Handballer kennen sich seit der Wiege

Meierhans und Bröcker: Zwei dicke Freunde spielen Bundesliga

Conrad Meierhans und Kevin Bröcker halten Trikot der HSG Bruchhausen-Vilsen/Asendorf
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Für die Handballer Conrad Meierhans (links) und Kevin Bröcker fing im Trikot der HSG Bruchhausen-Vilsen/Asendorf alles an. Mittlerweile spielen die A-Junioren mit der HSG Verden-Aller in der Bundesliga.

Gemeinsam von der Krabbelgruppe in die Bundesliga: Die Handballer Conrad Meierhans und Kevin Bröcker spielen mit der HSG Verden-Aller in Deutschlands höchster Klasse. Angefangen hat alles bei der HSG Bruchhausen-Vilsen/Asendorf. Und dort besuchten wir die beiden auch.

Bruchhausen-Vilsen – Sie spielen zusammen in der Handball-Bundesliga. Wenn man ihre Namen jedoch in eine große Internet-Suchmaschine wirft, spuckt diese weit oben einen Tischtennis-Bericht der Grundschule Bruchhausen-Vilsen aus. Als „Die Schmetterbälle“ gewannen Kevin Bröcker und Conrad Meierhans mit drei Teamkollegen 2014 die Diepholzer Landkreismeisterschaft.

Wie an der Platte die Bälle spielen sie sich sieben Jahre später im Gespräch die Sätze zu. Nicht schmetternd, sondern gefühlvoll. Der eine bereitet vor, der andere vollendet. Hörbar ist: Die beiden verstehen sich auf ganzer Linie. Kein Wunder: „Seit unserer Geburt kennen wir uns“, heißt es unisono. Fast durchgängig benutzen Meierhans und Bröcker das Personalpronomen „Wir“.

„Wir haben mit neun Jahren angefangen, Handball zu spielen“, sagt Meierhans, genau wie Bröcker nunmehr 18 Jahre jung und zuletzt für die HSG Verden-Aller in der A-Junioren-Bundesliga unterwegs.

Rückraumshooter Kevin Bröcker

Angefangen hat für die beiden alles in Bruchhausen-Vilsen. Und so treffen wir Bröcker und Meierhans auch an dem Ort, wo sie ihre ersten Bälle warfen. In der Sporthalle der HSG Bruchhausen-Vilsen/Asendorf.

Pünktlich auf die Minute sind sie da. Beim Betreten des Spielfelds geht Rückraum-Riese Bröcker leicht in die Knie, sonst wäre es an der Hallentür eng geworden. Kreisläufer Meierhans ist ihm auf den Fersen, hat weniger Probleme mit der Tür, staunt aber: „Hier riecht es, wie es schon immer gerochen hat.“ Es ist eine Mischung aus Turnbeutel, Linoleumboden und dem Holz der Turngeräte. Meierhans und Bröcker setzen sich auf einen Sprungkasten und berichten über ihre noch junge, aber bereits beachtliche Sportlerkarriere.

Im Kinderzimmer dienten die Schränke als Handball-Tore

Streng genommen hat es gar nicht hier in der Halle begonnen, sondern bei Meierhans daheim in Ochtmannien. „Bevor wir im Verein gespielt haben, haben wir schon immer bei mir im Zimmer Bälle geworfen“, sagt der Anhänger der Rhein-Neckar Löwen. „Da dienten die Schränke als Tore – fand Mutti nicht allzu gut“, ergänzt Meierhans und lacht.

In den ersten Jahren spielten die beiden auch gemeinsam Fußball. „Man konnte sich noch nicht so recht entscheiden, was nun wirklich im Vordergrund stehen soll“, erinnert sich Bröcker. Irgendwann spielten sie komplett die Karte Handball aus. „Gerade im Vergleich zum Fußball ist hier einfach eine ganz andere Dynamik im Spiel, es ist die ganze Zeit was los“, sagt THW-Kiel-Fan Bröcker, und Meierhans ergänzt: „Du bist durchgehend bei 100 Prozent. Das macht es aus.“

Kreisläufer Conrad Meierhans

Über Sven Klaasen, Förderkadertrainer in der Handball-Region Mitte Niedersachsen, knüpft das Duo 2019 erstmals Kontakte zur HSG Verden-Aller, bekommt ein Gastspielrecht. „Im Frühjahr 2021 hat er uns noch mal angesprochen, hat uns das Projekt vorgestellt, mit der Quali zur Bundesliga. Ob wir nicht Lust hätten, dabei zu sein“, verrät Bröcker. „Aber das war damals eher noch ein Hirngespinst von uns“, erläutert Meierhans: „Es war ja noch Lockdown. In erster Linie ging es uns darum, dass wir dadurch in der Coronazeit einfach wieder Handball spielen konnten, weil wir trainieren durften.“

Es ist dieses Teamgefühl: Wenn du vor dem Spiel in der Kabine sitzt, dir gegenseitig in die Augen guckst und merkst, wie heiß alle auf das Spiel sind; und du dann endlich raus darfst. Wenn du dann am Ende noch durch einen super Spielzug an den Ball kommst, das Tor wirfst und damit das Spiel entscheidest, ist das einfach das geilste Gefühl.

Conrad Meierhans erklärt seine Faszination für den Handball

Es kommt noch besser. Die Verdener um Trainer Sascha Kunze erlangen im Frühsommer tatsächlich die Qualifikation für die A-Junioren-Bundesliga. Ab September standen dann unter anderem Duelle mit Handball-Größen wie dem THW Kiel, dem HSV Hamburg oder dem TBV Lemgo an. Für die „Vilser Verdener“, die perspektivisch im Herren-Bereich gerne mal in der 3. Liga landen wollen, waren diese Partien natürlich absolute Highlights. „Vom Niveau her war das wirklich ein ganz krasser Sprung“, betont Meierhans: „Wenn du da den Ball verlierst, hauen sie dir die Dinger im Gegenzug nur so um die Ohren.“

Physisch und taktisch sei in der Bundesliga alles noch mal auf „einem anderen Level“, sagt der Süstedter Bröcker: „Man merkt einfach, dass die jeden Tag in der Woche Training haben – und dass man es selber nicht hatte oder hat.“ Das Abenteuer hat sich aber gelohnt: „Dieses Bundesliga-Jahr wird für uns auf jeden Fall immer in Erinnerung bleiben.“

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