Mörsens Aufstiegstrainer hofft auf verletzungsfreie Bezirksliga-Serie

Gläser vertraut dem Gerüst und schwärmt von Neulingen

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Der SV Mörsen präsentierte vor dem Bezirkspokalspiel seine Neuzugänge (stehend v. l.): Trainer Rainer Gläser, Physiotherapeut Holger Beckmann, Leon Timmermann, Vorsitzender Andreas Siegmann sowie hockend von links: Irfan Cheema, Kay-Simon Sommerfeld und Mark Schröder. Es fehlen Kai Kallert, Mario Wellmann und Maik Bewersdorf.

Mörsen - Von Cord Krüger. Da sind sie wieder! Nach neun Jahren kehren die Fußballer des SV Mörsen-Scharrendorf zurück in die Bezirksliga. Und seitdem das Team von Trainer Rainer Gläser die Kreisliga-Vizemeisterschaft perfekt gemacht hat, steigt das Derby-Fieber: Mörsen gegen den SC Twistringen – dieses Duell hatte es als Pflichtspiel seit Ewigkeiten nicht mehr gegeben. Auch Gläser weiß um die Magie, die diesen „Clasico“ umweht – er hat sie als SVMS-Aktiver selbst miterlebt. „Das muss vor 27 Jahren gewesen sein“, erinnert sich der Donstorfer. „Manche aus der Mannschaft konnten schon vier Wochen vorher nicht mehr schlafen und nichts mehr essen. Ich denke aber, dass es so extrem nicht mehr kommt.“ Viel wichtiger als diese Duelle in Hin- und Rückrunde ist dem 52-Jährigen die Gesamtbilanz nach 30 Partien: Der Klassenerhalt bleibt das Ziel.

Doch der Berufssoldat ist optimistisch, auch in der neuen Liga mithalten zu können. Erstens, weil „meine Fixpunkte in der Stammelf geblieben sind“, sagt er erleichtert. Etwa Bartosz Drozdowski, der im Aufstiegsjahr kein Spiel verpasste, der Abwehr unheimlich viel Stabilität verlieh und zudem noch 15 Mal traf. Oder Serdar Uludasdemir, mit 20 Toren bester Stürmer. Oder Mirsad Stubbla, in seinem zweiten Mörsener Jahr endlich schmerzfrei und als „Zehner“ kaum zu verdrängen. Ihm, aber auch allen anderem in seinem Kader, wünscht der „Chef“, dass sie gesund bleiben. „In unserer vorherigen Saison, gleichzeitig die erste nach dem Umbruch, hatten wir unglaubliches Verletzungspech“, erinnert sich der Stabsfeldwebel nur ungern an seine erste Serie auf der Mörsener Kommandobrücke zurück: „Jedes Mal, wenn mein Telefon klingelte, lief es mir eiskalt den Rücken runter.“

In der abgelaufenen Spielzeit blieb der SVMS von dieser Misere weitgehend verschont. Das Resultat spricht für sich: „Wir haben fast 90 Tore geschossen und mit 29 die wenigsten kassiert – das ist ja schon mal nicht schlecht“, meint Gläser.

Nun kamen neue, hungrige Leute dazu. Im Tor löst Mark Schröder Eike Blome ab, der den Verein mit unbekanntem Ziel verließ. „Mark ist unheimlich ehrgeizig, stark im Rauslaufen, spielt gut mit und strahlt die nötige Ruhe aus. Davon abgesehen, passt er als Typ hervorragend in die Mannschaft“, fasst Gläser seine ersten Eindrücke des neuen Manns vom TSV Bassum zusammen. Zudem freut er sich auf Kay-Simon Sommerfeld: Der offensive Mittelfeldmann vom SC Colnrade „ist gefährlich flott unterwegs“, staunt Gläser: „Es gibt nicht viele, die in den Temporunden mit Bartosz mithalten können. Und Kay hat ein gutes Auge für seine Nebenleute.“

Flexibel im Mittelfeld einsetzbar wäre Irfaan Cheema, der vom BSV Rehden II kam und es in der stetig von oben verstärkten Regionalliga-Reserve nicht leicht hatte. „Aber er ist sehr fleißig, kann was am Ball und wäre eine echte Alternative – ob nun links, rechts oder in der Mitte“, schildert Gläser. Ebenfalls aus Rehden führte Leon Timmermann der Weg nach Mörsen – von den A-Junioren des JFV RWD. „Ein junger, bissiger Mann für die linke Seite – und körperlich sehr robust“, sagt Gläser über den Linksfuß, dem er alle Zeit für seine Entwicklung geben will: „Wer aus der A-Jugend kommt, darf bei mir ruhig mal ein schlechtes Spiel machen“, nimmt sein neuer Trainer den Druck vom Perspektivspieler.

Allerdings hat er nun die eine oder andere Option mehr, um an seiner neuen taktischen Grundausrichtung zu feilen – auch dank der aus der Zweiten beförderten Mario Wellmann und Maik Bewersdorf sowie Kai Kallert vom SC Twistringen II: „Wir wollen jetzt verstärkt von einer Dreier- auf eine Viererabwehrkette gehen“, verrät Gläser. Der B-Lizenz-Inhaber hatte bisher zwar viel Freude an der offensiven Ausrichtung seines Vizemeisters, aber „in der neuen Liga werden unsere Gegner nicht mehr so zurückgezogen stehen.“ Abwehrchef Drozdowski hat nichts gegen eine Viererkette: „Wir haben damit im letzten Jahr angefangen, und es klappt immer besser. Als damals Simon Beuke vom FC Sulingen zu uns kam, hatten wir einen, der das schon verinnerlicht hatte.“ Zudem gebe der neue Keeper Schröder noch mehr Sicherheit: „Mark spielt gut mit und bügelt auch mal den einen oder anderen Fehler von uns aus“, verrät Drozdowski.

Nun hofft Gläser, dass der Mythos Mörsen weiterlebt – und die Gegner mit gemischten Gefühlen den engen Platz am Fuße der B51 betreten: „Bisher sind viele mit reichlich Respekt hierher gefahren. Das ist schön für uns – und wir wollen alles tun, damit das so bleibt.“

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