0:4 – Matchplan des FC Sulingen wird bereits nach drei Minuten über den Haufen geworfen

Ein Gurkentor und ganz viel Ehrfurcht

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Sulingens Patrick Siebert (vorn) hatte gestern in der Defensive einen schweren Stand.

Kreis-Diepholz - Von Arne Flügge. Mutig wollten sie sein, defensiv kompakt stehen, möglichst lange ein 0:0 halten, dann selbst Nadelstiche setzen, um so vielleicht für die Überraschung zu sorgen. Doch der Matchplan von Fußball-Bezirksligist FC Sulingen im Viertelfinale des Bezirkspokal gegen Landesligist SV Bavenstedt wurde nach nur drei Minuten bereits komplett über den Haufen geworfen. Eine 35-Meter-Freistoß-Flanke von Bavenstedts Daniel Reuter segelte – über Mann und Maus hinweg – in den Sulinger Strafraum, FC-Verteidiger Martin Roughley zog den Kopf ein, irritierte dadurch seinen Keeper, der Ball sprang zudem noch einmal ganz komisch auf und hüpfte ins Netz – 0:1. Der Anfang vom Ende – 0:4 (0:2) hieß es nach 90 Minuten.

„Martin hatte sich in der Szene auf mich verlassen und ich mich auf Martin“, seufzte FC-Keeper Tobias Plümer später, „aber das soll keine Ausrede sein. Ich nehme das Tor klar auf meine Kappe.“ Lange habe man die Null halten wollen, „und wenn du dann nach drei Minuten so ein Ding kriegst, wobei der Ball auch noch richtig dämlich aufspringt, dann ist das einfach nur scheiße“, sagte Plümer.

Doch dem Gurkentor allein war es nicht geschuldet, dass der FC Sulingen die Pokalsensation verpasste. Klar, der Treffer hatte den Gästen in die Karten gespielt. Aber schließlich war ja noch genügend Zeit gewesen, um das Spiel zu drehen. Doch Sulingen spielte in der ersten Halbzeit einfach zu mutlos, gar ängstlich. „Wir haben viel zu viel Respekt und Ehrfurcht gezeigt“, räumte Trainer Stefan Rosenthal ein, „und nach dem frühen Gegentor wussten die Jungs nicht so richtig, wie sie sich nun verhalten sollten.“

Bavenstedt hingegen wusste das. Der Favorit nutzte die Verunsicherung der Gastgeber aus, spielte starkes Pressing und zeigte richtig gute Kombinationen. Zudem war der Landesligist körperlich präsenter, hatte in Jane Zlatkov einen überragenden Regisseur und Passgeber und in Offensivmann Benjamin Holze immer einen dankbaren Abnehmer.

Nachdem Plümer in der 22. Minute noch mit einem feinen Reflex gegen Marcel Schrader das 0:2 verhindert hatte, war er sieben Minuten später machtlos: Zlatkov schickte Holze auf die Reise, der gewann das Laufduell gegen Patrick Siebert und schloss mit einem Linksschuss flach ins lange Eck zum 2:0 ab. Unmittelbar vor der Pause hatte der FC Sulingen, der offensiv überhaupt nicht stattfand, Glück, dass Zlatkov einen Kopfball nur hauchzart neben den Pfosten setzte.

Nach dem Wechsel waren die Sulinger endlich mutiger, bissiger und hatten in der 65. Minute Pech, dass Bavenstedts Keeper Roman Ziesing nach einer 35-Meter-Freistoß-Flanke von Stephan Meyer gerade noch abtauchte und parierte. Es wäre die Kopie des 0:1 gewesen. „Wenn das Ding auch reinfällt – wer weiß, was passiert“, meinte Rosenthal. So aber köpfte Holze fast im Gegenzug das 3:0 (70.), sieben Minuten später jagte Mike Wiedemann die Kugel volley per Seitfallzieher zum 4:0 ins Netz.

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