Jürgen Stoffregen will mit dem BSV in der Oberliga „eine gute Rolle spielen“

Den Meistermacher reizt das Rehdener Neuland

Kreis-Diepholz - Von Cord KrügerREHDEN · Überreden musste Friedrich Schilling ihn nicht. „Und das Überzeugen hat auch nicht lange gedauert“, fasste Jürgen Stoffregen die Gespräche mit dem Vorsitzenden des BSV Rehden zusammen. Zu lange kennt er den BSV, weil er den Schwarz-Weißen als Coach des TSV Havelse vier Jahre regelmäßig gegenüber stand – bis er Havelse im Sommer 2010 zum Oberliga-Titel führte. „Rehden hat sich in dieser Zeit sehr gut entwickelt“, urteilt der 54-Jährige. Und weil Schilling sicher ist, dass Stoffregen den Trend ab Juli als Trainer des Oberligisten fortsetzen kann, sagte der Fußball-Lehrer für ein Jahr zu.

Am Donnerstag nahm der Ex-Profi von Hannover 96 schon mal probehalber Platz am Spielfeldrand der Waldsportstätten – freilich nur auf der Tribüne. Bis zur Nachspielzeit mussten er und seine Frau auf den Ausgleichstreffer seines neuen Teams warten, das sich „dieses 1:1 aber völlig verdient erarbeitet hat“.

Geduld und Sitzfleisch kann Stoffregen bald gut gebrauchen – denn der Weg aus Garbsen bis zur Dickeler Straße zieht sich. Hin und zurück kommen da knapp 200 Kilometer zusammen – doch der Familienrat nickte den Aufwand ab. „Mein Privatleben ändert sich natürlich erheblich – aber wir sind alle Fußball-verrückt“, sagt der ehemalige Zweitliga-Spieler von Hannover 96 über seine Frau und die beiden erwachsenen Töchter.

Zudem gibt sich Stoffregen selbstbewusst, Trainerjob und Hauptberuf unter einen Hut zu bekommen – obwohl er als Wirtschaftsförderer der 63 000-Einwohner-Stadt Garbsen mehr als einen Acht-Stunden-Tag hat. „Klar stehen da Abendtermine und Ausschuss-Sitzungen an. Aber der Trainer muss ja nicht immer selbst auf dem Platz stehen.“ In Havelse leitete er bis zu seinem Rauswurf vor fünf Monaten jede Einheit. „Das ist nun nicht mehr drin.“

Dies sagte er auch Schilling, der damit allerdings kein Problem hat. Auf Co-Trainer Jacek Burkhardt komme eben mehr Verantwortung zu. „Jacek hat zugesagt, weiterzumachen“, bestätigt Schilling.

Damit erfüllt sich eine von Stoffregens Hoffnungen. Ansonsten äußerte er noch keine personellen Wünsche – nur den, „mit der Mannschaft in der Oberliga eine gute Rolle zu spielen. Aber nun alles übers Knie zu brechen, wäre unfair – gegenüber der Mannschaft und mit Blick auf

Wunsch: Ein Kaffee

mit Uwe Brunn

Uwe Brunn, der einen sehr guten Job macht“. Bevor Noch-Coach Brunn den BSV verlässt, „will ich mich mit ihm unbedingt noch auf einen Kaffee treffen“. Nach jenem Austausch geht's ans Kennenlernen der Spieler und eventuell die Ausschau nach Verstärkungen. Dabei will der Garbsener einfühlsamer handeln als in Havelse – diese Lehre hat er nach seiner Entlassung gezogen: „Im zwischenmenschlichen Bereich sollte ich sensibler reagieren.“ Näher erklären will der Inhaber der höchsten Trainer-Lizenz, der den TSV zwischen 2004 und 2010 zu zwei Aufstiegen lotste, seinen Abgang nicht. Nur so viel: „Jeder Rauswurf macht einen persönlich stärker.“

In Erinnerung an die Duelle mit Havelse lobt BSV-Vorsitzender Schilling vor allem Stoffregens Händchen im Aufbau junger Leute. „Das hat mir gefallen. Und vor zwei Jahren, als Havelse uns geschlagen hatte, sagte ich scherzhaft zu ihm: Du kannst gleich bei uns bleiben.“ Für den damaligen Coach Marek Lesniak galt das nicht, denn der musste wenig später gehen. Für ihn kam Brunn, der Rehden wenig später vor dem Abstieg rettete.

Nun beerbt ihn Jürgen Stoffregen – und der freut sich vor allem auf den neuen „Dunstkreis“: „Ich betrete ziemliches Neuland. Das reizt – und ist der Grund, warum ich wohl keinen Verein in der Region Hannover übernommen hätte.“

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