Serie Familienbande

Das Motto der Hollwedels: Mit Groß und Klein über Stock und Stein

Sind auch in der Syker Wolfsschlucht zum Training mit ihren Mountainbikes unterwegs (v.l.): Evke, Siri und Jochen Hollwedel.
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Sind auch in der Syker Wolfsschlucht zum Training mit ihren Mountainbikes unterwegs (v.l.): Evke, Siri und Jochen Hollwedel.

Ein Leben ohne ihre Mountainbikes kann sich die Heiligenfelder Familie Hollwedel nicht vorstellen. Vater Jochen und die Töchter Evke und Siri fahren oft viele hundert Kilometer zu ihren Wettkämpfen.

  • Die Hollwedels besitzen insgesamt 18 Räder
  • Von schweren Verletzungen verschont geblieben
  • Töchter spielen auch noch Fußball und Korbball

Heiligenfelde - Momentan boomt die Fahrrad-Industrie. In Zeiten des Corona-Lockdowns haben viele Menschen das Fahrrad neu entdeckt, um auch etwas für ihre Gesundheit zu tun, wenn schon viele Sportarten nicht ausgeübt werden dürfen. Für die Familie Hollwedel in Heiligenfelde trifft das allemal zu. „Wenn ich mal so durchzähle, komme ich auf 18 Räder, die bei uns in der Familie im Gebrauch sind“, sagt Jochen Hollwedel (52). Eine ganze Menge für ihn, seine Frau Melanie (47) und die Töchter Nele (20), Evke (17) und Siri (12). Ein Traum für jeden Fahrradhändler.

Aber es steckt bei den Hollwedels mehr dahinter, als nur mal eine Radtour zu machen. Bis auf Abiturientin Nele, die früher mal in Heiligenfelde Korbball gespielt hat, ist der Rest der Familie mehr als normal auf zwei Rädern unterwegs. Und da ganz besonders mit dem Mountainbike.

Über den Bruder zum Moutainbikesport gekommen

Jochen Hollwedel, der wie seine ganze Familie Mitglied beim RSV Bruchhausen-Vilsen ist, erinnert sich noch ziemlich genau, wie das alles mit dem Radsport angefangen hat: „Das war 1993. Mein älterer Bruder Rolf Hinners fuhr damals schon länger Mountainbike. Irgendwann habe ich dann sein altes Rad übernommen – und bin von diesem Sport nicht mehr losgekommen“, sagt der Bauarbeiter.

Und nach und nach stellten sich auch Erfolge ein. Vor knapp zehn Jahren schrammte Hollwedel bei der Deutschen Meisterschaft in Bad Salzdetfurth als Vierter in seiner Altersklasse nur ganz knapp am Podium vorbei. Danach kehrten er und seine Töchter aber immer wieder zu normalen Wettbewerben an diesen Ort zurück. Hollwedel beließ es nicht nur bei Rennen mit dem Mountainbike, sondern ist auch bei Crossrennen unterwegs.

Und was ist mit Verletzungen? Bei Radsportlern gehen nach Stürzen schon mal gern die Schlüsselbeine zu Bruch. Hollwedel klopft auf Holz: „Mir ist bisher noch nicht so viel passiert. Vor 25 Jahren habe ich mir mal mehrere Bänder in der Schulter gerissen. Das war’s.“

„Ich bleibe auch schon mal zu Hause“

„Im November vergangenen Jahres war ich richtig neidisch auf meine Familie, dass sie mit den Fahrrädern raus durfte“, erinnert sich Melanie Hollwedel. Der Grund für ihre Untätigkeit: Die 47-Jährige musste sich in diesem Monat einer Bandscheiben-Operation unterziehen. Klar, dass Mountainbike-Touren da nicht unbedingt ganz oben auf ihrem Programm standen. Ein komplettes Training ist für Hollwedel nach ihrer Reha immer noch nicht möglich.

Seit 1993 ist sie nun schon mit dem Mountainbike unterwegs. Aber nicht so intensiv, dass sie unbedingt zu jedem Rennen mit muss: „In erster Linie gucken wir, wo Jochen, Evke und Siri starten können. Ich bleibe dann auch schon mal zu Hause, weil bei mir der Leistungsgedanke nicht unbedingt im Vordergrund steht.“

Der Radsport-Virus, in der augenblicklichen Zeit ein eher schöner, sprang auch recht schnell auf die Töchter Evke und Siri über. Evke fing schon mit sieben Jahren mit Radsport an. „Zuerst bin ich mit meinem normalen Fahrrad mit Papa mitgefahren“, sagt die Elftklässlerin. Aber schon bald hatte auch sie ihr eigenes Mountainbike. In Sachen Erfolge hat sie Daddy mittlerweile meilenweit übertrumpft. Vor drei Jahren zum Beispiel holte sie sich den Sieg beim NRW-Cup. Daran sieht man, dass die Hollwedels schon viel Zeit auf sich nehmen, um ihren Sport auszuüben. Es ist keine Seltenheit, dass da am Wochenende schon mal 500 oder 600 Kilometer für An- und Abreise zu den Rennen auf den Auto-Tacho kommen.

Aber Evke Hollwedel ist offenbar mit dem Radsport noch nicht ausgelastet. Zusätzlich spielt sie auch noch beim TSV Lahausen Fußball in der Bezirksliga der Frauen. Zuletzt war das wegen der Corona-Pandemie aber nicht möglich. Dabei verbindet sie auch schon mal beide Sportarten und fährt mit dem Rad zum Fußball-Training. Vater und Mutter holen sie dann mit dem Auto wieder ab. Und was ist ihre Nummer eins? „Kann ich so gar nicht sagen. Beides macht mir sehr viel Spaß“, antwortet die 17-Jährige.

Wenigstens Radfahren ist momentan möglich

Und mittlerweile mischt auch Nesthäkchen Siri kräftig mit. Vor einiger Zeit übernahm sie das alte Rad von Schwester Evke und ist nun auch viel mit dem Mountainbike unterwegs. Und auch für Siri ist eine Sportart zu wenig: „Ich spiele beim SV Heiligenfelde noch Korbball.“ Wie Evke auf Fußball, so musste auch Siri lange Zeit wegen Corona auf Korbball verzichten. Gut, dass es da noch das Rad gibt.

Und so sind die Hollwedels (wenn sie nicht getrennt beim RSV trainieren) auch schon mal zusammen beim Training unterwegs – unter anderem rund um die Syker Wolfsschlucht. Da kommen schon mal anderthalb oder zwei Stunden zusammen. Und muss Vater Hollwedel dann auf seine Mädels warten? „Nee, nee. Papa muss sich ganz schön ranhalten, damit er mit mir mitkommt“, strahlt Evke.

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