TuS Sulingens Handballer verlieren Topspiel gegen Fredenbeck III hoch mit 21:34

Miese Quote und Tick zu grün

Zimperlich geht anders: Die Fredenbecker Adrian Koch (Nr. 23) und Pascal Czaplinkski (Nr. 10) nehmen hier den Sulinger Thomas Hammann (am Ball) so richtig in die Mangel. - Foto: Flügge
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Zimperlich geht anders: Die Fredenbecker Adrian Koch (Nr. 23) und Pascal Czaplinkski (Nr. 10) nehmen hier den Sulinger Thomas Hammann (am Ball) so richtig in die Mangel.

Sulingen - Von Arne Flügge. Die Anzeigetafel zeigt ein mehr als ernüchterndes 21:34. Die letzten Sekunden gehen von der Uhr. Schluss, Aus, Ende. Mit Sirenengeheul, Trommelwirbel, lautstarkem Gegröle und schwenkenden Fahnen feiern die mitgereisten Fans frenetisch ihre Mannschaft, während auf der anderen Seite der Mittellinie die Handballer des TuS Sulingen bedröppelt wie begossene Pudel in der Halle stehen und gar nicht so recht wissen, was ihnen da gerade widerfahren ist. „Kommt, Leute. Bedankt euch wenigstens vernünftig bei unseren Zuschauern für das Scheißspiel, das wir hier heute abgeliefert haben“, sagt Sulingens Linksaußen Julian Wilkens. Die Kollegen gehorchen, applaudieren brav, aber ziemlich gequält.

Über 200 Zuschauer waren trotz Blitzeis und Eisregens am Samstagabend in die Edensporthalle gekommen, um den Tabellenzweiten im Landesliga-Topspiel gegen Spitzenreiter VfL Fredenbeck III zu unterstützen. Doch mehr als richtig starke 20 Anfangsminuten, in denen die Mannschaft von Trainer Hartmut Engelke dem Favoriten ein mehr als ebenbürtiger Gegner war, bekamen die Fans nicht zu sehen. „Die Phase war top, danach lief im Angriff aber gar nichts mehr“, konstatierte Rückraumspieler Jannik Knieling.

Der zu Beginn mit fünf Toren glänzend aufgelegte Patrick Kappermann warf die Sulinger in der 21. Minute mit 9:8 in Führung. Was dann allerdings passierte, stellte auch Coach Engelke („unfassbar“) vor ein Rätsel. Sulingen traf das Tor nicht mehr – und Fredenbeck III ging mit einem 6:0-Lauf zur Pause vorentscheidend mit 14:9 in Führung. Ein Grund für den Einbruch der Gastgeber könnte die 15. Minute gewesen sein, als Knieling beim Stande von 7:5 einen Siebenmeter an den Pfosten setzte, und Sulingen damit eine Drei-Tore-Führung verpasste. „Das war natürlich richtig bitter für mich und die Mannschaft“, räumte er ein. Eigentlich ist Knieling ein sicherer Schütze. Auch Engelke vermutete in dem Fehlwurf „einen Knackpunkt“, er sagte aber auch: „Wir hatten noch genügend Chancen, Tore zu machen.“

Doch zu den Fehlwürfen gesellten sich noch viele technische Fehler, die Fredenbeck III immer wieder zu Gegenstößen einluden. Zudem kam über die rechte Seite zu wenig. Das Fehlen der beiden Sulinger Top-Shooter und Linkshänder Jan Mohrmann und Björn Meyer machte sich deutlich bemerkbar. „Dass sie nicht da waren, konnten wir so nicht kompensieren“, räumte Knieling ein.

Immerhin schafften es die Gastgeber, nach der Pause noch einmal kurzzeitig, einen kleinen Hoffnungsschimmer durch die Halle zu schicken. Julian Wilkens verkürzte auf 15:18 und zwang damit Fredenbeck zu einer Auszeit. Doch es war nur ein Strohfeuer, das die Sulinger entfacht hatten, weil sie weiterhin eine eklatant miese Chancenverwertung an den Tag legten. Fredenbeck nutzte das – bedingt auch durch eine Zeitstrafe gegen Thomas Hammann – und zog in der 50. Minute auf 24:17 davon. Jetzt gingen bei den Hausherren die Köpfe runter. „Uns hat dann vorn auch die Traute gefehlt“, analysierte Trainer Engelke, „bisweilen sind wir auch zu naiv auf die Tricks dieser erfahrenen Spieler reingefallen.“ So wurde es zum Schluss noch ein Debakel, weil Fredenbeck, vor allem durch Toptorjäger Pascal Czaplinkski (9), noch einmal einen 5:0-Lauf startete – 19:32 (57.).

„Ein Spieler, der immer noch Zweitligaformat hat. Er hat uns in der Phase erschossen“, räumte TuS-Trainer Engelke ein. Allerdings hatte der Tabellenzweite diese Gegentorflut auch verschuldet, weil er seine Tempogenstöße durch schlampige Abspiele selbst im Keim erstickte und damit Fredenbeck wiederum zum Torewerfen einlud.

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