Stuhrer Sonntag in Bremen wieder am Start – das Knie schmerzt noch immer

Marathon-Mann Sebrantke hofft auf Treppchenplatz

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Oliver Sebrantke aus Stuhr will beim Bremen-Marathon voll auf Risiko laufen. Ob das Knie das aushält? ·

Stuhr - Seit 2006 hat Oliver Sebrantke keinen Bremen-Marathon ausgelassen. 2009 und 2011 wurde der 37-Jährige Gesamtsieger. 2012 feierte er als Gesamtzweiter in 2:29:20 Stunden eine neue Bestzeit. Was wird nun am kommenden Sonntag beim 9. swb-Marathon passieren?

„Ganz klar, ich will wieder aufs Treppchen“, erklärt der Langstreckler vom LC Hansa Stuhr kurz vor seinem Start. Wäre Sebrantke vor drei Monaten gefragt worden, hätte er von einer Zeit unter 2:29 Stunden gesprochen, und vom dritten Gesamtsieg. Nicht umsonst gab Organisator Utz Bertschy ihm deshalb die gewünschte Startnummer drei. „Ich befand mich tatsächlich in Topform“, unterstreicht Sebrantke. Davon kann allerdings derzeit nicht die Rede sein. Seit etlichen Wochen plagen den Stuhrer Knieprobleme.

Ein Nordbremer Sportarzt riet ihm zu einer Laufpause – fünf Wochen vorm Marathon für ihn „ein Unding“. Der trainingsfleißige Stuhrer verkürzte die langen Läufe und muss nun abwarten, wie der Körper im Wettkampf reagiert. Immerhin gibt ihm der Sieg beim Halbmarathon in Zeven am vergangenen Sonntag in 1:16:06 Stunden Grund zu vorsichtigem Optimismus. Die Marschroute für Bremen steht für ihn jedenfalls fest. „Ich werde auf Risiko laufen und Gas geben. Sollten nach 20 Kilometer Knieschmerzen einsetzen, werde ich vielleicht gezwungen sein auszusteigen.“

Interessant dürfte auch sein, wie sich Sebrantke mit seinem vermutlich stärksten Konkurrenten auseinandersetzt. Den hat er in Klaus Eickel (Jahrgang 1985, Startnummer 289) ausfindig gemacht: „Klaus ist im Vergleich zu mir ein Jungspund und hat eine Zehn-Kilometer-Bestzeit von 32 Minuten.“

Zur Senioren-WM

nach Brasilien

Eickel gehört zur Trainingsgruppe von Jan Fitschen, weiß Sebrantke zu berichten. Der 10 000-Meter-Europameister von 2006 wird den Startschuss geben und danach Eickel begleiten. „Es wird dann auf eine 2:30 Stunden-Zeit hinauslaufen“, vermutet Sebrantke.

Es wird also wieder einmal spannend, ob Sebrantke als Lokalfavorit in diesem Jahr erneut auf dem Bremer Marktplatz ein erfolgreiches Finish feiern kann. Für den Stuhrer ist das „Heimrennen“ jedoch nicht der einzige Saisonhöhepunkt. Bereits zehn Tage später will Sebrantke nach Brasilien fliegen, um in Porto Alegre bei den Senioren-Weltmeisterschaften in seiner Altersklasse M 35 erneut im Marathon zu starten. „Klug ist das nicht“, sagt er selbst. Dabei ist ihm nicht allein der Wettkampf selbst wichtig. „Ich habe als Läufer alles erreicht. Jetzt werde ich auch das Ganze drumherum genießen und mache gleichzeitig Urlaub.“

Entsprechend will Sebrantke seinen ersten WM-Start auch nicht zum wichtigsten Wettkampf der Saison erklären. Für ihn sei der nächste Wettkampf immer der Wichtigste. Und das ist jetzt erstmal der Bremen-Marathon. · el

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