START IN DIE SAISON Von Helene Fischer bis 2Pac ist in der Vilser Marktplatzarena alles dabei

Musik-Chaos in der Kabine

Die Neuzugänge des SV Bruchhausen-Vilsen (v.l.): Hauke Wortmann, Hauke Schröder und Benjamin Pinzer. Es fehlt Daniel Albers. 
FOTO: SV BRUCHHAUSEN-VILSEN
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Die Neuzugänge des SV Bruchhausen-Vilsen (v.l.): Hauke Wortmann, Hauke Schröder und Benjamin Pinzer. Es fehlt Daniel Albers. FOTO: SV BRUCHHAUSEN-VILSEN

Bruchhausen-Vilsen – Wenn das keine Vereinstreue ist: Mit Schal, Pullover und sogar einer Badehose kann sich Trainer Patrick Tolle vom SV Bruchhausen-Vilsen einkleiden. Nach dem Aufstieg will er seinen Club nun in der Fußball-Bezirksliga halten – und dabei auf eine starke Defensive setzen, „gerne jedes Spiel“ zu null spielen.

Die neue Saison

Mit welcher Stimmung gehen Sie nach monatelanger Corona-Zwangspause den Fußball-Neustart an?

Die Freude ist riesig, endlich wieder Fußball denken und umsetzen zu dürfen. Und der gesamte Verein freut sich über den doppelten Aufstieg von Erster und Zweiter! Alle sind heiß darauf, den Ball wieder rollen zu sehen.

Worauf oder auf wen freuen Sie sich am meisten?

Ich freue mich in der diesjährigen Bezirksliga auf viele junge, bekannte Trainerkollegen – und darauf, den einen oder anderen Spieler zu treffen, der bereits in unserer erfolgreichen A-Junioren-Zeit beim SVBV gespielt hat.

Welche war/ist die fieseste Übung in der Vorbereitung?

Die Jungs lieben nicht gerade die Treppen- und Waldläufe.

Wer aus Ihrem Team trifft zweistellig?

Für uns ist es egal, wer zweistellig trifft. Gerne dürfen es mehrere Spieler sein.

Wer schafft die meisten Kopfballtore?

Auch das wird eine Überraschung sein – solange wir viele Spiele positiv gestalten können, spielt die Torausführung keine Rolle.

Wer wird der Senkrechtstarter?

Wir haben viele junge Spieler, aber vielleicht wird es jemand sein, den niemand von uns auf dem Zettel hat. Warten wir mal die Vorbereitung und die ersten Spiele ab.

Wer muss am meisten in die Mannschaftskasse zahlen – und wofür?

Wir haben den einen oder anderen dabei, der sein Zeitmanagement nicht so ganz im Griff hat. Plötzliche Urlaubsfahrten von heute auf morgen ohne Absprache stehen an, und so weiter. Es bleibt bestimmt spannend, wer da das Rennen macht.

Wie oft spielt Ihr Torwart zu null?

Gerne jedes Spiel, aber bei der Hälfte der Spiele wäre das schon ein toller Erfolg als Aufsteiger.

Angenommen, Sie dürfen sich einen Spieler eines Liga-Konkurrenten aussuchen: Wen würden Sie nehmen? Und warum?

Es würde bestimmt den einen oder anderen Spieler geben, jedoch bin ich mit unserem Kader sehr zufrieden.

Wer wird Vorrundenmeister – und wie lautet Ihr Saisonziel?

Ich denke, oben werden es der SV Heiligenfelde und der TV Stuhr unter sich ausmachen, den TuS Sudweyhe sollte man jedoch auch nicht unterschätzen. Unser Saisonziel ist klar der Klassenerhalt, und alles andere nehmen wir gerne on top.

Die Mannschaft

Was darf an einem Spieltag auf keinen Fall bei euch fehlen?

Da gibt es wirklich nicht sehr viel. Inzwischen haben wir vor dem Spiel Müsli-Riegel und Traubenzucker, die hat die Torwart-Fraktion aber meistens schon vor der Besprechung eingeatmet. Ansonsten noch der übliche Mannschaftskreis.

Was ist in der Kabine verboten? Was passiert bei Verstößen?

Wir halten das sehr konservativ, die Jungs können sich benehmen. Natürlich gibt es die Klassiker wie Klamotten vergessen oder Handy klingeln, die dann Strafe kosten. Die häufigste Strafe resultiert wohl aus dem Duschen ohne Badelatschen, aber unser Kassenwart ist grundsätzlich sehr gnädig und daher äußerst beliebt.

Welche ist die Lieblingslocation für Team-Abende/Siegesfeiern?

Nach „normalen“ Spielen sind es eigentlich sämtliche Lokalitäten in unserem schönen Ortskern, da sind die Jungs flexibel: Eisdiele, Restaurants oder auch die Herbst- und Frühlingsmärkte – die finden was. Wenn der Blitz aber mal richtig einschlagen soll, geht es fast immer zu „Bensemann“ nach Affinghausen. Einige feiern den Sieg dort aber immer schon einen Abend, bevor es überhaupt einen Sieg gegeben hat . . .

Welches Vereinslied wird im Mannschaftskreis am häufigsten gesungen?

Gesungen wurde unser Vereinslied nur vor einigen Jahren mal von den Neuzugängen auf der Weihnachtsfeier, ansonsten läuft es ja immer vor den Heimspielen. Ich glaube, hören ist in dem Fall auch besser als singen.

Welches Lied darf vor/nach Spielen in der Kabine nicht fehlen? Und wer ist der Kabinen-DJ?

Da herrscht tatsächlich immer Chaos. Inzwischen kann ja jeder per Knopfdruck sein Handy mit der Musikanlage verbinden, deshalb geht das wild hin und her. Im einen Moment steht man noch mit Helene Fischer auf Mallorca, und drei Minuten später fordert 2Pac „Hit Em up“.

Der Trainer

Wer war das Vorbild als Spieler? Wer ist das Vorbild als Trainer?

Als Spieler waren eindeutig Roy Makaay und Claudio Pizarro meine Vorbilder, als Trainer ist für mich die Mischung aus Jürgen Klopp/Pep Guardiola und Jupp Heynckes das Nonplusultra.

Welche Fan-Artikel Ihres Vereins besitzen Sie? Gibt es ein Lieblingsstück?

Schal, Pullover und sogar eine Badehose.

Welche Marotte haben Sie als Trainer?

Nach Siegen war es eine Zeitlang, immer die gleichen Sportschuhe beim nächsten Spiel zu tragen, bis es zur ersten Niederlage kommt.

Was muss passieren, damit Ihnen die Hutschnur reißt?

Kurzfristige Absagen vor Spielen. Disziplinlosigkeit, was das Mannschaftgefüge betrifft.

Wenn wir unser Saisonziel erreichen, werde ich als Trainer . . .

. . . das Abschlussgrillen übernehmen. mr

Zur Info: Schlag auf Schlag: Welcher Vilser Spieler...?

. . . ist der Schnellste im Kader?

Dort haben wir vier bis fünf Raketen, Zeiten habe ich aber leider (noch) keine.

. . . hat den härtesten Schuss?

Hauke Wortmann und Alexander Kues sind weit vorne mit dabei.

. . . ist der Gute-Laune-Beauftragte?

Definitiv Bennet Knake, er kann eigentlich gar keine schlechte Laune haben. Beim Witzeerzählen ist er gleichzeitig der Beste und der Schlechteste, da er aller höchstens drei oder vier Wörter rauskriegt bevor er selbst fast vor Lachen das Bewusstsein verliert. Es lachen dann zwar alle mit, der Witz an sich ist aber meistens gar nicht so witzig.

. . . hat den außergewöhnlichsten Spitznamen? Woher kommt er?

Nick Brockmann wurde „George“ (in Anlehnung an George Clooney) getauft, da er bereits jetzt das ein oder andere matt-silberne Haar durchblicken lässt. Den außergewöhnlichsten Namen hat aber Mathis Mann, er wird „Knauffi“ gerufen.

. . . braucht vor und nach Spielen am längsten in der Kabine?

Nach Spielen und gerade nach dem Training ist Niklas Schröder oft der Letzte. Das liegt daran, dass er den Schlüssel hat und vor dem Abschließen Sachen wegräumen muss.

. . . hat den ungewöhnlichsten Lieblingsclub? Und das skurrilste Idol?

Gerrit Jüttner ist Fan von Hannover 96 und fährt zu jedem Heimspiel. Wie man sich das jede Woche antun kann, ist wirklich rätselhaft. Sein Idol ist zu allem Überfluss dann auch noch Waldemar Anton, was dem Ganzen echt die Krone aufsetzt.

. . . ist die größte Sportskanone?

An Moritz Warnke ist definitiv ein Leichtathlet verloren gegangen. Er ist sehr drahtig und bringt eigentlich alles mit, deshalb wäre er bestimmt ein guter Zehnkämpfer. Aber auch die Art von Zehnkämpfer, die dann beim Kugelstoßen hinterherfliegt und bei 1,28 Metern zusammen mit der Kugel wieder runterkommt.

. . . hat den aufregendsten Job? Und das schrägste Hobby?

Jan-Christoph Kornau. Er reist fast jede Woche auf einen anderen Kontinent und hat daher schon Länder gesehen, die ich nicht mal buchstabieren kann. Schade ist natürlich, dass er deshalb so wenig trainieren kann und stattdessen lieber die Hotel-Buffets leerräumt. Bei den Hobbys ist der Trainer wohl vorn mit dabei. Ich glaube, viel schräger als Turnier-Hühner züchten und damit auch noch zu Ausstellungen zu fahren, geht kaum. Außerdem bastelt Christian Mewes in seiner Freizeit lustige Gips-Figuren.

. . . ist der musikalischste?

Ich glaube, wieder Bennet Knake. Zumindest, was das Singen angeht. Besonders, wenn auch mal eine Art „Ballade“ läuft, legt er alles rein. Dann springen beinahe die Fensterscheiben, entweder wegen seines hohen Gejauls oder aufgrund der zahlreichen Wurfgeschosse, die von den Mitspielern in seine Richtung fliegen.

. . . ist am aktivsten in den Sozialen Medien?

Bei Erik Helms kann man jedes Mittagessen bis Februar 2016 zurückverfolgen. Dennis Böschen informiert allerdings auch über etliche Alltags-Details.

Stenogramm:

SV Bruchhausen-Vilsen

Zugänge: Benjamin Pinzer (TSV Okel), Hauke Wortmann (A-Junioren JSG Schwarme), Hauke Schröder (SG Hoya), Daniel Albers (eigene zweite Herren).

Abgänge: Marcel Schröder (nicht mehr aktiv).

Restkader: Bennet Knake, Timo Brauer - Christian Mewes, Mathis Mann, Gerrit Jüttner, Marten Köhler, Mathis Wohlers, Nick Brockmann, Niklas Schröder, Florian Wacker, Erik Helms, Alexander Kues, Justus Wicke, Moritz Warnke, Jan-Christoph Kornau, Dennis Böschen, Jakob Warnke, Chedli Belkhir, Moritz Wohlers.

Trainer: Patrick Tolle (37), im 3. Jahr.

Co-Trainer: Jörn Meyer, im 2. Jahr.

Saisonziel: Klassenerhalt.

Favoriten: SV Heiligenfelde, TV Stuhr

Hintergrund:

Über die Kaderbreite zum Erfolg – Coach Tolle hat punktuell nachgebessert

Bruchhausen-Vilsen – Allzu viel musste Patrick Tolle am Kader seines SV Bruchhausen-Vilsen gar nicht verändern. Denn: In der vergangenen Saison hat das mit dem Fußballspielen ja mit dem gleichen Kader auch ganz gut geklappt, am Ende stand der Wiederaufstieg von der Kreis- in die Bezirksliga. Und bis auf Marcel Schröder (nicht mehr aktiv) hat kein Spieler den SVBV verlassen.

„Wir haben einen jungen, schnellen Kader“, sagt Vilsens Trainer Patrick Tolle, „und das müssen wir wieder versuchen einzusetzen.“

Nun weiß der 37-Jährige aber, dass das Niveau in der Bezirksliga ein anderes ist als in der Kreisliga. Und darum wollte er sein Team „in der Breite besser aufstellen“. Also werden Benjamin Pinzer, Hauke Wortmann, Hauke Schröder und Daniel Albers die Mannschaft verstärken.

Linksfuß Pinzer kehrt vom TSV Okel zurück und bringt ein Jahr Bezirksliga-Erfahrung mit, die „helfen wird“, hofft Tolle, der seinen Neuzugang auf der linken (offensiven) Außenbahn sieht. Auch Wortmann (A-Junioren JSG Schwarme) ist vorne eingeplant, und sein Trainer hält „große Stücke auf ihn. Er ist unbekümmert, schnell, hat einen guten Schuss und Chancen auf einen Stammplatz.“ Die besitzt auch Albers (2. Herren) auf der rechten Seite, für die Tolle „noch keine Optimallösung gefunden“ hat. Torwart Schröder (SG Hoya) soll „den Konkurrenzkampf ankurbeln“, hofft der SVBV-Coach. fs

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