Fußballverband honoriert Integrationsarbeit des TSV Heiligenrode in der Flüchtlingshilfe

Nach holprigem Start nun etwas Hilfe

Fußball-Kreis-Boss Andreas Henze übergab Heiligenrodes Drittherren-Trainer Raphael Hiller und Spartenleiter Tim Kevin Tillner (v. r.) die Zuwendung für die Integration von Flüchtlingen. - Foto: Krüger

Heiligenrode - Der Start verlief – gelinde ausgedrückt – ein wenig holprig. „Ursprünglich wollten zwei Jungs neu bei uns einsteigen“, erinnert sich Raphael Hiller ein knappes halbes Jahr zurück. Die „Jungs“ stammten aus Eritrea, und die Flüchtlingshilfe Stuhr hatte beim Trainer des TSV Heiligenrode III angefragt, ob die Asyl suchenden jungen Männer bei den Fußballern aus der 4. Kreisklasse mitkicken dürften.

Nach nur einem kurzen Gespräch und dem Ausloten der gegenseitigen Sympathien sagten die Heiligenroder zu. „Und zum nächsten Training kamen schon vier“, schildert Hiller schmunzelnd. „Dabei hatten wir erst ein Paar Fußballschuhe und einen Trainingsanzug zusammengesucht.“ So kam es, dass einer der „Neuen“ barfuß über den Platz rannte – dabei aber seinen Spaß hatte. Eine Woche später hatte der Verein seine neuen Kicker allerdings eingekleidet.

Damit künftig der „Nachschub“ funktioniert, erschien am Dienstagabend der Fußball-Kreisvorsitzende Andreas Henze auf dem Gelände des TSV. Er überreichte im Namen des Niedersächsischen Fußball-Verbands einen Scheck über 500 Euro – aus dem Topf der Initiative „1:0 für ein Willkommen“, den die Egidius-Braun-Stiftung des DFB eingeführt hat. Damit sollen Clubs Unterstützung erfahren, die sich für die Integration von Flüchtlingen einsetzen. „Und weil auch wir vom Fußballkreis nie mit leeren Händen kommen, habe ich noch einen Ball mitgebracht“, verdeutlichte Henze. Zudem übergab er eine Urkunde – unterzeichnet von NFV-Präsident Karl Rothmund. Hiller und TSV-Spartenleiter Tim Kevin Tillner berichteten, dass das Antragsverfahren für diesen einmaligen Zuschuss relativ unbürokratisch verlaufen sei. Nun, nach Erhalt und Investition der Summe, müssen sie die entsprechenden Belege wieder beim NFV einreichen.

Henze unterstrich, dass der Verband in Niedersachsen darum bemüht sei, die Fußballer schnellstmöglich auch mit Spielerpässen auszustatten und dies – anders als der DFB – auch noch vor einem festen Bleiberecht umsetze.

Gut für die Clubs aus Niedersachsen, doch für einen Ex-Heiligenroder kommt es zu spät. Drei der vier Afrikaner zählen noch zur Heiligenroder Dritten, ein Mitspieler aus Mali wurde vergangene Woche abgeschoben. „Das ist schade“, findet Hiller – und meint damit die menschliche, aber auch die sportliche Komponente. „Er konnte wirklich etwas am Ball.“ Nun hofft er, dass die drei Kicker aus Eritrea bleiben dürfen. „Es ist zwar manchmal noch ungewohnt, wenn ich bei meinen Ansprachen im Training oder in der Kabine öfter mal Pausen machen muss, damit jemand das ins Englische übersetzt – aber das wird schon.“ - ck

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