Stürmer bei Rehdens 7:0-Schützenfest gegen Rotenburg nicht zu schlagen

Mehmet Koc bittet zum Tanz: Drei Tore und drei Vorlagen

Kreis-Diepholz - Von Cord KrügerREHDEN · Francis Banecki verkniff sich seinen Torjubel. Achselzuckend, fast entschuldigend dankte der Neuzugang des BSV Rehden Mehmet Koc – wissend, dass eben ihm der Löwenanteil dieses Treffers zum 6:0 gebührte, weil dessen Schuss als Abpraller vor ihm landete. Doch Koc konnte es verschmerzen. Schließlich hatte er bis jener 77. Minute schon dreimal getroffen und nun die dritte Vorlage gegeben. Viktor Pekruls Schlusspunkt zum 7:0 (4:0) gegen einen überforderten Rotenburger SV verfolgte er von der Bank aus. Jürgen Stoffregen ermöglichte dem Stürmer des Fußball-Oberligisten so den verdienten Extra-Applaus.

„So etwas passiert mir nicht oft“, grinste Koc über seine Quote an diesem denkwürdigen Samstagnachmittag. Und er ahnte, warum es so gut für ihn lief: „Ich habe ja auch schon einige Spiele auf der Bank gesessen, als es nicht gut für mich lief. Da darf man den Kopf nicht hängen lassen – und sich, wenn man spielt, vor dem Tor auch nicht einen so großen Kopf machen.“

Damit hatte er laut Stoffregen seine größte Schwäche ausgemacht: „Manchmal denkt der Junge zu viel: Dann überlegt er sich vor dem Schuss, noch mal abzuspielen oder zu dribbeln. Aber vieles geht eben auch einfacher: nicht zögern, sondern reinschießen.“

So wie nach knapp 100 Sekunden, als Christian Schiffbänker Koc mit einem Sahne-Pass durch die Mitte schickte – und der fackelte an der Strafraumgrenze nicht lange: Sein Geschoss schlug unterm Querbalken ein. RSV-Keeper Tim Rogas hatte da ebenso wenig zu halten wie beim 2:0 drei Minuten später: Koc hatte sich gegen Klaas Rathjen durchgesetzt und Erdal Ölge angespielt, der von links aus spitzem Winkel vollstreckte. Das 3:0 donnerte wiederum Koc nach Zuspiel von Cüneyt Özkan in den Knick (38.) – und Rotenburgs Abwehr stand staunend da. Von diesem Schock erholten sich die Gäste nicht, denn nachdem sie eine Ecke von Jens Buddecke eigentlich schon geklärt hatten, eroberte Maarten Schops den Ball und bediente Koc zum 4:0 aus 18 Metern. Diese Szene zeigte, wie wehrlos sich das RSV-Mittelfeld in sein Schicksal ergab. Diese Räume nutzte der BSV voll aus, während und Drilon Demaku als einzige Spitze der Gäste ohne Futter blieb.

„Der Trainer hat heute von uns gefordert, ein anderes Gesicht zu zeigen als zuletzt in Göttingen“, berichtete Koc in Erinnerung an das wegen Gewitters abgebrochene Spiel. „Und es hat gut geklappt – läuferisch wie kämpferisch.“ Seine eigene Gala wollte er nicht zu hoch hängen: „Wir haben einen Riesen-Kader, jeder kann jeden ersetzen.“

Beispiellos beim BSV bleibt hingegen die Akrobatik von Außenverteidiger Thorsten Tönnies, der sein 5:0 (55.) dank Ölges Vorstoß und einer Bedienung durch Koc mal wieder mit einem Salto bejubelte. Schnörkellos hingegen Baneckis Abstauber, nachdem Koc Tim Rogas zu einer Parade gezwungen hatte und dem Oberliga-Debütanten der Ball aus drei Metern vor die Füße flog. Hier hatte Schiri-Assistent Moritz Geweke ein Abseits gesehen und die Fahne gehoben, doch Referee Niklas Milczewski überstimmte ihn – 6:0.

Später hätte Banecki nach einer Flanke des ebenfalls eingewechselten Christian Hegerfeld erneut treffen können. Die Kugel rauschte ihm aber knapp am Schopf vorbei, und Viktor Pekrul setzte per Gewaltschuss in den Winkel nach (84.).

„Für Francis und Christian war es wichtig, Selbstvertrauen zu tanken“, freute sich Stoffregen über die starken Auftritte der Einwechselspieler. Denn die „bösen Entscheidungen“, die der Trainer dieser breit aufgestellten Truppe treffen muss, tun ihm selbst weh. Diesmal mussten die bisher in der Startelf gesetzten Mittelfeldleute Alexander Burgardt und Florian Greve auf der Bank bleiben. „Ich hatte im Training das Gefühl, dass es für die Mannschaft besser wäre.“

Doch dies kann sich nächste Woche wieder ändern – bestes Beispiel: Ex-Reservist Mehmet Koc, der Rotenburgs Trainer Jamal Bounoua in eine Krise ballerte. Der RSV-Coach dachte hinterher nämlich offen über seinen Rücktritt nach, als er sich fragte, „ob es noch Sinn macht, diesen Aufwand zu betreiben“.

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