Wagenfelder Jubiläums-Reitturnier erst 2021 / Auch St. Hülfe-Heede verlegt / Sudwalde kämpft um sein Voltigier-Turnier

Michaela Tenti: „Änderungen gefühlt alle sechs Stunden“

Michaela Tenti: „Ein Jahr ohne Turnier werden wir in der Kasse merken.“ Foto: sor

Kreis Diepholz - Von Sonja Rohlfing. Das Turnier des RV Wagenfeld zum 100-jährigen Vereinsjubiläum in diesem Jahr sollte ein besonderes sein. Sollte. Inzwischen steht fest: 2020 werden keine Hindernisse und kein Dressurviereck auf dem Turniergelände an der Reithalle aufgebaut und auch kein Jubiläum gefeiert. Der Vorstand mit Michaela Tenti an der Spitze hat die Reißleine für die Veranstaltung vom 30. April bis 2. Mai gezogen.

„Ausschlaggebend war, als die Maiwoche in Osnabrück abgesagt wurde. Da sind wir ins Grübeln gekommen“, sagt Tenti. „Die Erlasslage änderte sich ja gefühlt alle sechs Stunden.“ Zu dem Zeitpunkt seien noch Feiern mit unter 100 Personen möglich gewesen. „Aber mit Auflagen wie Platzzuweisungen, Abstandsregelungen zwischen den Gästen und Kontaktlisten. Das wäre für uns nicht zu leisten.“

Noch rät die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) allen Veranstaltern, den Nennungsschluss näher an das Turnier zu verlegen, um flexibler reagieren zu können. „Das haben wir auch überlegt“, erklärt die Vereinsvorsitzende und fügt an: „Wir waren dann aber in Zugzwang. Wollen wir in die Kosten gehen für Flyer und Werbung? Sollen wir Sponsorengelder einsammeln, die wir dann möglicherweise wieder zurückzahlen müssen?“ Das Risiko habe der Verein nicht eingehen wollen. „Jede 500 Euro tun dem Verein weh“, verdeutlicht Tenti.

Überlegt hätten sie noch, die Jubiläumsfeier später im Jahr nachzuholen. Aber auch das wurde verworfen. „Alles findet jetzt ein Jahr später statt. Uns liegt am Herzen, das Jubiläum zusammen mit dem Turnier zu feiern“, erklärt Tenti. Ein Jahr ohne Turnier werde der Verein in der Kasse merken. „Das Geld fehlt für Renovierungen oder Umbauten.“ Die Vereinschefin hofft, dass die Sponsoren ihre Zusagen für das Jubiläumsturnier im nächsten Jahr realisieren.

Auch der RV Sudwalde macht sich Gedanken, was aus seinem Voltigierturnier am 9./10. Mai wird. „Wir versuchen, entspannt zu bleiben und warten erst einmal ab. Es ändert sich jeden Tag so viel“, sagt Annkathrin Harries. Noch hat sie die Hoffnung, dass das Turnier, das gleichzeitig eine Sichtung für die Wettkämpfe auf Landes- und Bundesebene ist, regulär stattfinden kann. „Wobei nichts ‚regulär‘ sein wird“, schränkt sie ein.

Voltigieren ist ein Mannschaftssport. Der sportliche Regelbetrieb ist jedoch überall eingestellt. Das fehlende gemeinsame Training wird sich bemerkbar machen. „Das ist sonst schon nach den Sommerferien zu beobachten. Da braucht es ein bis zwei Wochen, bis alles wieder sitzt“, erklärt Harries. Die Voltigierer wollen sich nicht unterkriegen lassen. „Wir bleiben dran und bewahren erst einmal Ruhe. Wir als Verein sind in individuellen Entscheidungen derzeit sowieso eingeschränkt.“

Der RFV St. Hülfe-Heede hat in der vergangenen Woche beschlossen, die Planungen für sein Turnier vom 15. bis 17. Mai nicht weiter zu forcieren. „Es ist schwierig, ins Blaue zu planen“, erklärt Christian Niehaus. „Wir wollten bei den Kosten nicht in Vorleistungen gehen und die Sponsoren in der derzeitigen Situation nicht ansprechen. Die Firmen haben dafür im Moment verständlicherweise keinen Kopf.“

Ein Ersatztermin später im Jahr ist für den Verein keine Option. „Wo wäre noch Platz im Turnierkalender, wenn keine Wochenenden doppelt belegt werden sollen?“, merkt Niehaus an.

Zum Glück hänge das finanzielle Wohl und Wehe des Vereins bei ihnen nicht von den Turniereinnahmen ab. Es sei eher ein kleines Turnier, bei dem der Verein froh sei, wenn er plus-minus-null abschließe. „Bei uns ist es eher das Miteinander und das gemeinsame Organisieren, das uns als Verein fehlt“, verdeutlicht Niehaus.

Für das nächste Jahr hofft er, dass alle zur Stange halten: „Nachdem wir 2018 mit unserem Turnier einmal ausgesetzt haben, haben wir festgestellt, dass die Reiter uns beim nächsten Mal als Veranstaltung nicht mehr so im Fokus hatten.“ Diese Problematik gebe es jedoch nicht, wenn alles ausfiele. „Möglich ist, dass dann die Leute eher mehr Lust haben, wieder mal auf ein schönes Turnier zu gehen.“

Die Entwicklung sei aber schwer abschätzen. Sie hänge auch von der gesamten wirtschaftlichen Lage ab und wie viel Geld die Menschen am Ende noch für ihr Hobby übrig hätten.

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