Svend Kafemann spricht über die denkwürdigsten Momente seiner Karriere

„An die Mecker erinnere ich mich gut“

Der Fokus liegt jetzt nicht mehr auf dem runden Leder: Svend Kafemann. Foto: borchardt

Sulingen - Von Carsten Drösemeyer. Stolze zehn Jahre lang stürmte Svend Kafemann für Fußball-Bezirksligist FC Sulingen – und traf in dieser Zeit rund 180-mal ins Schwarze. Eine Ausbeute, mit der er zweifelsohne zu den Allzeit-Toptorjägern des Kreises zählt. Im Normalfall hätte der Verwaltungsfachwirt bestimmt auch noch die 200er-Marke geknackt, doch aufgrund langwieriger Sprunggelenksprobleme beendete der 30-Jährige am Sonntag seine Karriere. Grund genug für uns, das letzte Jahrzehnt mit Kafemann Revue passieren zu lassen.

Herr Kafemann, das jüngste 3:1 beim TuS Sudweyhe war Ihr letztes Spiel für den FC. Kamen da vor dem Anpfiff viele Erinnerungen hoch?

Ja, sehr viele. Es war auch ein komisches Gefühl zu wissen, dass nach dieser Partie Schluss sein würde.

Am Ende wurde es dann aber ein Abschied, wie man ihn sich nicht besser wünschen kann.

Das stimmt. Zwei Tore im letzten Spiel zu erzielen, war schon traumhaft. Zumal es für mich die ersten „Buden“ in 2019 waren (schmunzelt).

Und wie ist jetzt das Gefühl als „Fußball-Rentner“?

Noch etwas ungewohnt. Ich muss mir noch überlegen, wie ich jetzt die viele freie Zeit an den Wochenenden nutzen werde. Aber ich denke, mein kleiner Sohn hält mich bestimmt auf Trab (lacht).

Ein weniger laufintensiver Sport als Fußball kommt für Sie nicht infrage?

Da fällt mir keiner ein. Das Dumme ist, dass ich bei größerer Belastung sofort Probleme mit dem Fuß bekomme. Seitdem ich mir 2014 das Sprunggelenk gebrochen und ausgekugelt habe, wurde es eigentlich nie mehr wie vorher. Wenn ich weiterhin zu viel Sport treibe, könnte es später sogar schwierig mit Treppensteigen werden. Da trete ich lieber schweren Herzens kürzer.

Blicken wir mal auf Ihre Zeit als Kicker zurück. Angefangen hat alles beim SC AS Hachetal.

Richtig. Da bin ich groß geworden und habe auch meine ersten Erfahrungen im Erwachsenen-Bereich gemacht. Damals noch in der Kreisliga.

Und dann wechselten Sie 2009 zum FC Sulingen in die Bezirksliga. Haben Sie sich dort gleich gut zurechtgefunden?

Zuerst war es schon eine Umstellung. In Hachetal war ja alles auf mich zugeschnitten. Ich musste gerade taktisch einiges dazulernen.

Trotzdem setzten Sie sich bereits in Ihrer ersten Saison durch.

Ja, ab der Rückrunde lief es richtig gut. Da bin ich auf 16 Treffer gekommen. Den Durchbruch habe ich damals wohl bei einem Bezirkspokal-Match in Sudweyhe geschafft, wo mir vier Tore geglückt sind.

Und trotzdem gab es danach einen „Anpfiff“ vom damaligen Trainer Jürgen Harmsen.

(lacht) Ja, das stimmt. Es war regnerisch und ich hatte keine Stollenschuhe mit. Also bin ich öfter ausgerutscht, was „Lukas“ nicht gerade gefiel. An die Mecker kann ich mich noch gut erinnern.

Wie wohl auch an Ihre gesamte Zeit beim FC. Was waren die Highlights der vergangenen zehn Jahre?

Da gab es einige. Besonders emotional war gleich die Abstiegsrelegation in meiner ersten Saison in Sulingen. Wir hatten das Auftaktspiel mit 1:3 gegen Hoya vergeigt und brauchten gegen Letter somit einen Sieg mit drei Toren Unterschied, um noch die Klasse zu halten.

Und wie ging die Partie aus?

Wir haben 5:0 gewonnen und ich habe drei Tore erzielt. Das war für mich sicher eines der schönsten Spiele für den FC. Gänsehaut pur.

Einmal hätte es sogar fast zum Sprung in die Landesliga gereicht.

Richtig. Wir sind unter Trainer Dirk Meyer Bezirksliga-Vizemeister geworden und in der Aufstiegsrelegation nur knapp am HSC Hannover und Stadthagen gescheitert. Das war von uns eine überragende Saison.

Gab es in den zehn Jahren auch Tiefpunkte?

Für mich persönlich natürlich meine schwere Verletzung. Und als Mannschaft sicherlich der Abstieg 2016 in die Kreisliga. Das kam für uns alle ja wie aus dem Nichts.

Aber der FC reparierte den „Betriebsunfall“ ja umgehend.

Ja, zum Glück. Stefan Rosenthal hatte da kurz zuvor als Trainer übernommen und wir haben zusammen den Karren wieder aus dem Dreck gezogen. Sportlich konnte man zwar vielleicht damit rechnen, aber der sofortige Wiederaufstieg war für den Verein super wichtig. Jetzt zählen wir als Dritter sogar wieder zur absoluten Bezirksliga-Spitze.

Also der richtige Zeitpunkt, um die Fußballschuhe an den Nagel zu hängen?

Ich denke schon. Nach dem Abstieg hätte ich niemals aufhören und die Jungs im Stich lassen können. Doch jetzt haben „Thaler“ (Rosenthal, Anm. Red.) und Co. ja alles im Griff. Klar wird es häufiger mal in den Füßen jucken, aber ich kann auf zehn tolle Jahre in Sulingen zurückblicken. Es war eine super Zeit.

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