Motorsportler vom AC Syke bei der Rallye Dakar / Improvisationskunst gefragt

Mit Vollgas über die Anden und durch Wüstentäler

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Daniel, Maximilian und Jürgen Schröder – die drei Thedinghäuser nahmen das Abenteuer Rallye Dakar gemeinsam in Angriff. Nach mehr als 5500 Kilometern kamen die Mitglieder des AC Syke mit ihrem „Nissan Navara“ auf Rang 37 wieder in der argentinischen Hauptstadt an.

Syke/Buenos Aires - Von Heiner Büntemeyer. 5500 Kilometer mit durchgedrücktem Gaspedal durch Sand und Matsch – das ist kein Zuckerschlecken. „Die Teilnahme an der Rallye Dakar wären die schlimmsten 14 Tage, wenn man keinen Spaß daran hätte“, fasst Daniel Schröder seine Eindrücke von dieser Motorsport-Tourenveranstaltung in Südamerika zusammen. Gemeinsam mit seinem Vater Jürgen Schröder und seinem Bruder Maximilian beteiligte er sich an dieser Nachfolgetour der legendären Rallye Paris-Dakar, die noch immer die Bezeichnung „Dakar“ (Senegals Hauptstadt) trägt, aber seit einigen Jahren in Südamerika ausgefahren wird.

Die drei Männer aus Thedinghausen, Mitglieder des AC Syke, gehören zu den norddeutschen Spitzenfahrern der Moto-Cross-Szene. Daniel Schröder absolvierte die Rallye Dakar bereits zweimal mit dem Motorrad (51. und 20. Platz). Jürgen Schröder fährt regelmäßig Offroadrennen in Südafrika, wo er bei einem befreundeten Werkstattinhaber auch den „Nissan Navara“ zusammenschrauben ließ, mit dem sie dieses Mal an den Start gingen. Für das Abenteuer war im Vorfeld Eigeninitiative und Improvisation gefragt gewesen. Die verwendeten Rohre für die Verstärkung von Rahmen und Chassis hatte Jürgen Schröder in seiner Werkstatt in Thedinghausen geschnitten.

Der fertig montierte Wagen wurde schließlich von Südafrika nach Buenos Aires verschifft, wo die erste Etappe anstand. Es wurde ernst: Rund 160 Autos, dazu Motorräder, Quads und sogar Lastwagen – insgesamt mehr als 400 Fahrzeuge machten sich auf die rund 5500 Kilometer lange Rallye. Hinzu kamen noch rund 3500 Kilometer für die Anfahrt zu den verschiedenen Startorten.

Von Buenos Aires ging es quer durch Argentinien über die Anden und schließlich über Chile und Bolivien wieder zurück in die argentinische Hauptstadt. Dabei wurden hohe Bergpässe überquert, es ging durch die knochentrockene Atacama-Wüste und durch den Urwald. Es waren spannende Etappen – mit Hindernissen: In der Wüste steckten sie in einer Sanddüne und verschmirgelten sich dabei die Servolenkung. Doch trotz der Konkurrenz wird sich geholfen. Ein holländischer Lkw-Fahrer eilte herbei und versorgte die Deutschen mit Hydrauliköl. Es blieb nicht das letzte Malheur: Bei einer Etappe durch einen ausgetrockneten Salzsee, der mit einem Schnitt von mehr als 175 km/h durchfahren wurde, korrodierten die Zündkerzenstecker, und zeitweise war es so heiß, dass das Benzin durch Zusatzstoffe vor Selbstentzündung geschützt werden musste.

Auch von Unfällen blieb das Team nicht verschont, es blieb aber glücklicherweise bei Blechschäden – selbst als sie einmal „rollten“. Klingt harmlos, ist es aber nicht. „Rollen“ heißt in der Sprache der Rallye-Fahrer: sich überschlagen. Dank des Sicherheitskäfigs, der die Fahrer umgibt, konnten sie aber ohne große Probleme weiter fahren und kamen schließlich in Buenos Aires an – auf Rang 37. Insgesamt schafften es nur 60 von den rund 160 gestarteten Autos.

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