Kapitän der HSG Barnstorf/Diepholz zieht sich vom Leistungshandball zurück

Mosel: „Ich werde viel mehr mit der Familie unternehmen“

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Das macht Spaß: Der 31-jährige Nils Mosel hat künftig mehr Zeit für die Familie, kann mit Tochter Amelie im eigenen Garten schaukeln. ·

Diepholz - Von Matthias BorchardtEr ist schnell, torgefährlich, Mannschaftskapitän, Motivator und ein Sympathieträger der HSG Barnstorf/Diepholz: Nils Mosel. Nach siebeneinhalb Jahren zieht er sich zum Saisonende beim Handball-Oberligisten HSG Barnstorf/Diepholz aus gesundheitlichen Gründen zurück, bestreitet am Dienstag in der Freundschaftspartie in Rehden (Anwurf 19 Uhr) gegen den Bundesligisten TuS N-Lübbecke vorläufig sein letztes Spiel für die erste Mannschaft. „Ich freue mich, noch einmal gegen einen Erstligisten zu spielen“, sagt der Akteur mit der Nummer sechs.

Der Leistungshandball mit viermal in der Woche Training (während der Vorbereitung sind es noch mehr Übungseinheiten) hat beim 31-Jährigen Spuren hinterlassen, besonders der Rücken (häufig Wirbelblockaden) macht Probleme. Vor allem nach einem Spiel sind die Beschwerden groß. „Das nervt. Ich brauche eine gewisse Zeit, um in den Tag zu kommen“, unterstreicht Nils Mosel, der auch schon einmal mit einem Bandscheibenvorfall ausgefallen war. Da er künftig ohne Schmerzen aufstehen und leben möchte, zieht er nun einen Schlussstrich. „Meine Frau Maïsha hat mich immer unterstützt, sie trägt meine Entscheidung mit“, sagt der in Diepholz wohnende Förderschullehrer und Koordinator der Förderschule in Freistatt, der in Oldenburg noch ein Master-Studium der Sonderpädagogik absolviert.

Nils Mosel hat mit der HSG Barnstorf/Diepholz einiges erreicht und viel erlebt. Er ging dreieinhalb Jahre in der Regionalliga Nord, eine Saison in der dritten Liga West und zuletzt drei Spielzeiten in der Oberliga Nordsee auf Torejagd. Mit zahlreichen Treffern und seiner sympathischen Art hat er sich einen Namen und viele Freunde gemacht. An sein HSG-Debüt am 12. Januar 2007 kann sich der Linkshänder noch gut erinnern: „Wir haben in der Regionalliga den VfL Fredenbeck daheim mit 31:29 geschlagen. Ich hatte acht Tore erzielt und habe auf Anhieb mit Sigitas Stropus gut zusammengespielt.“ Weiteres Highlight in seiner Karriere: Im Spitzenspiel der Handball-Regionalliga Nord trennte sich die HSG Barnstorf/Diepholz am 14. März 2008 vor 676 Zuschauern in der Diepholzer Mühlenkamp-Halle vom späteren Meister VfL Edewecht 26:26.

„Über das Wochenende

frei entscheiden“

Der vierfache Torschütze hat die denkwürdige Partie noch gut vor Augen: „Das war schon ein unglaubliches Spiel, immerhin mussten noch 200 Zuschauer draußen bleiben.“

Doch das ist Schnee von gestern. Was macht Nils Mosel künftig? „Der Mannschaftssport hat mir viel gegeben. Ich kann es mir noch gar nicht so richtig vorstellen, in keiner Mannschaft zu sein. Ich kann jetzt über mein Wochenende frei entscheiden und das machen, wozu ich Lust habe. Ich werde viel mehr mit der Familie unternehmen“, erläutert der Diplomwissenschaftler. Das dürfte sicherlich auch die knapp zweijährige Amelie freuen, denn nun hat ihr Papa mehr Zeit für sie zum Spielen.

Doch ganz ohne Sport wird es beim gebürtigen Ostercappelner nicht gehen: „Ich werde mich körperlich fit halten.“ Da er sowohl im Tennis als auch im Handball über die C-Lizenz verfügt, steigt er beim Weißen Sport wieder ein: „Ich werde Tennis-Training bei der SG Diepholz geben.“

Ganz vom Handball scheint sich Nils Mosel doch noch nicht zu verabschieden. „Ich habe mich schon bei Spielertrainer Malte Helmerking für die nächste Saison für die Partien gegen den TV Bohmte 01 angemeldet“, verrät der pfeilschnelle Rechtsaußen. Gegen seinen Heimatverein (dort spielte er damals als 17-Jähriger in der Oberliga) will er sich das Trikot des Landesligisten HSG Barnstorf/Diep-holz II noch einmal anziehen. „Nur just for fun“, schmunzelt der Vater einer Tochter.

Den Kontakt zur ersten Mannschaft will Nils Mosel trotz seines Ausstiegs nicht abreißen lassen: „Ich freue mich schon, als Zuschauer ein Spiel anzuschauen.“

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