MEIN FUSSBALL Der Diepholzer „Atha“ Milios lacht über den „Mankini“-Moment

Milios pflegt Double-Rasen und Maradona-Videos

Hauptposition Außenverteidiger – und am liebsten auf der rechten Seite: Athanasios Milios sieht sich dort bei der SG Diepholz „am besten aufgehoben“.
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Hauptposition Außenverteidiger – und am liebsten auf der rechten Seite: Athanasios Milios sieht sich dort bei der SG Diepholz „am besten aufgehoben“.

Wenn bei der SG Diepholz mal eine Mannschaftsfeier ansteht, ist Athanasios Milios gefragt. Seine Familie hat ein griechisches Restaurant in der Kreisstadt – und dorthin lädt der 31-Jährige die Kollegen des Bezirksligisten dann gerne ein. „Atha“, wie er bei der SGD genannt wird, ist der neue Kandidat in unserer Rubrik „Mein Fußball“ und hat einige Geschichten auf Lager: vom Weserstadion-Rasen im Garten, den vielen Diego-Maradona-Videokassetten und einem legendären Auftritt im „Borat“-Kostüm.

Name: Athanasios Milios

Verein: SG Diepholz

Alter: 31

Größe: 1,74 Meter

Position: Außenverteidiger – und am wohlsten fühle ich mich auf der rechten Seite. Ich bin zwar nicht unbedingt der Mann fürs Grobe, aber da hinten sehe ich mich am besten aufgehoben.

Beruf: Industriekaufmann – und als Sohn einer Gastronomenfamilie (Restaurant „Korfu“ in Diepholz) stets um das leibliche Wohl bemüht. Zudem als Ausrichter von Mannschaftsabenden gefragt . . .

Meine Hobbys: Fußball, Krafttraining, Fifa auf der Playstation. Generell treibe ich viel Sport und versuche, auf meinen Körper zu achten. Dazu zählt auch in gewisser Weise die Ernährung und der nicht so exzessive Genuss von Alkohol – das obligatorische Bier nach dem Fußball natürlich ausgeklammert.

Mein Spitzname: „Atha“ – und unser Kapitän Daniel Lembcke in Diepholz nennt mich auch liebevoll „Leon Mehsi“, die gefälschte Version von Lionel Messi – aufgrund meines ähnlich talentierten linken Fußes . . .

Meine größte Stärke: Konditionell bin ich noch wie ein Jungspund unterwegs. Immer die einfachen Dinge machen – und durch meinen Ehrgeiz und meine Einstellung zum Mannschaftssport kämpfe ich jedes Mal bis zum Umfallen.

Meine größte Schwäche: Ganz klar der linke (Holz-) Fuß. Für Kunststücke und Zirkuseinlagen sind bei uns in Diepholz andere zuständig – zum Beispiel Henning Johanning.

Meine Lieblingstore: Ich treffe eigentlich nur vom Elfmeterpunkt! In einer Saison für den TuS St. Hülfe-Heede sogar mal zweistellig. Nur in Weyhe ging mal eine 30-Meter-Bogenlampe von mir rein – war natürlich unhaltbar. Und bei den Profis: Diego Maradonas Solotreffer im WM-Viertelfinale 1986 gegen England, gestartet von der Mittellinie, ist für mich das sensationellste Tor der Fußballgeschichte.

Mein schönster Sieg: Es geht nichts über Derbysiege. Deshalb fahre ich immer wieder gerne nach Wagenfeld und Lemförde . . . Aber sind nicht alle Siege schön?

Mein bestes Spiel: Da habe ich kein spezielles im Kopf. In der Saison 2017/18 unter „Wolle“ Pinkes hatten wir im Mai vier Spiele in circa zehn Tagen und waren extrem abstiegsgefährdet. Wir haben diese wichtigen Partien gewonnen und den Abstieg verhindert, ich stand viermal 90 Minuten auf dem Platz. Danach brauchte ich erst mal ein paar Wochen komplette Ruhe. Ansonsten freue ich mich immer, wenn ich meinen Teil zum Erfolg beitragen kann, auch wenn ich nicht besonders auffalle – dann habe ich als defensiver Mann viel richtig gemacht.

Hier wächst er noch, Werders Double-Rasen von 2004: Bei der Meisterfeier im Bremer Weserstadion war Athanasios Milios live dabei, riss sich als Souvenir ein Grasstück heraus und pflanzte es zu Hause im Garten ein.

Meine bitterste Pleite: Mit einem Sieg in Bassum hätten wir als „Zweite“ von Diepholz den Aufstieg in die Kreisliga geschafft – leider verloren wir mit 0:1. Ansonsten versuche ich immer, nach vorne zu schauen, Niederlagen abzuhaken und daraus zu lernen.

Mein bester Mitspieler: Rein fußballerisch: Romulus Ovidiu Muresan Kis – unglaublich, was „Muri“ am Ball drauf hat. Und seine Schüsse waren der Wahnsinn. Als kompletter Spieler: Nico Files – er bringt alles mit, was man auf dem Fußballplatz braucht.

Mein härtester Gegner: Da fallen mir spontan zwei Spieler ein: Sulingens Maurice Krüger: wuchtig, dynamisch, schussstark. Egal, wer gegen ihn aufgestellt wurde: Krüger traf einfach immer gegen uns. Und Paul Kosenkow (ehemaliger Offensivmann des BSV Rehden): In einigen Testspielen hatte ich das „Vergnügen“, gegen ihn zu spielen. Wie soll man bei dem Tempo bloß hinterherkommen?

Meine Lieblingsschuhe: Adidas. Und aus Leder, bitte – ganz klassisch Copa Mundial in der Größe 40 2/3.

Mein wichtigster Pokal: Meine einzige Trophäe war die Torjägerkanone bei einem Hallenturnier in Form einer Flasche „Havana Club“. Keine Ahnung, wie das mit den Toren passieren konnte.

Mein Lieblingsverein: PAOK Saloniki in Griechenland und SV Werder Bremen in Deutschland.

Mein Lieblingsspieler: Diego Maradona! Mein Papa hat noch alle Aufnahmen seiner WM-Spiele 1986 und 1990 auf Videokassetten. Das lief rauf und runter in meinem Kinderzimmer. Zudem die griechischen Helden der EM 2004: Kapitän Theodoros Zagorakis und Final-Torschütze Angelos Charisteas.

Ein Korb voller Highlights: Papa Milios hat die schönsten Spiele von Diego Maradona auf Videokasssetten – und Sohn „Atha“ zeigt die mit dem Super-Solo 1986.

Mein Lieblingsfanartikel: Von Werders Meisterfeier 2004 habe ich mir ein Stück vom originalen Weserstadion-Rasen mitgenommen und zu Hause im Garten eingepflanzt.

Mein Stadionhighlight: Die Champions-League-Abende von Werder gegen Juventus Turin und Real Madrid (jeweils 3:2-Heimsiege), PAOK im Europapokal auswärts in Amsterdam und in Dortmund. Wir Fans von PAOK sind nicht nur in Griechenland bekannt für unseren lautstarken Support. Außerdem war das Confed- Cup-Spiel 2005 in Leipzig zwischen Griechenland und Brasilien ein besonderes Highlight – mit Superstars wie Ronaldo, Ronaldinho, Adriano, Kaka und Roberto Carlos.

Mein Lieblingsfilm: Gespannt bin ich auf den Film „King Otto“ über unseren ehemaligen Nationaltrainer und Helden Otto Rehhagel. Und als sein Fan natürlich der posthum erschienene Film „Diego Maradona“. Schon interessant zu sehen, was es da für Machenschaften gab. Und Personen im Hintergrund, die den Spieler Maradona regelrecht ausgenutzt haben. Als Drittes noch „The Last Dance“ – die Doku über den größten Basketballer beziehungsweise die größte Sportpersönlichkeit aller Zeiten: Michael Jordan.

Mein Lieblingslied: Das „W“ auf dem Trikot – darauf habe ich mich besonders als Jugendlicher im Weserstadion immer gefreut.

Mein schrägstes Erlebnis: In Drakenburg flog mal eine Kopfball-Bogenlampe von der Seitenlinie direkt bei uns in den Winkel – das war das kurioseste Gegentor. Ansonsten sind diverse Feiern und Fahrten mit der Mannschaft unerreicht. „Borat“-Outfit, nenne ich da mal. Die Neuen müssen bei uns immer etwas vortragen. An einem Teamabend im Wintergarten unseres Restaurants stand einer vorne. Ich dachte, jetzt kommt ein Gedicht oder so. Plötzlich fängt er an, sich auszuziehen – den berühmten „Mankini“ trug er unter seinen Klamotten. Namen tun hier nichts zur Sache . . .

Meine „Macke“: Ähnlich unspektakulär wie meine Spielweise: Ich habe gar kein Ritual.

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