Trainer ab Sommer wieder in Wetschen, ab sofort nicht mehr in Wagenfeld

Marcordes kommt – und muss gehen

Zurück nach Wetschen: Oliver Marcordes, in Wagenfeld freigestellt, wird Trainer bei seinem Ex-Club. Foto: mbo

Wetschen/Wagenfeld - Von Malte Rehnert. Seit zehn Jahren macht Oliver Marcordes schon „dieses Trainer-Ding – und zwar ohne Pause“, wie er sagt. Doch jetzt kann der 39-Jährige mal ein bisschen verschnaufen und sich um die Familie mit dem im November geborenen Sohn Filip kümmern. „Ich werde diese paar Monate genießen“, kündigt Marcordes an. Gewollt war die Auszeit allerdings nicht. Nachdem er dem TSV Wetschen, Tabellenführer der Fußball-Bezirksliga, sein Ja-Wort ab Sommer gegeben hatte, reagierte sein bisheriger Club TuS Wagenfeld, Schlusslicht der Liga, und beendete die Zusammenarbeit mit sofortiger Wirkung. Bei seinem ehemaligen Club Wetschen folgt Marcordes zur neuen Saison auf Thomas Otte, der künftig als sportlicher Leiter des TSV fungieren wird.

„Ich hätte schon gerne weitergemacht und es bis zum Saisonende durchgezogen, zumal ich mich in Wagenfeld pudelwohl gefühlt habe“, betont Marcordes: „Aber wenn man im Hinblick auf die neue Saison schon jetzt etwas Neues probieren möchte, kann ich das nachvollziehen. Ich gehe hier nicht im Groll.“

Vor etwa zwei Wochen habe er das Angebot aus Wetschen erhalten und daraufhin die Wagenfelder (mit denen es noch keine detaillierten Gespräche über eine weitere Zusammenarbeit gegeben habe) darüber in Kenntnis gesetzt, erzählt Marcordes – und schildert den weiteren Ablauf so: Als sein Entschluss, wechseln zu wollen, gereift war, informierte er am Freitagabend persönlich seine bisherige Mannschaft – und erfuhr einen Tag später, dass sich Team und Verantwortliche des TuS entschieden haben, schon jetzt getrennte Wege gehen zu wollen. Spartenleiter Mark Wiedemann bestätigt das: „Plan A war, mit ,Olli‘ weiterzumachen. Und Plan B, den Resetknopf zu drücken.“ Die Mehrheit sei für die zweite Varian-te gewesen – auch, weil Wiedemann einen neuen Coach „bereits an der Angel hat“. Nur noch Kleinigkeiten seien zu klären, Mitte der Woche gebe es Klarheit, hofft Wiedemann, der noch keinen Namen nennen mag. Nach Marcordes’ Abschiedsankündigung sei er einerseits „überrascht und auch enttäuscht“ gewesen, andererseits „kann ich ihn auch irgendwo verstehen. Wetschen spielt schließlich oben mit.“

Der frühere Mittelfeldmann Marcordes, der in Rehden wohnt und es künftig „nur zwei Kilometer“ bis zum Training hat, freut sich nun auf seine Rückkehr: „Wetschen bietet ein Riesen-Gesamtpaket und ein sehr, sehr gutes Niveau. Der Verein hat sich super entwickelt.“ 2010 hatte er den TSV verlassen und war als Spielertrainer zu seinem Heimatverein SV Dickel gewechselt. Dort begann seine Karriere als Coach. Es folgten Stationen beim Barnstorfer SV, SV Lembruch und eben Wagenfeld. Mit allen Clubs stieg er auf, mit Wagenfeld holte er 2019 sogar das Double aus Kreisliga-Meisterschaft und Kreispokal.

Der Kontakt nach Wetschen, wo er zwischen 2000 und 2005 sowie von 2007 bis 2010 gespielt hatte, riss in dieser Zeit nie ab – und als sich jetzt die Gelegenheit zum Comeback bot, griff Marcordes zu: „Ich glaube, man kann verstehen, dass mein Herz ein bisschen Blau-Gelb schlägt. Meine Vergangenheit hier war ein mitentscheidender Grund dafür, dass ich es mache. Und ich bin felsenfest davon überzeugt, mich richtig entschieden zu haben.“ Möglicherweise übernimmt Marcordes, dem Friedel Holle als Assistent zur Verfügung stehen wird, sogar einen Landesligisten. „Das Potenzial für den Aufstieg ist da“, meint der Coach in spe.

Otte spricht mit Blick auf seinen Nachfolger von einer „guten Lösung. Die Konstellation passt. Ich denke, Oliver wird hier neue Ideen und frischen Wind reinbringen.“ Er selbst habe nach 22 Trainerjahren das Gefühl gehabt, mal etwas anderes machen zu wollen. Und in Wetschen sei auch „der Ruf nach etwas Neuem“ an der Seitenlinie aufgekommen. Der 54-Jährige kümmert sich ab Sommer unter anderem um die Personalplanung und die Kommunikation zwischen den Mannschaften. „Ich mache das erst mal und gucke, wie es läuft“, sagt Otte über sein neues Betätigungsfeld – und fügt noch mit einem Schmunzeln an: „Ich werde ,Olli‘ nicht ständig im Nacken sitzen, da braucht er keine Angst zu haben.“

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