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Gabel „sabbelt“ sich vor Brinkums Pokal-Viertelfinale „den Mund fusselig“

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Von: Felix Schlickmann

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Ramien Safi
Joker-Qualitäten hat Ramien Safi nun auch nachgewiesen, im Viertelfinale gegen den Blumenthaler SV möchte der Brinkumer Topscorer aber zurück in die Startelf. © Töbelmann

Gegen den SV Werder Bremen III half Ramien Safi dem Brinkumer SV enorm. Als Joker. Das würde der Topscorer des Brinkumer SV gegen den Blumenthaler SV gerne wiederholen. Allerdings von Beginn an. Trainer Mike Gabel warnt derweil vor den Gesetzen des Pokals.

Brinkum – Zweimal wechselte Trainer Mike Gabel in der Pause beim Stand von 0:0. 45 Minuten in (teils doppelter) Unterzahl später stand für den Brinkumer SV ein 4:0-Sieg gegen den SV Werder Bremen III zu Buche. Bei allem (berechtigten) Lob für Oriyama Nao nach seinem lupenreinen Hattrick gegen den Ex-Club ging Ramien Safi dieses Mal fast ein bisschen unter. Das passiert dem Topscorer der Fußball-Bremen-Liga wahrlich nicht häufig. Der 22-Jährige lieferte in Naos – und auch Xiancheng Lis Schatten – eine Topleistung, die er im Pokal-Viertelfinale gegen den Blumenthaler SV bestätigen möchte; am Mittwoch (19.30 Uhr) dann gerne wieder in der Startelf.

Da fand Safi sich bis Samstag in jedem Ligaspiel wieder. Die zahlreichen Englischen Wochen jedoch zwangen Gabel zur Rotation. „Wenn man dem Team nicht helfen kann, weil man von der Bank zuschauen muss, ist das schwierig“, findet der Niederländer und spricht damit auf die komplizierte erste Halbzeit an (die dritte Brinkumer in Folge ohne Tor) – mitsamt Roter Karte. Die Unterzahl führte dazu, dass sich Safis Anforderungsprofil etwas änderte.

Safi sammelt Fleißpunkte und Vorlagen

„Ich war am Anfang etwas überfordert“, gesteht er lächelnd: „Ich war mehr oder weniger Rechtsverteidiger, so tief stand ich. Das ist eigentlich nicht so meine Position.“ Der Flügelstürmer spielte – spätestens nach dem zweiten BSV-Feldverweis – Achter und Außen in Personalunion. „Der erste Gedanke musste immer sein: verteidigen, fallen lassen, Räume schließen“, erklärt Safi – um dann zu kontern. Sein Vorteil: das enorme Tempo. So sammelte er neben defensiven Fleißpunkten die Vorlagen Nummer 21 und 22 (bei 30 Toren in 25 Spielen) in dieser Saison, holte zudem einen Elfmeter heraus. „Wir haben das gut gemeistert“, lobte Safi: „Ich bin stolz auf die Mannschaft.“

Der enorme Wille, allen Widrigkeiten zu trotzen, zeichnet die Brinkumer aus. Und er soll auch am Mittwoch helfen, falls es spielerisch nicht so laufen sollte. Das könnte durchaus passieren gegen Blumenthal, präsentierte sich der „andere“ BSV vor zwei Wochen am Brunnenweg doch gerade in der ersten Halbzeit extrem stabil, brach nach dem Wechsel vor allem wegen einer Roten Karte auseinander.

Allerdings, gibt Gabel zu verstehen, sind Erinnerungen an das 8:0 beim schnellen Wiedersehen ohnehin völlig fehl am Platz. Schließlich hat Blumenthal danach den Trainer gewechselt und beide Spiele zu Null gewonnen. „Es wird mit Sicherheit nicht so wie letztes Mal“, prophezeit der Trainer: „Dafür hat der Pokal auch einfach seine eigenen Regeln.“

Jetzt haben wir den Salat.

Trainer Mike Gabel in der Kabine grinsend zu seinen Brinkumern, die – entgegen seiner Bitte – gegen den SV Werder Bremen III zum dritten Mal in Folge mit 0:0 in die Pause gegangen waren

Gabel wird nicht müde, dies zu betonen. „Da sabble ich mir den Mund fusselig“, sagt er – und das hat gute Gründe. „Ich habe mal als Trainer mit einem Kreisligisten Hemelingen (Bremen-Ligist, d. Red.) rausgeworfen“, erinnert Gabel sich: „Wenn der Gegner einen guten Plan hat, muss man nicht immer die besten Einzelspieler haben. Im Pokal kann auch jeder einmal über 90 Minuten über sich hinauswachsen.“

Das allerdings wollen auch die Brinkumer, um überhaupt keine Zweifel aufkommen zu lassen. Extra-Motivation ziehen sie aus der Finalniederlage 2021 gegen den Bremer SV (1:2). „Das würden wir gerne geraderücken“, betont Gabel, Safi formuliert es so: „Wir durften schon letztes Jahr schnuppern. Das ist eine geile Sache. Wir wissen jetzt, was da auf einen zukommen kann. Darum haben wir auf jeden Fall Lust drauf.“

Dalkiran nach seiner Notbremse zwei Spiele gesperrt

Wichtig für Gabel, dass er in Abwesenheit des rot-gesperrten Innenverteidigers Hasan Dalkiran (zwei Spiele wegen einer Notbremse) wieder auf Abwehrspieler Eugen Uschpol bauen kann, der zuletzt kurzfristig mit einer Hüftprellung passen musste. Denn hinten drückt der Schuh, fallen doch Claas Bauer und voraussichtlich auch Dennis Janssen (beide Corona) aus. Michael Yeboah ist ohnehin noch keine Option. Ansonsten sieht es personell aber gut aus, Can Ercan könnte nach seiner Zerrung in den Kader zurückkehren.

Der Offensivmann dürfte auch für ein mögliches Elfmeterschießen als sicherer Schütze infrage kommen: Eine Verlängerung gibt es nach 90 Minuten nicht, es wird sofort zur „Lotterie“ gebeten. Safis Quote (zwei von vier in der Liga) ist ausbaufähig, der Goalgetter erzählt aber: „Wir haben im Training geübt, wie immer vor dem Pokal.“ Sie lassen eben nichts unversucht am Brunnenweg.

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