Trainer haben mit TuS Sudweyhe noch viel vor

Die Mischung passt bei Jacobeit und Helms

Sind erfolgreich und verstehen sich auch privat prima: Das Trainer-Tandem Benjamin Jacobeit (r.) und Sven Helms vom Bezirksligisten TuS Sudweyhe. Foto: J. Diekmann
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Sind erfolgreich und verstehen sich auch privat prima: Das Trainer-Tandem Benjamin Jacobeit (r.) und Sven Helms vom Bezirksligisten TuS Sudweyhe.

Sudweyhe - Manchmal ist Blut auch beim Sport tatsächlich dicker als Wasser: Zumindest trifft es auf die beiden Cousins Benjamin Jacobeit und Sven Helms absolut zu. Als das Duo im September vergangenen Jahres als gleichberechtigtes Trainerteam den Fußball-Bezirksligisten TuS Sudweyhe übernahm, hatte dieser aus sechs Spielen zuvor nur drei Pünktchen geholt und rangierte auf einem Abstiegsplatz. Was sich unter der Regie des Gespanns Jacobeit/Helms ändern sollte. Nach elf Partien unter ihrem Kommando weist Sudweyhes Punktekonto mittlerweile schon 27 Zähler auf, und der TuS belegt einen exzellenten sechsten Rang.

Wie lässt sich dieser Aufschwung erklären? Jacobeit hat dafür eine ganz simple Antwort parat: „Sven und ich ergänzen uns als Trainer einfach optimal. Ich bin eher der Kopfmensch, und Sven entscheidet oftmals aus dem Bauch heraus. Zusammen ergibt das einfach eine ziemlich gute Mischung. Deshalb wollte ich die Aufgabe auch nur mit ihm zusammen übernehmen. Alleine auf keinen Fall.“

Helms sieht es ähnlich: „Benne und ich vertrauen uns hundertprozentig, und unsere Gegensätze ziehen sich offenbar perfekt an. Ich treffe Entscheidungen gerne auch mal spontan, während er grübelt und grübelt. Benne ist eine Art Nagelsmann in klein.“

Ein Spaß, der laut Helms als dickes Kompliment zu verstehen ist: „Mein Cousin hat als Trainer garantiert noch eine große Zukunft vor sich. Sudweyhe ist bestimmt nicht das Ende der Fahnenstange für ihn.“

Was nicht heißen soll, dass die „Fantastischen Zwei“ planen, den TuS in nächster Zeit zu verlassen. „Auf keinen Fall“, beteuert Helms: „Schließlich haben wir mit Sudweyhe noch einiges vor.“

Eine Aussage, die der Tabellensechste sicherlich mit Freude zur Kenntnis nehmen wird. Vor dem momentanen „Corona-Abbruch“ der Spielzeit war der TuS unter der Regie von Jacobeit/Helms drauf und dran, noch in den Titelkampf eingreifen zu können. „Aber nur deshalb“, führt Jacobeit aus: „Weil wir gleichberechtigt jede Entscheidung ausdiskutieren und bei unterschiedlichen Meinungen zu vorzeigbaren Kompromissen kommen.“

Deshalb hält Jacobeit es auch „für die ideale Konstellation, wenn beide Trainer den Hut aufhaben. Das hat früher schon mit meinem Bruder gut geklappt. Ich brauche einfach keinen Stichwortgeber, sondern jemand mit einer eigenen Meinung. Und dafür ist Sven prädestiniert.“

Helms stimmt lächelnd zu: „Wenn ich etwas anders sehe, dann rauchen solange die Köpfe, bis wir beide mit der Entscheidung leben können.“

Wobei sich die Kontroversen laut Jacobeit ohnehin in Grenzen halten: „Zum Glück stimmen unsere Schnittmengen größtenteils überein. Gerade taktisch ticken Sven und ich praktisch identisch. Unser gemeinsames Credo ist das hohe Pressing. Die Spieler dürfen Fehler machen, müssen aber immer mutig sein. Das ist unsere einzige Forderung.“

Eine Spielphilosophie, die den Stärken ihrer Schützlinge offenkundig wie auf den Leib geschneidert zu sein scheint. Sudweyhe agiert offensiv, aggressiv und lässt dem Gegner kaum Luft zum Atmen. „Bislang gehen unsere Ideen prima auf“, zieht Helms eine erste positive Zwischenbilanz: „Ich denke, das liegt auch an der Konstellation von zwei gleichberechtigten Trainern. Vor zwei Cheftrainern haben die Jungs immer Respekt. Bei einem Co-Trainer würden sie vielleicht etwas die Zügel schleifen lassen, wenn der mal das Training leiten sollte.“

Allerdings kann die Tandem-Lösung nicht immer funktionieren, wie Helms erläutert: „Ich muss mit meinem Trainerpartner auch privat ein Bier trinken können. Wenn die Chemie nicht stimmt, klappt es selbst mit zwei Startrainern nicht zusammen.“

Doch diese Sorge muss er ja bei seinem Cousin nicht haben: „Ich trinke jederzeit gerne ein Bier mit Sven“, lacht Jacobeit: „Wir verstehen uns schließlich nicht nur beim Fußball super.“

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