HSG Barnstorf/Diepholz bezwingt in einem Handball-Krimi TV Bissendorf-Holte

Mosel auf Wolke sieben: Siegtor per Dreher zum 25:24

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So jubeln Sieger und mittendrin Kapitän Nils Mosel (v.l.): Laurynas Palevicius, Cedric Quader, Arunas Srederis, Manuel Pauli, Finn Richter und Andrius Gervé von Oberliga-Vizemeister HSG Barnstorf/Diepholz. ·

Diepholz - Von Matthias BorchardtWahnsinniges Spiel, eine Bombenstimmung und ein ganz glücklicher Nils Mosel: Dank des sechsten Treffers des 31-Jährigen bezwang gestern Handball-Oberligist HSG Barnstorf/Diep holz im Spitzenspiel vor 400 begeisterten Zuschauern in der Diepholzer Mühlenkamp-Halle den TV Bissendorf-Holte mit 25:24 (10:13) und machte gleichzeitig die SG Achim-Baden (besiegte den ATSV Habenhausen II mit 40:17) zum neuen Oberliga-Meister.

Im Mittelpunkt der Feierlichkeiten nach dem Abpfiff stand natürlich Nils Mosel, der sich solch einen Abschied in seinem letzten Meisterschaftsspiel erhofft hatte. Dem Mannschaftskapitän des Vizemeisters standen die Tränen in den Augen: „Das war für mich ein sehr emotionales Spiel – unfassbar. Wir lagen elf Minuten vor Schluss mit vier Toren zurück, haben die zweite Luft bekommen und dann doch noch gewonnen.“ Auch Barnstorfs Trainer Mario Mohrland freute sich: „Die Zuschauer haben ein absolut geiles Handballspiel gesehen, in dem alles drin war. Von uns war es in der zweiten Halbzeit eine ganz starke kämpferische Leistung, das hat einfach Spaß gemacht.“

Während die Gastgeber ausgiebig feierten, hockten die Bissendorfer enttäuscht und geschockt auf dem Hallenboden. „Wir sind alle traurig, dass wir nicht aufgestiegen sind. Das ist sehr schade. Dieses Spiel war für meine junge Mannschaft mit einem Durchschnittsalter von 21 Jahren ein absolutes Highlight. Jetzt gilt es, aus den Fehlern zu lernen“, unterstrich Bissendorfs Trainer Pierre Limberg. Ganz bitter: Durch die erste Auswärtsniederlage in der Saison büßten die Gäste ausgerechnet am letzten Spieltag die Spitze ein und verpassten dadurch den Aufstieg in die dritte Liga.

Dabei befanden sich die Bissendorfer lange Zeit auf der Siegerstraße: So zog Torhüter Henrik Milius den Hausherren mit mehreren Paraden in der Anfangsphase den Zahn. Erst in der fünften Minute gelang Kreisläufer Andrius Gervé das erste HSG-Tor zum 1:2. In der Folgezeit ging’s in der Abwehr zur Sache. Zwar glich Arunas Srederis (5) nach einmal zum 9:9 (22.) aus, doch danach hatten die Bissendorfer den stärkeren Willen, nutzten ihre Chancen mit einem guten Mittelmann Louis Kamp (7/5) besser. Christian Rußwinkel (4) und Simon Mayer (2) per Konter sorgten für eine 13:10-Pausen-Führung.

Nach dem Wechsel ließ Mario Mohrland Rückraumakteur Marius Kasmauskas, der sich in der ersten Hälfte zwei Zeitstrafen eingehandelt hatte, auf der Bank. Für ihn spielte sein litauischer Landsmann Tomas Lenkevicius nun auch im Angriff. Dennoch: Als Sebastian Nüße mit einem Gegenstoß-Tor auf 20:16 (48.) erhöht hatte, deutete einiges auf eine Niederlage der Heimmannschaft hin. Doch nun warfen die Barnstorfer enormen Kampfgeist in die Waagschale, bliesen zur Aufholjagd. In einer guten Phase glichen Andrius Gervé per Siebenmeter, Laurynas Palevicius und Nils Mosel mit drei Toren in Folge zum 21:21 (53.) aus. Zwar legte Matthias Reiser (5) noch einmal zum 22:21 (54.) vor, doch dann läuteten die Barnstorfer ein dramatisches Finish ein. Kamp egalisierte 36 Sekunden vor dem Ende per Strafwurf zum 24:24. Es folgte der Auftritt von Nils Mosel. 15 Sekunden vor dem Ende überwand er von der Rechtsaußenposition Keeper Henrik Milius mit einem Dreher zum 25:24. Wenig später pfiffen die guten Schiedsrichter Volker und Jens Kaiser (HSG Neuenburg/Bockhorn) die denkwürdige Begegnung ab.

Barnstorfs Andrius Gervé, der am Donnerstag erstmals Vater eines Sohnes (Tajus) geworden ist, ärgerte sich über den verpassten Aufstieg nicht: „Wenn es das nächste Mal klappen soll, dann müssen wir noch besser werden.“

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