Mehmet Koc trifft viermal beim 6:0 im Stadtderby über den FC Sulingen

„Memos“ Rezept: Schlaf bei Tiffany, Frühstück bei Ranck

Mehmet Koc (hier gegen Felix Klare und Martin Roughley, von links) beschäftigte die FC-Abwehr pausenlos und durfte vier eigene Tore bejubeln. ·
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Mehmet Koc (hier gegen Felix Klare und Martin Roughley, von links) beschäftigte die FC-Abwehr pausenlos und durfte vier eigene Tore bejubeln. ·

Sulingen - Von Cord KrügerDas Catering-Team im Bistro des Sulinger Kaufhauses Ranck darf auch künftig samstags für eine größere Gruppe planen. „Dort frühstücken wir seit ein paar Wochen vor den Spielen – und seitdem läuft‘s für uns noch ein bisschen besser“, verriet Mehmet Koc das Erfolgrezept des Bezirksliga-Primus TuS Sulingen. Es muss ein gehaltvolles Frühstück sein, denn Stürmer Koc traf beim 6:0 (3:0)-Triumph über den FC Sulingen viermal ins Schwarze, und seine Kollegen spielten eine bärenstarke Stadtmeisterschaft.

Ohne die nötige Portion Schlaf im Vorfeld kommt ein solcher Viererpack ebenfalls nicht zustande – doch die Nachtruhe im Hause Koc mit zwei kleinen Kindern ist derzeit alles andere als selbstverständlich. „Aber da unterstützt mich meine Frau Tiffany unglaublich. Mein ganzer Dank gilt ihr, und ihr widme ich diese Tore.“

Dass „Memo“ hellwach war, bewies er nach bereits 200 Sekunden: Rechtsflanke von Malte Wulferding, Direktabnahme von Koc, Einschlag des Balls am Innenpfosten – 1:0! Die 350 Zuschauer hatten sich also trotz strömenden Regens nicht umsonst auf den Weg in den Sportpark begeben – und freuten sich wenig später auf das 2:0. Alper Yildirim legte Rajann Leymann im Strafraum, Schiedsrichterin Nicole Knuth zeigte auf den Punkt, doch TuS-Torjäger Thorolf Meyer fand in FC-Keeper Patrick Kühn seinen Meister (7.). „Der war aber auch richtig schlecht geschossen“, räumte „Toto“ hinterher ein. Umso erleichterter war er, dass der Fehlschuss folgenlos blieb. Denn die Unparteiische ahndete einen Schubser von Martin Roughley gegen Wulferding mit einem weiteren Elfmeter, Manuel Meyers Geschoss schlug wie beim 1:0 am linken Innenpfosten ein und flog über die Linie (26.).

Zu diesem Zeitpunkt hatte FC-Trainer Dirk Meyer seine Ersatzspieler bereits zum Warmmachen entsandt und über den Platz gebrüllt: „Leute, nehmt die Rübe hoch! Wir sind nicht wach!“ In der Tat kam von den Gästen zu wenig – viermal hatten sie es aus dem Spiel heraus in die Nähe von Tim Bösche geschafft, einmal musste der TuS-Torwart bei einem abgefälschten Schuss von Svend Kafemann retten (39.). Direkt im Gegenzug prüfte Koc zunächst mal wieder das Aluminium, im nächsten Versuch durfte er aber wieder jubeln: Thorolf Meyer steckte zu ihm durch, der Sturmkollege drosch den Ball aus dem Lauf ins lange Eck – 3:0 (40.). „Unsere erste Halbzeit war kaum zu toppen“, bilanzierte TuS-Trainer Walter Brinkmann: „Wir haben die Derby-Aufgabe spielerisch gelöst, aber auch gekämpft – und sind so zu vielen Chancen gekommen.“

Da musste sein Gegenüber Dirk Meyer in der Kabine laut werden: „Ich habe die Jungs bei der Ehre gepackt. Mir war klar, dass es ein Schützenfest gibt, wenn das so weitergeht.“

Doch die Ansprache zeigte Wirkung: Sein Team erkämpfte sich nach Wiederanpfiff fast jeden Ball und marschierte so öfter nach vorn. Selbst, nachdem Jens Nuttelmann wegen Meckerns samt Ballwegwerfens die Ampelkarte gesehen hatte. „Als dann aber der Herr Koc mit seinem Tor des Tages kam, wussten wir, dass es nichts mehr zu holen gibt“, schilderte Meyer in Erinnerung an dessen Schuss in den Giebel (70.). „Memo“ nutzte die durch Nuttelmanns Aus größeren Lücken in der Manndeckung auch mit dem 5:0 (82.), ehe „Toto“ Meyer das halbe Dutzend vollmachte (84.). „Das war heute große Klasse von allen – auch den jungen Spielern“, jubelte Brinkmann. Vom Stadtrivalen wusste er bereits am Samstag, dass „der FC jetzt nach dieser letzten starken Saison nicht den Mut verliert. Die Jungs stehen schon wieder auf.“

Für Felix Klare galt das zunächst nicht. Der abgekämpfte FC-Libero belegte nach dem Abpfiff noch lange einen Sitzplatz vorm TuS-Vereinsheim und sah nur einen positiven Aspekt: „Gut, dass die aufsteigen und wir nur noch einmal gegen die ran müssen…“

Doch bei allem Frust über die „Packung“ wussten die in Trauerflor aufgelaufenen FC-Kicker, dass es Wichtigeres gibt als Fußball: Schon vor dem Anpfiff hatten beide Teams und die Fans in einer Schweigeminute Erich Grunert die letzte Ehre erwiesen. Der einstige Klassestürmer der Nordsulinger war am Dienstag im Alter von 62 Jahren verstorben.

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