Marathonmann Sebrantke läuft zu Silber bei Senioren-EM / Gold mit dem Team

Plackerei unter Palmen

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Fette Beute – neben Silber konnte sich Oliver Sebrantke Gold im Team sichern.

Izmir/Stuhr - Von Daniel Wiechert. Der Asphaltboden flimmerte, bei jedem Laufschritt platschte es – Oliver Sebrantke ist Extremes gewohnt, doch bei den Senioren-Europameisterschaften im türkischen Izmir musste der 38-Jährige noch mehr als sonst darum kämpfen, alle Nebenschauplätze auszublenden, um sich allein auf seine Laufperformance zu konzentrieren. Über die Marathon-Distanz kam der Ausdauerathlet des LC Hansa Stuhr nach 2:45:11 Stunden ins Ziel – Platz zwei in der Altersklasse M 35.

Gestern Mittag, mit 24 Stunden Abstand, war sich Sebrantke noch immer unsicher: „Ob ich Silber gewonnen oder Gold verloren habe – ich weiß es nicht...“

Mit Akribie hatte sich der 38-Jährige auf die Schinderei über 42,195 Kilometer vorbereitet. „Ich bin diesmal sehr früh angereist, um mich zu akklimatisieren“, erklärte Sebrantke. Über die 10000 Meter (Rang fünf) und 5000 Meter (neun) holte er sich die erste Wettkampfhärte in der Türkei, bevor es am Sonntagmorgen um 7.30 Uhr an die Startlinie zum Königswettbewerb ging – mit Mütze und Sonnenbrille. „Für mich komplett ungewöhnlich“, aber besondere Umstände erfordern besondere Maßnahmen. Ebenfalls außergewöhnlich: Die angesagte extreme Hitze dezimierte das Feld schon vorher – 119 von 227 gemeldeten Läufern fanden sich erst gar nicht zum Start ein.

Sebrantke war da, und wurde direkt gefordert. „Der Plan sah eigentlich so aus, die Strecke etwas abwartend anzugehen“, sagte Sebrantke: „Doch leider ist schon nach einem Kilometer einer abgehauen. Als er dann schon 200 Meter ent-eilt war, habe ich mich dazu entschieden, doch hinterher zu gehen.“ Nach drei, vier Kilometern hatte er sich an die Hacken des Ungarn Szabolcs Beda herangesaugt – zusammen liefen sie Führungskilometer um Führungskilometer, bis sie nach 78 Minuten die Halbmarathondistanz (21,1 Kilometer) erreichten.

„Dann musste ich dem hohen Anfangstempo aber doch noch Tribut zollen“, berichtete Marathonmann Sebrantke – Beda enteilte ihm, das Hauptfeld saß ihm plötzlich wieder im Nacken. „Die Asphalttemperatur von 50 Grad war brutal“, sagte Sebrantke: „Ich habe mir bei jeder Verpflegungsstation die Wasserbecher nur so über den Kopf geschüttet.“ Mit einer ungewollten Folge: „Meine Socken waren irgendwann klitschnass, bei jeden Schritt hat es geplatscht.“ Das sei zum einen irritierend gewesen, zum anderen förderte die Nässe die Blasenbildung an den Füßen.

Aber Marathonläufer kennen keinen Schmerz: Sebrantke biss auf die Zähne, kam viereinhalb Minuten nach Beda als Zweiter ins Ziel. „Mit der Zeit von 2:45 Stunden kann ich sehr gut leben“, sagte er, dessen persönliche Bestzeit bei 2:29:20 Stunden liegt: „Es geht bei einer EM nicht um Zeiten, sondern darum, die bestmögliche Platzierung rauszuholen.“ Gegen Beda sei diesmal kein Kraut gewachsen gewesen: „Er war einfach schneller, konnte die Hitze besser vertragen“, erklärte der Hansa-Läufer: „Als ich keine Chance mehr sah zu gewinnen, habe ich etwas an Tempo rausgenommen, da ich wusste, dass mein Abstand nach hinten groß genug war.“

Mit seiner Zeit legte Sebrantke auch den Grundstein zum EM-Gold im Team, das er mit seinen beiden deutschen Mitstreitern verteidigte.

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