Mittelfeldmann sagt Wetschen wieder ab / Wiedemann freut sich auf Thiry

Marcel Heyer bleibt in Wagenfeld

Heimkehr: Der Wagenfelder Maris Thiry kommt von den Regionalliga-A-Junioren des JFV RWD Rehden und wagt beim TuS den Sprung in den Herrenbereich. Foto: Krüger

Wagenfeld/Wetschen – Was in einer gut zweieinhalbmonatigen Zwangspause so alles passieren kann! Als Marcel Heyer Anfang März, kurz vor dem Corona-bedingten Fußball-Stopp, dem TSV Wetschen seine Zusage für die neue Saison gab, schwebte „sein“ TuS Wagenfeld als Bezirksliga-Letzter in allerhöchster Abstiegsgefahr. Die Wetscher hingegen standen an der Spitze – Heyers Verbleib im Bezirk schien also gesichert. Nun, nach dem nur noch vom Verbandstag abzusegnenden Saisonabbruch, steht Wetschen praktisch als vorzeitiger Landesliga-Aufsteiger fest. Und der TuS hat den Klassenerhalt geschafft, weil es keine Absteiger geben soll. Nur zwei Gründe, warum der Linksaußen ins Grübeln geriet – und dem TSV jetzt wegen des für ihn zu großen Aufwands in der sechsten Liga wieder absagte.

„So etwas sieht natürlich nie ganz glücklich aus“, weiß der 22-Jährige, „aber in dieser langen, fußballfreien Zeit hatte ich ausgiebig Zeit zum Nachdenken. Dabei wurde mir klar, dass ich doch noch ganz schön an der Mannschaft hänge.“ Hinzu kamen die Zweifel, ob er seine Schichtarbeit als Fahrdienstleiter bei der Deutschen Bahn mit dem höheren Trainingspensum eines Landesligisten unter einen Hut bringen kann – und die nun fast 100-prozentige Gewissheit, dass Wagenfeld in der Bezirksliga weiterspielen darf.

Also bleibt für den Linksfuß jetzt alles, wie es ist. Wetschens künftiger Trainer Oliver Marcordes, bis zur Winterpause noch sein Coach in Wagenfeld, sei natürlich nicht begeistert gewesen, verrät Heyer: „Ich kann aber versichern: Mit mehr oder weniger Geld hatte das nie etwas zu tun.“

Wagenfelds Fußball-Spartenleiter Mark Wiedemann freut sich natürlich über die Kehrtwende des Offensivspielers, dessen Zusage für eine weitere Serie – und die Rettung der ersten Herren durch den Abbruch: „Als Bezirksligist können wir ja anders für uns werben.“ Das Finden der passenden Fußballer gestalte sich angesichts der kompletten Spielruhe und dadurch wegfallender Beobachtungen allerdings schwieriger.

Umso erleichterter ist er, dass er den „Wagenfelder Jung’“ Maris Thiry zurückholen konnte: Der 18-Jährige kommt von den A-Junioren des JFV Rehden, mit denen er im vorigen Sommer auch in die Regionalliga aufgestiegen war – zusammen mit Rivaldo Brüning, der nach einem Jahr beim Landesligisten VfL Oythe nun ebenfalls zum TuS kommt. Wiedemann sieht Thiry als Innenverteidiger, aber auch als Option auf der linken Abwehrseite oder im defensiven Mittelfeld. Aus den eigenen A-Junioren rückt Lukas Sieveke auf.

Darüber hinaus sammelte der Sparten-Chef aus dem aktuellen Kader fast ausschließlich Zusagen für die neue Saison ein – von den Etablierten, aber auch den beiden Winterneuzugängen Ricardo Tenti und Patrick Rodewald. Somit verlässt nur Lennart Kruse den TuS – wie berichtet zum TSV Wetschen. „Auch Lennart hätten wir gern behalten“, gesteht Wiedemann, „aber wir haben ihn ziehen lassen, ohne ihm Steine in den Weg zu legen.“

Wagenfelds Kaderplanungen sind somit fast abgeschlossen. „Im Defensivbereich sind wir gut aufgestellt, im Mittelfeld ebenso – nur im Sturm hätten wir gern noch jemanden“, schildert Wiedemann. An Tentis Torgefahr zweifele er keinesfalls, doch Knipser Roman Esanu (32) wolle jetzt nach und nach kürzertreten.

Insgesamt denkt Marcel Heyer, „dass wir mit dieser Truppe besser aufgestellt sind als in der jetzigen Saison. Der Klassenerhalt sollte für uns auf jeden Fall drin sein“, schätzt er – wohlwissend, dass es in der neuen und nun aufgestockten Bezirksliga einige Abstiegsplätze mehr geben dürfte: „Das kann hart werden.“  ck

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