Meister-Gefühl konserviert

Brinkumer SV lässt sich die Saison trotz Scheiterns in Relegation nicht madig machen

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Für die Brinkumer um Kapitän Jannik Bender endete am Mittwoch ein kräftezehrendes Fußballjahr. Jetzt steht die Regeneration an, bevor der Meister als Gejagter in die neue Saison startet. 

Brinkum - Marcel Dörgeloh und Bastian Helms saßen bedröppelt auf dem Rasen am Brunnenweg, die Stutzen runtergezogen, die Blicke gingen ins Leere. Trainer Dennis Offermann gab beiden einen aufmunternden Klaps auf den Hinterkopf, rief dann sein ganzes Team zur obligatorischen Besprechung im Kreis zusammen.

Doch anders als sonst ging es nicht um eine kritische Schnellanalyse. Es fielen ausschließlich positive Worte, er erinnerte daran, was sein Team in den vergangenen Monate erreicht hatte. „Wir dürfen nicht vergessen, dass wir eine tolle Saison gespielt haben“, betonte Offermann mantraartig nach dem 0:4 gegen den VfL Oldenburg im letzten Spiel der Aufstiegsrunde zur Fußball-Regionalliga.

Denn diese Post-Season-Games, die oft als „Bonus“ betitelt werden, bergen gehöriges Miesmacher-Potenzial. Durch eine verkorkste Relegation gerät eine erfolgreiche Saison schnell in Vergessenheit. Die Brinkumer haben es selbst zu spüren bekommen, als sie bei Holstein Kiel II zum Auftakt der Aufstiegsrunde mit 0:7 verloren hatten und verspottet worden waren. Doch mit dem 6:4 gegen Teutonia 05 Ottensen gab es einen satten Stimmungsaufheller. Und so verfielen die Akteure des Bremen-Liga-Meisters auch nach dem 0:4 gegen den VfL Oldenburg trotz erster Enttäuschung nicht in eine Depression. „Die Jungs haben es mit Anstand über die Bühne gebracht, haben sich nie hängen lassen“, sagte Co-Trainer Jörge Bender: „Bei allen sollte die Freude über die Meister-Saison überwiegen. Ich bin extrem stolz auf dieses Team. Für mich war es bisher die schönste Saison in Brinkum.“

Für Marcel Brendel endete am Mittwochabend das Kapitel Brinkumer SV. Der 30-Jährige spielt ab Sommer beim Bremen-Liga-Rivalen FC Oberneuland. Brendel genoss sein Abschiedsspiel vor 1000 Zuschauern in vollen Zügen: „Es war ein geiles Drumherum.“ Auch Dimitri Khoroshun verlässt den Meister (Ziel noch unbekannt). Es könnten weitere Abgänge folgen. „Es gibt jedes Jahr Angebote für Spieler, bei denen wir dann sagen müssen, da können wir nicht mithalten“, spricht Bender die begrenzten finanziellen Mittel an. Wie sich die Brinkumer künftig auf Managementebene (Frank Kunzendorf trat im Februar zurück) aufstellen werden, steht noch nicht fest. „Dennis und ich werden uns jetzt zeitnah zusammensetzen“, sagt Bender: „Und dann werden wir klären, wie wir künftig alles strukturieren.“ 

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