Timo Nowak geht in Barnstorf voran

„Man sollte ihm ein Denkmal setzen“

Routinier Timo Nowak (links, hier mit Ex-Coach Oliver Marcordes) ist extrem wichtig für den Barnstorfer SV. - Archivfoto: Wiechert

Barnstorf - Von Malte Rehnert. Doppelpack und Matchwinner – da kann man mal schön die Füße hochlegen und ein bisschen genießen. Sollte man meinen. Doch für Timo Nowak war das Fußball-Wochenende nach dem 3:2-Heimsieg seines Barnstorfer SV in der Kreisliga gegen den SV Dickel noch nicht beendet. Gestern Abend musste der 35-Jährige, einst Mittelstürmer und inzwischen Abwehrchef, schon wieder ran. In der Alten Herren (7er) des BSV gegen Mellinghausen. Als Torwart! „Ich hatte da vor längerer Zeit mal ausgeholfen. Gegen Sulingen habe ich zwar drei Dinger reingekriegt, aber auch ein paar rausgefischt und es insgesamt offenbar nicht so schlecht gemacht“, meint Nowak mit einem Grinsen.

Eigentlich ist der Hüne aber nicht fürs Toreverhindern, sondern fürs Toreschießen bekannt. Bei seinem Heimatverein Barnstorf war er früher immer nur in vorderster Front zu finden, genau wie anschließend beim VfL Oythe (2007 bis 2009). Doch dann hatte Jürgen Stoffregen, sein Coach beim BSV Rehden, wo er von 2009 bis 2012 spielte, andere Pläne mit ihm. „In einem Testspiel gegen Hannover 96 II stellte er mich plötzlich als Innenverteidiger auf“, erinnert sich Nowak. Und seither fühlt er sich auch auf dieser Position wohl. Beim SC Niedersachsen Vechta (2012 bis 2014) spielte er häufig dort, beim Barnstorfer SV tut er es seit seiner Rückkehr (2014) ebenfalls. „Beides macht Spaß, mir ist es eigentlich egal“, sagte Nowak.

Hauptsache, er darf ab und zu mal mit nach vorne. Und das darf er in Barnstorf, meistens bei Standards. Nowak schießt die Elfmeter, viele Freistöße und ist eigentlich bei jeder Ecke im gegnerischen Strafraum zu finden. So auch am Sonntag, als er gegen Dickel erst per Kopf und dann volley aus der Distanz traf. „Timo hat ein sehr gutes Spiel gemacht“, lobt Barnstorfs Co-Trainer Andreas Hohnstädt. Als Libero oder wahlweise in einer Viererkette „räumt er hinten ordentlich auf“, sagt Hohnstädt: „Und mit seiner Kopfballstärke ist er immens wichtig für uns.“ Ob „Air Nowak“ aber noch so hoch fliegt wie vor zehn Jahren? Er lächelt und antwortet: „Das kann ich nicht genau sagen.“ Eine Zeitung passe aber schon noch drunter. Vermutlich sogar ein ganzes Paket, denn Nowak ist auch mit seinen bald 36 Jahren ziemlich fit: „Wenn man die Vorbereitung mitgemacht hat, ist das automatisch so. Nur montags tun die Knochen vielleicht ein bisschen mehr weh als früher.“

Barnstorf hat sich wieder hochgearbeitet

Damals ging er für den BSV in der Landes- und später der Bezirksoberliga auf Torejagd, erlebte die glorreichen Zeiten mit. „Da denke ich schon noch ab und zu dran“, gesteht der Messtechniker, „es war eine richtig gute Zeit. Viele Ehemalige sagen sogar, es war ihre beste. Wir hatten am Ende nicht mehr die Qualität für die Landesliga, aber die Kameradschaft und der Zusammenhalt waren Landesliga-Spitze. So ähnlich ist es jetzt auch wieder.“

Als in Barnstorf 2008 alles zusammenbrach und der Club aus der Bezirksoberliga bis runter in die Kreisklasse ging, war Nowak schon in Oythe. Inzwischen ist er wieder da. Er war in den ersten zwei Jahren mit 14 und 17 Treffern bester Torschütze des Clubs, stieg mit „seinem“ BSV 2015 in die Kreisliga auf und ist dort aktuell Neunter – auch dank der fünf Nowak-Tore. Barnstorf hat sich wieder hochgearbeitet, baut viele Eigengewächse ein und geht damit „einen guten Weg“, meint Nowak. Von der Rückkehr in den Bezirk wagt er aber momentan nicht zu träumen: „Das wird wohl noch ein paar Jahre dauern. Die Kreisliga ist stark und für die Entwicklung der Mannschaft die richtige Klasse.“

Bei ihm selbst hat mittlerweile die Familie mit seiner Frau und Tochter Lia-Sophie (4) Priorität. Trotzdem: Ohne Fußball geht es bei Nowak nicht. Nach der aktiven Karriere (wann auch immer sie endet) will er Trainer werden. Coach Rainer Gläser hofft allerdings, dass sein Kapitän (teilt sich das Amt mit Björn Pattke) noch lange als Aktiver auf dem Rasen steht. „Timo lebt für diesen Sport, leitet zum Beispiel auch die Einheiten, wenn ich mal nicht da bin. Wie er sich reinhängt und vorneweg marschiert, ist klasse. Man sollte in Barnstorf mal darüber nachdenken, ihm hier ein Denkmal zu setzen, wenn er aufhört. Das hätte er verdient.“

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