Bremer SV rastet nach Pokal-Los völlig aus

„Megageil!“ – die Bayern kommen

Die Spieler des Bremer SV freuen sich, dass sie nun gegen die Bayern spielen dürfen.
+
Die Spieler des Bremer SV freuen sich, dass sie nun gegen die Bayern spielen dürfen.

War das eine Freude: Der Bremer Fußball-Landespokal-Sieger Bremer SV bekam bei der Auslosung für die erste Runde im DFB-Pokal den FC Bayern München zugelost. Vielleicht steigt das Match nun im Weserstadion.

Bremen – Ein schöneres Geschenk hätte sich Benjamin Eta wohl nicht wünschen können. An seinem 41. Geburtstag saß der Coach des Fußball-Bremen-Ligisten Bremer SV mit seiner Mannschaft in der Union-Brauerei – und schaute gebannt auf den Bildschirm. Die Auslosung der ersten Runde im DFB-Pokal, für den sich der BSV mit einem Landespokal-Finalsieg (2:1) gegen den Brinkumer SV qualifiziert hatte, lief am Sonntagabend live in der ARD – und bescherte den Bremern den größten und besten aller möglichen Gegner: Bayern München!

Zuerst fischte Ex-Profi Thomas Broich den BSV aus der Lostrommel – die Spannung stieg. Und als DFB-Vizepräsident Peter Frymuth die nächste Kugel aufschraubte, ließen sein Nicken und das verschmitzte Lächeln bereits erahnen, welch „dicken Fisch“ er da in der Hand hatte. „FC Bayern München“, sagte Frymuth dann – und in der Bremer Brauerei ging ein wahrer Jubel-Orkan los. Die Spieler rissen die Arme hoch, brüllten, stiegen auf die aufgereihten Biertische. Coach Eta klatschte begeistert in die Hände, grinste über beide Wangen und brachte es am ARD-Mikrofon auf den Punkt: „Es ist tatsächlich einfach geil, megageil.“

Brinkums Eugen Uschpol: „Ich gönne dem Bremer SV das Superlos mit den Bayern“

Einige vom Bremen-Ligisten Brinkumer SV wollten wohl gar nicht hinsehen, als am Sonntagabend in der ARD-Sportschau die Auslosung zur ersten Runde im DFB-Pokal lief. Statt des Bremer SV (2:1 im Finale) hätte auch Brinkum als Bremer Vertreter in der Lostrommel sein und den Jackpot mit dem FC Bayern München gewinnen können. Brinkums Verteidiger Hasan Dalkiran (26) war nicht TV-Augenzeuge, wurde aber umgehend informiert: „Ich habe sofort Mitteilungen von Freunden und Mitspielern bekommen. Mit dem BSC Hastedt habe ich schon mal im DFB-Pokal gegen Gladbach gespielt. Für uns ist das jetzt noch mehr Motivation, eben im nächsten Jahr den Pott zu holen.“

Keinerlei Neid auf den Bremer SV hegt der 22-jährige Eugen Uschpol: „Ich habe mit zwei von den Jungs beim Bremer SV auch schon mal in einer Mannschaft gespielt und habe denen sofort nach der Auslosung zu den Bayern gratuliert. Ich gönne denen das Superlos mit den Bayern. Aber natürlich bin ich, sind wir, immer noch etwas enttäuscht, dass wir das Finale nicht gewonnen haben.“

Brinkums Mann mit der meisten Erfahrung im DFB-Pokal ist ganz klar der spielende Co-Trainer Kevin Artmann: „Ich bin kein Statistiker, aber vier, fünf Spiele habe ich im DFB-Pokal wohl schon bestritten“, sagt der 35-Jährige, der auf dieser Bühne vornehmlich für die Werder-Amateure aktiv war, als die noch im Bremer Landespokal starten durften. Mit dem BSV Rehden hat Artmann 2013 sogar schon mal im Pokal gegen die Bayern gespielt (0:5). Nun blickt er voraus und gibt sich kämpferisch: „Für uns ist das eine noch größere Motivation, es in der kommenden Saison besser zu machen. Da wollen wir Meister werden und den Pokal nach Brinkum holen.“

Die BSV-Spieler freuen sich natürlich besonders auf die Stars des deutschen Rekordmeisters: Robert Lewandowski, Manuel Neuer, Serge Gnabry, Joshua Kimmich, Thomas Müller, Leroy Sané oder Leon Goretzka. Der Deutsch-Nigerianer Eta kann es kaum erwarten, auf den neuen Bayern-Coach Julian Nagelsmann zu treffen: „Er ist mein absoluter Lieblingstrainer und hat schon in Hoffenheim und Leipzig toll gearbeitet.“

Der Bremer SV trifft im DFB-Pokal auf den FC Bayern München. So stand es am Sonntag schwarz auf weiß in den Loskugeln.

Mit dem Sieg gegen Brinkum hatte sich der BSV zum achten Mal den Landespokal gesichert. Nur 1986 überstand er im DFB-Pokal die erste Runde (gegen Hessen Kassel), scheiterte dann am FC St. Pauli. Letzter Bundesliga-Gast war 2015 Eintracht Frankfurt (0:3), das Gastspiel der Bayern sprengt solche Dimensionen allerdings. Der Verein aus dem Bremer Westen wird wohl erstmals ins Weserstadion umziehen, denn das Clubgelände am Panzenberg bietet lediglich 5000 Zuschauern Platz – zudem fehlt eine Flutlichtanlage.

Doch derlei logistische Probleme waren zunächst noch kein Thema, die Vorfreude auf das größte Spiel in der 115-jährigen Vereinsgeschichte ebbte nicht ab. „Jetzt wollen wir erst mal genießen, in den nächsten Tagen setzen wir uns zusammen“, sagte BSV-Manager Ralf Voigt.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Meistgelesene Artikel

Die vielen Jobs des Michael Schulz: Möbelverkäufer, Reporter, Spielerberater

Die vielen Jobs des Michael Schulz: Möbelverkäufer, Reporter, Spielerberater

Die vielen Jobs des Michael Schulz: Möbelverkäufer, Reporter, Spielerberater
Lamke übernimmt Lahausen

Lamke übernimmt Lahausen

Lamke übernimmt Lahausen
Thorolf Meyer steht zum „Jugendstil“

Thorolf Meyer steht zum „Jugendstil“

Thorolf Meyer steht zum „Jugendstil“
„Sunny“ ist kein Kind von Traurigkeit

„Sunny“ ist kein Kind von Traurigkeit

„Sunny“ ist kein Kind von Traurigkeit

Kommentare