Kunzendorf: „Notfalls bis zur letzten Instanz“

Brinkumer SV geht in die Offensive

Brinkums Manager Frank Kunzendorf beklagt fehlende Gleichbehandlung

Brinkum - Von Arne Flügge. Nach dem ersten Schock über den Lizenzentzug für die Fußball-Bremen-Liga hat der Brinkumer SV jetzt seinen Kampfanzug übergestreift und geht in die Offensive. „Wir werden Einspruch einlegen und gegen das Urteil vorgehen. Und das notfalls bis zur letzten Instanz“, kündigte BSV-Manager Frank Kunzendorf an.

Management, Vorstand, Trainer und Spieler hatten am Dienstagabend die weitere Vorgehensweise abgesprochen. „Die Mannschaft hat sehr gut trainiert. Die Jungs haben sich wirklich top verhalten, eine ganz tolle Einstellung gezeigt“, meinte Kunzendorf: „Auch die Neuzugänge – alle wollen mitziehen.“ Was Trainer Kristian Arambasic bestätigte: „Es gibt keine Schuldzuweisungen seitens der Mannschaft. Sie können mir glauben: Die Verantwortlichen sind völlig fertig. In erster Linie stehen aber Menschen dahinter, und wir lassen sie nicht fallen. Keiner will diesen Verein am Boden sehen. Wir, Mannschaft und Trainerteam, hoffen inständig, dass es in der Bremen-Liga weitergeht.“

Statuten nicht ganz eindeutig

Ob die Mannschaft gewillt ist, gegebenenfalls in der Landesliga zu spielen, „war nur flüchtig ein Thema“, sagte Kunzendorf, „denn wir gehen davon aus, dass wir weiter in der Bremen-Liga spielen werden.“ Die Spieler hätten sich die Unterlagen durchgelesen, „und sie finden wie wir keinen Unterschied zwischen Herren- und Altherrenmannschaft“, ergänzte Kunzendorf. Und genau das war der Knackpunkt. Während der Brinkumer SV mit der Meldung einer Altherrenmannschaft die Zulassungskriterien als erfüllt sieht, kontert der Verband, dass eine Altherrenmannschaft nicht dem Herrenbereich zuzuordnen ist – und verweist auf seine Statuten. Nur sind die nicht immer ganz eindeutig.

So steht unter dem Oberbegriff „Durchführungsbestimmungen Herren 2015/2016“ unter anderem bei Punkt 11: ...folgende Gebühren fallen bei der Zurückziehung von Mannschaften an: Kreisklasse und Alte Herren: 100 Euro; Kreis- und Bezirksliga: 100 Euro; Bremen- und Landesliga: 150 Euro. Damit ordnet der Verband die Alte Herren dem Herrenbereich zu. Andernfalls müsste es ja eine separate „Durchführungsbestimmung Alte Herren“ geben. Somit ist der Einwand des BSV nicht von der Hand zu weisen.

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Für Jörg Bender, Vorstandsmitglied und Co-Trainer des Brinkumer SV, ist daher klar: „Da ist eindeutig vom Verband etwas verpennt worden.“ Bender geht sogar noch weiter. Er habe sich sehr wohl mit den Statuten befasst und mehrfach mit Mitgliedern des BFV gesprochen. „Und immer wieder wurden wir in unserer Meinung bestätigt, dass die Alten Herren zu den Herren zählen und somit alles in Ordnung ist“, meinte Bender. „Vielleicht war ich zu gutgläubig, vielleicht habe ich auch die falschen Leute gefragt. Den Schuh zieh’ ich mir an“, sagte Bender, „doch wenn du die Leute im Verband seit Jahren kennst und dir immer wieder bestätigt wird, dass alles in Ordnung ist, dann verinnerlichst du das und glaubst es auch.

Wer denkt dann schon daran, sich so etwas schriftlich geben zu lassen.“ Jürgen Heijenga konnte auch am Mittwoch noch nicht glauben, warum der Verband erst so spät reagiert hat. Am 1. Mai seien die Gebühren für die Bremen-Liga überwiesen und dem Club grünes Licht gegeben worden. „Und am 21. Juli kommt dann die Nachricht, ihr geht jetzt mal einfach ab“, kritisierte der Vizekapitän. Auch Heijenga beklagt eine mangelnde Fürsorgepflicht des Verbandes, der früher mit den Brinkumern hätte in Kontakt treten sollen. „Doch ein Verein, der viel für die Bremen-Liga getan hat, wird jetzt einfach weggeballert“, echauffiert sich der Fußballer.

Manager Frank Kunzendorf beklagt, dass der Verband bei seinen Beurteilungen mit zweierlei Maß gemessen habe. Sparta und FC Bremerhaven beispielsweise seien lange vom Verband geduldet worden, weil sie angekündigt hatten, zu fusionieren, um den notwendigen Unterbau im Jugendbereich zu haben. „Sie haben sie auf Bewährung spielen lassen“, sagt Kunzendorf: „Da machen sie du, du, du – und bei uns ziehen sie das so durch.“

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