Trainer tritt zurück / „So nicht vorgestellt“

Muresan-Kis steigt in St. Hülfe aus

Kreis-Diepholz - SANKT HÜLFE · Gestern Abend vor dem Training teilte Rainer Weghöft der Mannschaft des TuS St. Hülfe-Heede mit, dass sie keinen Trainer mehr hat. Der TuS-Spartenleiter hatte schon länger befürchtet, dass Spielertrainer Romulus-Ovidiu Muresan-Kis beim Kreisligisten irgendwann die Reißleine ziehen würde. Am Montag dann war es so weit: Der Rumäne unterrichtete Weghöft von seinem Rücktritt.

„Wir finden es schade, haben aber allerhöchsten Respekt vor dem, was ,Muri‘ für die Mannschaft getan hat“, bedauerte Weghöft den Ausstieg des Mittelfeld-Routiniers. „Doch zuletzt habe ich irgendwie gespürt, dass es so kommt. Es war eine angespannte Situation.“

Am Samstag kam es zur Überspannung. Torwart Etienne Dase fehlte zum zweiten Mal unabgemeldet beim Treffpunkt vor der Abfahrt zum Auswärtsspiel beim SV Dreye, wo es mit 2:7 schließlich die fünfte Niederlage im siebten Spiel setzte. Das war zu heftig für den ehrgeizigen Muresan-Kis, der vor gut einem Jahr von der SG Diepholz zum TuS kam – zunächst als Spieler, nach dem Ausstieg von Coach Jan Maieli als spielender Trainer. Auch zur neuen Saison stellte er sich dieser Aufgabe. „Ich wusste, dass es schwer werden würde – denn wir galten ja von Anfang an als Abstiegskandidat.“ Trotzdem sagte er zu, „weil wir danach mit Leuten, die aus der A-Jugend kommen, etwas Neues aufbauen wollten. Aber so habe ich mir meinen Karriere-Start als Trainer nicht vorgestellt“, gab der 39-Jährige zu: „In der Vorbereitung haben alle mitgezogen, und als es los ging, waren immer wieder zu wenig Leute beim Training.“ Leistungsträgern wie Giovanni Esposito verzeiht er diese Abwesenheit: „Er muss wie andere auch lange arbeiten – doch er hat mit seinen fünf Toren Qualität gebracht.“

Weghöft will nun die Situation in der Mannschaft „genau analysieren“. Das Thema Trainingsbeteiligung war auch ihm zuvor schon zu Ohren gekommen. „Vielleicht hatte ,Muri‘ noch nicht die nötige Routine, um damit richtig umzugehen. Wir haben ihn ja schlichtweg ins kalte Wasser geworfen.“ Bei der Trainersuche will sich Weghöft Zeit lassen, denn „es muss alles passen, also will ich nichts überstürzen.“ Bis zum nächsten Spiel soll Co-Trainer Arne Wiechering das Sagen haben.

Muresan-Kis nimmt sich unterdessen eine Auszeit vom Fußball – so ganz aber dann doch nicht: „Ich werde schon weiter bei den alten Herren der SG Diepholz spielen.“ Komplett ohne Kicken – das hätten sich die Diepholzer bei „Muri“ ohnehin nicht vorstellen können. · ck

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