien von jeweils zehn Schuss am konstantesten, „aber niemand konnte ahnen, dass Philipp Sersch so stark drauf ist“, schnalzte Rother angesichts der 379 Ringe mit der Zunge. „Ich hätte Sascha den Sieg wirklich gegönnt.“

Mit Blick auf dessen Durchschnittswerte geht Voß davon aus, „dass Sascha jetzt auf Position eins unserer Setzliste vorrückt“. Denn bereits am Vorabend gegen den SV Falke Dasbach hatte Sandmann sein Duell gewonnen – und Eric Ceglowski mit 370:363 auf Distanz gehalten. Weil sich zudem Stefan Pabstmann mit vier Ringen Abstand gegen Uwe Töns durchsetzte und an Position eins Denis Rother im Duell gegen Matthias Schwender dominierte, feierte Bassum nach fünf Jahren Erstliga-Abstinenz mit dem 3:2 ein gelungenes Comeback in der höchsten deutschen Luftpistolen-Klasse.

Albert Grieskamp überzeugte ebenfalls, musste in seinem Gefecht gegen Heiko Litterscheid aber ins Stechen. Nach dem 374:374 setzte sich der Dasbacher mit 10:9 durch.

Trotzdem zog Jens Voß nach diesem Start ein positives Fazit, „schließlich gehört Dasbach zu den etablierten Teams in der Bundesliga“. Die gestrigen Ergebnisse im Aufsteiger-Duell fielen mäßiger aus. „Das war nichts für schwache Nerven“, räumte der Sportleiter ein. „Kommt das noch einmal vor, muss sich jemand mit einem Defibrillator neben mich stellen“, sorgte sich Voß um sein Herz.

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