Brinkums Sven Engelmann und Barnstorfs Heiner Thiemann treffen Sonnabend im Oberliga-Derby aufeinander

„Mitschüler“ von einst auf einmal Gegner

Kreis-Diepholz - Von Cord KrügerBRINKUM/BARNSTORF · Beide stehen sich näher, als es die Blicke auf Landkarte und Tabelle der Handball-Oberliga vermuten lassen. Für Heiner Thiemann, Trainer der HSG Barnstorf/Diepholz, ist die Fahrt zum FTSV Jahn Brinkum auch eine Zeitreise. „Die Vereine haben fast zeitgleich mit diesem Sport begonnen, und irgendwie sind wir in den vergangenen Jahrzehnten gemeinsam durch die Ligen gegangen – von der Kreisklasse oder Kreisliga bis in die Oberliga“, erinnert sich Thiemann.

Wenn sich morgen ab 16.30 Uhr in der Brinkumer KGS-Halle die beiden Handball-Aushängeschilder des Landkreises zum x-ten Mal duellieren, steht der einstige Rückraummann Thiemann als Trainer an der Linie und sieht auf des Gegners Seite „einen Matthias Schneider, der wohl der Sohn meines einstigen Gegenspielers ist“.

Stimmt! Nämlich der Spross von Brinkums Spartenleiter Jürgen Schneider. Auch Matthias' Bruder Christoph fände sich normalerweise in der Aufstellung des Aufsteigers wieder – doch der ist nach Knieproblemen und Bandscheibenvorfall noch nicht so weit. Zudem fehlt Jahn-Coach Sven Engelmann Thorben Schierenbeck wegen seiner Knieblessur aus dem Habenhausen-Spiel, und hinter Ralf Warfelmann steht nach seiner Sprunggelenksverletzung noch ein Fragezeichen. „Doch so oder so freuen wir uns aufs Derby – wie auf jedes Oberliga-Spiel“, unterstreicht Engelmann. Zu Saisonbeginn war er zwar „not amused“, dass weder Meister Bremervörde noch Vize Barnstorf ihr Aufstiegsrecht wahrnahmen und es der Neuling so mit „noch zwei Top-Favoriten mehr zu tun bekommt“, aber er kann die Beweggründe Thiemanns nachvollziehen: „Wir haben vorletzte Saison in der Verbandsliga auch auf den Aufstieg verzichtet, weil ich meinte, dass die Mannschaft noch nicht so weit war.“

Da wäre die nächste Gemeinsamkeit zwischen FTSV und HSG: Auch Thiemann hätte eine neue Liga als noch zu früh für sein Team gesehen. „Da verfolgt Sven ein ähnliches Konzept wie ich“, sagt er über seinen Kollegen, mit dem er einst vor mehr als 25 Jahren in Bremen den Trainerlehrgang absolvierte. Nun der wesentliche Unterschied: Die HSG hat fast alle Mann an Bord – mit Ausnahme des grippekranken Malte Helmerking. Rechtsaußen Nils Mosel wird sich den lädierten Finger tapen lassen, so dass er wohl auflaufen kann.

Außer Verbandszeug – und dem Ball – darf der Kapitän nichts in die Wurfhand bekommen, denn „Backe“ bleibt in der Brinkumer Halle tabu. „Es ist ein Nachteil, wenn man nicht mit Harz spielen kann“, sagt Thiemann, der dann Abstriche in der Qualität und den Spielvariationen hinnehmen muss. „Aber das soll nicht das entscheidende Thema an diesem Sonnabend werden.“ Immerhin diente so der Pokal-Auftritt bei Landesligist HG Winsen/Luhe als Generalprobe für ein Spiel ohne Haftmittel. „Dies und die vorherigen Partien haben gezeigt, dass wir uns immer besser einspielen.“ Das Haupt-Manko liege aber hinten, mahnt der HSG-Macher: „Vergangene Saison hatten wir die beste Deckung der Liga. Davon sind wir zurzeit weit entfernt.“

Engelmann mahnt ebenfalls zu Obacht: „Unsere 6:0-Abwehr muss kompakt stehen, denn die Barnstorfer sind unwahrscheinlich schnell. Aber vielleicht schaffen wir es ja auch, ihre 3:2:1-Deckung zu knacken.“

Vielleicht darf dann Julian Wilkens wieder das eine oder andere Mal jubeln. Der Youngster, in der vergangenen Saison noch der Top-Shooter des Kreisoberligisten SC Twistringen, akklimatisiert sich nach seinen fünf Toren in Habenhausen mehr und mehr. „Wie er auf der Linksaußenposition getroffen und noch zwei Siebenmeter herausgeholt hat, war schon stark“, lobt Engelmann. „Solche Leistungen wünsche ich mir von allen auf allen anderen Positionen. Doch selbst dann wäre ich diesmal mit einem Unentschieden mehr als zufrieden.“

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