Mannschaft spricht sich gegen den Trainer aus / Siemer überrascht / Diephaus hilft aus

Überraschungs-Ei: Sudweyhe stellt Wilco Freund frei

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Abgang mit Frust: Wilco Freund ist ab sofort nicht mehr Trainer des TuS Sudweyhe.

Sudweyhe - Von Gerd Töbelmann. Diese Nachricht in der Osterzeit ist schon eine heftige Überraschung: Fußball-Bezirksligist TuS Sudweyhe, momentan als Zehnter nicht unbedingt mit großen Abstiegssorgen behaftet, trennt sich mit sofortiger Wirkung von Trainer Wilco Freund. Spartenleiter Holger Siemer gab zudem bekannt, „dass unser jetziger Co-Trainer und Spieler Timo Diephaus das Team vorerst bis zum Saisonende betreuen wird.“

Am Mittwoch hatte es eine Zusammenkunft der Mannschaft gegeben, um einige Dinge aufzuarbeiten. „Wir haben uns nicht getroffen, um uns gegen den Trainer zu positionieren, aber letztlich hat das Meeting eine Eigendynamik bekommen“, erklärt Kapitän Nico Riekers. „Und am Ende der Sitzung kam heraus, dass wir ab sofort lieber ohne Wilco weitermachen würden. Dazu wurde jeder Spieler, auch die nicht persönlich anwesenden, gehört, wobei es einige Enthaltungen gab. Aber die große Mehrheit war für eine sofortige Trennung“, sagte der 28-jährige Ur-Sudweyher weiter.

Über die Gründe darf spekuliert werden. Riekers wollte dazu nur sagen: „Wir haben eine andere Auffassung von Fußball und wollten nicht bis zum Sommer mit der Entscheidung warten. Uns ist klar, dass wir uns jetzt den Hintern aufreißen müssen, um diesen Schritt mit möglichst guten Ergebnissen zu rechtfertigen.“

Am Donnerstag traf sich dann der Mannschaftsrat mit der Spartenleitung und tat sein Ansinnen kund. Spartenchef Holger Siemer war ziemlich überrascht: „Damit hatte ich nicht gerechnet. Bevor ich jedoch im Sommer eine neue Mannschaft aufbauen muss, haben wir uns eben vom Trainer getrennt. So ganz wohl ist mir bei der Sache nicht. Ich kann Wilco verstehen, wenn er jetzt enttäuscht ist.“

Einen Tag später unterrichtete Siemer seinen Erstherren-Coach dann in einem persönlichen Gespräch von der Freistellung. Freund reagierte natürlich nicht gerade mit Freude auf seine Entlassung. „Ich habe nicht gedacht, dass ich von der Spartenleitung so wenig Rückendeckung bekomme. Ich denke, dass es eine Sudweyher Eigenart ist, dass die Spieler so viel Macht haben. Ich habe in letzter Zeit bezüglich der neuen Saison viele Einzelgespräche geführt. Dabei hat mir nicht einer ins Gesicht gesagt, dass er unter mir nicht mehr weitermachen will. Deshalb bin ich natürlich auch von der Mannschaft enttäuscht. Weiter möchte ich zu diesen Dingen nichts sagen.“ Der 48-jährige Fußballlehrer erklärte zudem, „dass ich weiterhin Trainer sein möchte. Vielleicht nicht unbedingt hier im Kreis, sondern auch mal im Bremer Verband.“

Somit trägt bis zum Saisonende Timo Diephaus die Verantwortung: „Ich werde natürlich alles tun, um mit dem Team die Klasse zu halten.“ Der 26-Jährige stellt aber auch klar, „dass ich für die neue Serie nicht als Trainer zur Verfügung stehe. Ich sehe mich momentan noch mehr als Spieler.“

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